Die Chu Ru bewahren besondere Kultureigenschaften im Hochland Tay Nguyen

(VOVworld) – Die Chu Ru sind eine Minderheitsvolksgruppe im Hochland Tay Nguyen. Obwohl es nicht viele Chu Ru gibt, kann diese Volksgruppe ihre kulturellen Traditionen gemeinsam mit Sitten und Bräuchen, Festen, Musik und Literatur beibehalten.


Die Chu Ru bewahren besondere Kultureigenschaften im Hochland Tay Nguyen - ảnh 1
Bewohner der Volksgruppe der Chu Ru in Don Duong der Provinz Lam Dong.


Insgesamt gehören in Vietnam 20.000 Menschen zu den Chu Ru, die meist in Provinzen Lam Dong und Ninh Thuan wohnen. Sie wohnen in Dörfern, die von Dorfoberhäuptern geleitet werden. Die Chu Ru leben von der Landwirtschaft und pflanzen vor allem Reis an. 

Die Familie der Chu Ru ist groß mit drei oder vier Generation in einem Haus. Frauen und Männer tragen alle ein Kopftuch. Die Männer tragen meist weiße traditionelle Kleidung. Auch ihr Kopftuch ist weiß. Diese Tracht zieht man bei Hochzeiten, Trauerfeiern und auch bei Festen an. Im Alltag sind die Männer einfacher gekleidet und tragen eine weiße Hose und ein weißes langes Hemd. Die Frauen tragen eine Bluse und ein großes Tuch. An Festen tragen sie ein weißes Tuch und im Alltag ein schwarzes Tuch. Dazu tragen sie ein dunkelblaues Kleid. 

Für die Chu Ru in Lam Dong und andere Völker in Tay Nguyen ist der Rückentragekorb eng mit dem Alltagsleben verbunden. Der Rückentragekorb hat für die Chu Ru auch eine kulturelle Bedeutung. Ma Huong im Dorf P’re im Kreis Duc Trong in Lam Dong erklärt, für die Verziermuster auf dem Rückentragenkorb würden Bambusstreifen mit natürlichen Farben aus Baumschalen und Blättern gefärbt. Die Muster sind meist Rot und Schwarz.

„Seitdem ich ganz klein war, brachten meine Eltern und Großeltern mir bei, wie ich einen Rückentragekorb flechten und benutzen kann. Den Rückentragenkorb benutzen wir für verschiedene Zwecke wie Wasserholen und als Behälter für Mais auf dem Feld oder andere Sachen im Alltagsleben. Der Rückentragenkorb hat große Bedeutung für die Chu Ru.“

In Februar und März beginnt die Hochzeitssaison in Dörfern der Chu Ru. Bei ihnen herrscht das Matriarchat, deshalb machen Frauen den ersten Schritt. Wenn ein Mädchen groß wird, kommt die Familie gemeinsam mit der Ehevermittlerin zur Familie des Jungen, um die Heirat vorzuschlagen. Wenn beide Seiten mit der Heirat einverstanden sind, tauschen sie gegenseitig Silberringe aus. Für die Jungen und Mädchen der Chu Ru sind Silberringe deshalb nicht nur Schmuck, sondern eine heilige Sache. Für ein Paar Ringe muss ein Kunsthandwerker zahlreiche Schritte unternehmen. Dazu Kunsthandwerker Ya Tuat aus der Gemeinde Tu Tra im Kreis Don Duong in Lam Dong:

„Ich mache schon seit 20 Jahren Ringe der Chu Ru. Zuallererst musste ich drei Jahre lang eine Ausbildung machen. Das ist ein traditioneller Beruf und wir sollen diesen erhalten und an die nächste Generation weitergeben.“

Die Chu Ru haben viele Sprüche, Geschichten und Gedichte. Sie bewahren auch viele Sorten von Musikinstrumenten, wie Schlagzeuge und Trompeten. Bei Festen und fröhlichen Anlässen spielen sie Musik und tanzen dazu den Tamga-Tanz, eine Art Gemeindetanz, den alle Chu Ru können. Die Chu Ru ehren ihre Vorfahren und führen verschiedene landwirtschaftliche Zeremonien, wie die Ehrung von Heiligen der Wasserdämme, Heiligen der Wasserkanäle und Heiligen des Reises durch. 

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