Die Volksgruppe Kho Mu in Vietnam

(VOVworld) – Die Minderheit Kho Mu lebt gemeinschaftlich und freundschaftlich mit anderen Volksgruppen im Hochgebirge in Nordvietnam. Sie kann bis heute ihre traditionellen Kulturidentitäten bewahren. Ihre Kultur ist die harmonische Kombination zwischen Sitten der Produktion und dem Alltagsleben.

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Der Te ca grang-Tanz der Kho Mu. (Foto: VOV)

Die Kho Mu-Volksgruppe wird auch als Xa Cau, Mun Xen und Phu Thenh bezeichnet. Vor 100 Jahren besiedelten die Kho Mu einige Bergregionen wie Son La und Lai Chau, wohnten aber überwiegend im Westen der zentralvietnamesischen Provinz Nghe An. Die Dörfer der Kho Mu befinden sich normalerweise am Berghang. Jedes Dorf besteht aus wenigen Häusern einiger Familien. Laut der Tradition der Kho Mu tragen diese Familien die Namen einer Tier- oder Pflanzenart. So ehren die Familien ein bestimmtes Tier, eine Vogelart oder eine Pflanze als ihre Vorfahren. Aus diesem Grund töten sie niemals diese bestimmte Tier- oder Pflanzenart. Der Bau der Häuser ist äußert wichtig für die Kho Mu. Das Fest für ein neues Haus ist das wichtige Ereignis der Familie und sogar des ganzen Dorfes. Die Gastgeber töten aus diesem Anlass Schweine, um gemeinsam mit den Nachbarn zu feiern. Während der Feier singen und tanzen die Mitglieder der Kho Mu zusammen. Das Haus der Kho Mu ist ein Stelzenhaus mit drei Räumen. Das Stelzenhaus sieht von außen einfach aus, aber die Innenausstattung des Hauses ist durchdacht und ordentlich, vor allem die Einrichtung der Küche, in der die Küchen-Heiligen verehrt werden. Das ist die einzigartige Kulturidentität der Kho Mu. Der Kulturforscher im ethnologischen Museum Vietnam Vi Van An sagt dazu.

“Die Minderheit Kho Mu wohnt zum Großteil in der zentralvietnamesischen Provinz Nghe An und vereinzelt auch in Son La, Lai Chu, Nghia Lo und Thanh Hoa. Die Einzigartigkeit der Tradition der Kho Mu zeigt sich durch die Einrichtung der Küche. Gemäß ihren Sitten soll das Feuer in der Küche immer glühen. Dies zeigt den Wohlstand der Familie. Das Feuer ist außerdem die Verbindung zwischen den Familienmitgliedern und ihren Vorfahren. Deshalb soll es niemals gelöscht werden.”

Seit mehreren Generationen ist das Leben der Kho Mu eng mit der Natur verbunden. Sie pflanzen Reis und Mais an den Berghängen an. Sie züchten Tiere und Geflügel, um diese zum Neujahrsfest und beim Besuch von Gästen der Familie anzubieten. Die Kho Mu flechten lediglich die Behälter für die Lebensmittel. Ihre Kunst zu Weben ist nicht stark nachgefragt. Sie kaufen deshalb oft die Kleidung der schwarzen Thai-Volksgruppe. Die Eheschließung wird von den Mitgliedern der Kho Mu als äußerst wichtig betrachtet. Die Eltern respektieren die Meinungen der Kinder. Deshalb sind die Familien der Kho Mu meistens glücklich. Es gibt sehr selten Streitigkeiten zwischen den Familienmitgliedern. Das Ehepaar ist gleichberechtigt und sich treu. Nach der Heirat soll der Bräutigam für ein Jahr im Haus der Braut wohnen. Dann kann er seine Ehefrau in sein Haus bringen. Wenn der Ehemann im Haus seiner Ehefrau wohnt, muss er den Familiennamen seiner Frau annehmen und umgekehrt. Die Minderheit Kho Mu verfügt über ein vielfältiges geistiges Leben mit zahlreichen wichtigen Gebeten und Ritualen. Bui Minh The, ein Forscher der Minderheit Kho Mu erzählt von den Bräuchen dieser Volksgruppe.

“Eine reiche Familie in der Gemeinschaft der Kho Mu kann zwei Gebete pro Jahr abhalten. Das erste Gebet findet nach dem Neujahrsfest Tet statt. Sie bereiten Schnaps und Fleisch vor. Alle Familienmitglieder versammeln sich und bedanken sich bei den Vorfahren für ein wohlhabendes Jahr. Das zweite Gebet findet im 6. Monat nach dem Mondkalender statt, in dem der Reis geerntet wurde und neue Setzlinge auf dem Feld gepflanzt werden.”

Die Kho Mu haben außerdem viele folkloristische Lieder, darunter den Tom-Gesang. Die Melodie des Tom-Gesangs ist poetisch und ausdrucksstark. Die Mitglieder der Kho Mu lieben den Xoe-Tanz, Musikinstrumente aus Bambus und Naturmaterialien. Sie verfügen über seltene Sitten und Bräuche sowie schmackhafte und besondere Speisen. Ihre Gastfreundlichkeit ist bekannt. Wenn man einmal ein Dorf der Kho Mu besucht, wird man sicher unvergessliche Erfahrungen machen. 

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