Regisseur Claude Bourrin schafft eine Brücke zwischen vietnamesischer und europäischer Kultur

(VOVworld) – Der französische Schauspieler und Regisseur Claude Bourrin, der erste Direktor des Hanoier Opernhauses hat das europäische Theater nach Vietnam gebracht und Fundamente für vietnamesische Theater gelegt.

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Das Hanoier Opernhaus.


Anfang des 20. Jahrhunderts kam Claude Bourrin nach Vietnam als Beamter des französischen Zollamts in Indochina und auch als Amateur-Schauspieler. 1904 stellte er sich vor dem vietnamesischen Publikum in Da Nang in der Komödie „Tourane – Revue“. Danach beteiligte er sich noch mehrmals an Theaterstücken im Hanoier Opernhaus und im Theater von Hai Phong als Schauspieler oder Regisseur. Laut der französischen Theaterforscherin Corinne Flicker, Bourrin habe gefühlvolle, attraktive und gute qualitative Theaterstücke geschaffen. 

„Claude Bourrin hatte sein ganzes Leben zur Verbreitung des europäischen Theaters in Vietnam gewidmet. Er kümmerte sich auch um das traditionelle vietnamesische Theater und schaffte ein einzigartiges Kulturleben, das die vietnamesische und französische Kultur verbindet. Er trug zur Geburt des vietnamesischen Theaters bei.“

Mit Talent und Liebe zum Theater organisierte Bourrin viele Kunstprogramme und wurde zum Direktor des Indochina-Theaters und Direktor des Hanoier Opernhauses ernannt. Er inszenierte weltbekannte Theaterstücke im Hanoier Opernhaus. Er gab sich viel Mühe, um das europäische Theater zu ändern, damit es für das Publikum geeignet war. In dieser Zeit wurden berühmte Stücke oft im Hanoier Opernhaus und im Theater in Hai Phong aufgeführt, wie „Prinzessin Turandot“ von Carlo Gozzi, und „Sakramentskutsche“ von Prosper Merimee. Dazu Professor Ngo Van Gia aus der Kulturhochschule in Hanoi:

„Claude Bourrin brachte das moderne Theater für Franzosen und Vietnamesen nach Vietnam. Zweitens, er vergrößerte außerdem das Publikum: Früher hatte das Theater nur Adeligen gedient, nun ist es für alle Schichte, auch Vietnamesen, geworden. Drittens, er förderte vietnamesische Künstler, das europäische Theater aufzunehmen.“

Die Erfolge von Bourrin brachten dem vietnamesischen Publikum etwas ganz Neues. Das Theater entwickelte sich schnell. Auch vietnamesische Autoren schrieben Theaterstücke. Dazu Forscher Nguyen Van Thanh:

„Vietnamesen haben Theater erst sehr spät gespielt. Wir schauten meist unter freiem Himmel. Das Hanoier Opernhaus, das Theater in Sai Gon und in Hai Phong sind Theater mit Standard, die anfangs nur Franzosen und vietnamesische Beamten, die Französisch sprachen, dienten. Sie führten nur europäische Theaterstücke auf. Aber dann war Bourrin damit einverstanden, Vietnamesen vietnamesische Theaterstücke aufführen zu lassen. Ein großes Ereignis damals war die Aufführung des Theaterstücks von Vu Dinh Long. Das war das erste vietnamesische Theaterstück.“

Regisseur Bourrin schaffte neue Regeln zum Schreiben von Theaterstücken, die auf Grundlage des traditionellen vietnamesischen Gesangstheaters beruhten. Theaterstücke, die das Leben, die Kultur sowie die Ideologie der Vietnamesen widerspiegeln, entstanden.

Bourrin hat sein ganzes Leben dem Theater gewidmet und das europäische Theater nach Vietnam gebracht. Er trug dazu bei, die europäische Kultur und die vietnamesische Kultur zu verbinden. Er baute auch das Fundament des vietnamesischen Theaters.

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