Sitten und Bräuche bei der Hochzeit der Mang in Lai Chau

(VOVWORLD) - Die Mang sind eine Minderheit, die meist in Kreisen Sin Ho, Muong Te, Phong Tho und Muong Lay der nordvietnamesischen Provinz Lai Chau lebt. Wie andere Völker bewahren die Mang noch viele traditionelle Kultureigenschaften, darunter die Sitten und Bräuche bei der Hochzeit. 
Sitten und Bräuche bei der Hochzeit der Mang in Lai Chau - ảnh 1 Opfergabe zur Familie der Braut sind 20 Silbermünzen, 200 Kilogramm Schweinefleisch, etwa zehn Hühner, ein Fass Schnaps, 20 Kilogramm Klebreis und viel Stoff. (Foto: tienphong.vn)

Die Mang wählen den Tag zur Hochzeit meist nach der Ernte, wenn sie mit der Erntearbeit fertig sind. Diese muss auf einen schönen Tag fallen, von dem 10. Monat an bis zum dritten Monat des nächsten Jahres nach dem Mondkalender. Am Tag der Hochzeit bringt die Familie des Bräutigams Opfergaben zur Familie der Braut. Das sind 20 Silbermünzen, 200 Kilogramm Schweinefleisch, etwa zehn Hühner, ein Fass Schnaps, 20 Kilogramm Klebreis und viel Stoff. Die wichtigste Opfergabe sind zwei Bündel von getrocknetem Eichhörnchenfleisch, die aus etwa 30 Eichhörnchen gemacht wurden. Jedes Bündel wird von zwei Fäden gewickelt, einen roten und einen schwarzen. Der rote Faden symbolisiert den Jungen und der schwarze das Mädchen. Vor dem Essen kniet die Delegation der Familie des Bräutigams vor Großeltern und Eltern der Braut, um ihnen zu danken, dass sie ein schönes und nettes Mädchen geboren haben. Dazu Chin Me Leng, ein Bewohner im Dorf Nam O im Kreis Nam Nhun:

„Am Nachmittag der Hochzeit bringt die Familie des Bräutigams zahlreiche Opfergaben zur Familie der Braut, wie Silbermünzen, Reis und Schnaps. Am Abend wird die Familie der Braut einen Hahn schlachten und die Familie des Bräutigams zum Abendessen einladen. Danach beobachten sie den Kopf und die Beine des Hahnes. Wenn diese schön sind, werden sie am nächsten Tag die Braut nach Hause holen.“

Bevor die Braut aus dem Haus abgeholt wird, bemüht sich der Vertreter der Familie der Braut, Menschen der Familie des Bräutigams mit Wasser und Schlamm zu verschmutzen. Dadurch denken die Mang, dass der Gott die Delegation nicht sehen kann und das Abholen der Braut somit nicht verhindern können. Am nächsten Nachmittag werden die Mutter des Bräutigams und einige Tanten die Delegation der Braut auf dem Weg nach Hause abholen. Danach feiern sie die Hochzeit im Haus des Bräutigams. Die Brautgabe, die die Braut nach Hause des Bräutigams bringt, sind ein Koffer aus Rattan, Messer, Hacken und Töpfe.  Außerdem geben die Eltern der Braut ihr ein Paar Hähne und Hennen mit. 

Die Delegation wird in zwei Gruppen geteilt, wenn sie das Haus des Bräutigams betrifft. Eine geht hoch auf der Treppe für Frauen und eine auf der Treppe für Männer. Am Fuß der Treppe werden Angehörige der Familie des Bräutigams den Gästen zwei Tassen Schnaps anbieten, um ihnen für ihre Anwesendheit zu bedanken. Die Braut wird von der Schwiegermutter sofort in das Zimmer des Ehepaares geführt. Für die Mahlzeit wird die Braut aus dem Zimmer gehen und alles vorbereiten. Anders ist dies bei Hochzeiten anderer Volksgruppen. Da muss das neue Ehepaar diese Mahlzeit selbst vorbereiten und zu zweit essen. Denn die Mang denken, wenn das Paar Gerichte der Gäste essen, können sie später ihre Kinder schwer pflegen und Schwierigkeiten bei der Arbeit haben. Gäste bringen zur Hochzeit Geschenke für das Ehepaar mit. Geschenke sind meist Produkte, die sie selbst produzieren. Nach dem Essen singen sie einen Gegengesang. Die Lieder begrüßen die Heirat des Paares oder sagen ihnen, was das Paar machen soll. Nach dem Singen, geht die Hochzeit zu Ende. Dazu Ly My Gia in der Gemeinde Nam Ban des Kreises Nam Nhun:

„Die Sitten und Bräuche zur Hochzeit der Mang sind sehr besonders. Ich bin sehr stolz darauf. Meine Volksgruppe kann unsere Kultureigenschaften gut bewahren.“

Früher fand eine Hochzeit der Mang drei bis vier Tagen in beiden Familien statt. Heutzutage sparen die Mang und sie feiern nur zwei Tage. Mit der Zeit aber werden die Sitten und Bräuche bei der Hochzeit der Mang von Generation zu Generation bewahrt.

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