Bootsrennen der Khmer-Volksgruppe in Soc Trang

(VOVworld) - Die Khmer-Volksgruppe hat zahlreiche interessante Feste. Das Fest Ooc-Oom-Boc und das Ngo-Bootsrennen sind davon die größten und finden Ende des Jahres statt. Diese Sportart stammt aus der langjährigen Tradition der Khmer-Volksgruppe. Früher wurde die Marine mit Ngo-Booten ausgestattet, um zu kämpfen. Jede Pagode hat ein eigenes Ngo-Boot und das wird sorgfältig aufbewahrt.

 

 

Bootsrennen der Khmer-Volksgruppe in Soc Trang - ảnh 1
Eines der Rennboote der Khmer.

Das Bootsrennen ist in den Provinzen im Mekong-Delta populär und vor allem in Soc Trang beliebt. Früher fand das Bootsrennen im Kreis My Xuyen statt. Heute aber wird es jährlich am Vollmond des 10. Monats nach dem Mondkalender auf dem Fluss Masperos in der Kreisstadt Soc Trang ausgetragen.

In der Nacht vor dem Bootsrennen versammeln sich zahlreiche Menschen in der Kreisstadt Soc Trang. Der Fluß wird mit bunten Laternen dekoriert. Der Klang der Trommel Chaydam, die Flöten und die Gesänge schaffen eine lebhafte Stimmung.

Am nächsten Vormittag startet das Bootsrennen. Die Mannschaften sind bereit. An beiden Ufern des Flusses Maspero dängen sich hunderte von Menschen. Die Zuschauer sind nicht nur heimische Bewohner, sondern auch ausländische Touristen. Tran Xuan Canh, ein Stadtbewohner, erklärt, das sei für sie das größte Fest.

“Der Sport ist für die Khmer-Volksgruppe seit langem sehr wichtig und das Bootsrennen ist am wichtigsten. Wer gewinnt, wird alle Preise der Pagode geben. Mit dem Geld kann die Pagode Häuser bauen. Wir beteiligen uns an dem Wettbewerb um das Glück zu bekommen, nicht  das Geld.”

Der 80-jährige Giang Thich schaut sich jedes Jahr das Bootrennen an. Er erzählt, das Ngo-Bootsrennen stamme aus dem Alltagsleben der Bewohner. Beim Nassreisanbau musste man früher mit dem Boot fahren. Es gab früher zahlreiche wilde Tiere auf dem Berg. Die Bewohner hatten Angst vor ihnen und wollten deshalb nicht über den Berg gehen. Sie fuhren deswegen mit dem Boot auf dem Fluss. Im Fluss aber gab es Krokodile. Die Bewohner fertigten deswegen ihre Boote in Form des Nagar-Geistes, also einer Schlange, das heilige Tier der Khmer-Volksgruppe. So hatten die Krokodile Angst vor dem Nagar-Geist und würden die Menschen nicht mehr stören, sagt Thich. Das Boot sieht grazil aus. Seine Spitze ist niedriger als das Hinterteil. An beiden Bootseiten werden normaleweise Löwen, Tiger oder Elefanten gemalt. Sie verkörpern die Schönheit aber auch die Kraft des Bootes. Das Ngo-Boot ist eine heilige Sache des Dorfes, das nur während wichtigen Ereignisse verwendet werden darf, sagt Thich.

“Jedes Jahr sehe ich das Bootsrennen, obwohl ich schon alt bin. Ich motiviere sogar meine Kinder, daran teilzunehmen. Wenn ich die vielen Menschen sehe, die kraftvollen Jungs und die Boote, fühle ich mich wieder jung.”

Die Bewohner des Dorfes spenden das Geld für die Anfertigung eines Ngo-Boots. Es ist gemeinsames Vermögen und wird sorgfältig in der Pagode aufbewahrt. Tran Van Yen erklärt, einen Monat vor dem Bootsrennen muss die Pagode die starken Jungen in den Dörfern der Khmer auswählen, um zu üben.

“Jedes Boot hat etwa 50 Menschen. Der älteste und Erfahrenste sitzt an der Spitze des Bootes. Der Hornbläser sitzt in der Mitte. Er ist wichtig, weil er das Boot leitet.”

Die Strecke für das Ngo-Bootsrennen ist für Männer etwa 1200 Meter lang für Frauen sind es 800 Meter. Immer wenn das Signal für den Start erklingt, gleiten die Boote schnell zum Ziel. Der Trommel-Klang und der Jubel tönen noch lange über den Fluss…

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