Mutter-Ehrung und Hau Dong-Ritual: ein potenzielles immaterielles Kulturerbe

(VOVworld) - Die Ehrung der Mutter und das Hau Dong-Ritual sind Teil der folkloristischen und religiösen Tradition der Vietnamesen. Das Hau Dong-Ritual ist eine Vorführung mit Musik, Gesang und Tänzen. Nach vielen Jahren werden beide Rituale bis heute wie ein lebendiges Museum der vietnamesischen Religion aufbewahrt. Vietnam bereitet derzeit Anträge bei der UNESCO vor, um beide Rituale als immaterielles Kulturerbe im nächsten Jahr anerkennen zu lassen.

 

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Eine Hau Dong Szene.


Die Ehrung der Mutter stammt von der Ehrung der Göttinnen in der Vergangenheit. Die Göttinnen vertreten die Natur wie Boden-Mutter, Wasser-Mutter und Reis-Mutter. Später ehrte man in Vietnam die Heldinnen, Prinzessinnen, Königinnen und die Muttergöttin. Der ehemalige Leiter des Kulturinstituts Ngo Duc Thinh erklärt, die Muttergöttin sei eine Göttin mit okkulten Zauber aber auch eine Mutter, die das Leben der Vietnamesen schütze.

“Die Vietnamesen glauben, dass die Muttergöttin die Welt geschaffen hat, den Weltraum verwaltet und die Menschen schützt. Sie bringt den Menschen Gesundheit, Geld und Glück. Je stärker sich die Gesellschaft entwickelt, desto intensiver wird die Muttergöttin verehrt. Geld, Gesundheit und Glück brauchen alle Menschen.”

Die Vietnamesen glauben, der Weltraum werde in vier Teile geteilt. Diese sind Himmel, Boden, Wasser und Pflanzen. Die Muttergöttin verwandelt sich in vier Göttinnen, die alle vier Teile des Weltraums verwaltet. Bis heute wird die Muttergöttin in allen Tempeln und Pagoden in Vietnam geehrt. Das Hau Dong-Ritual ist ein wichtiges Ritual bei der Ehrungszeremonie der Muttergöttin. Und der folkloristische Chau Van-Gesang wird mit Tänzen während des Rituals vorgeführt. 

Das Hau Dong-Ritual findet normalerweise in den Tempeln statt. Die Opfergaben für dieses Ritual wurden sorgfältig vorbereitet. Das Ritual wird auf einer kleinen Bühne vorgetragen, die mit Kerzen dekoriert ist. Mit diesem Ritual wünscht man Gesundheit, Wohlstand und Glück. Thanh Dong heißt der einzige Haupttänzer bei dieser Zeremonie. Sowohl Männer, als auch Frauen können Thanh Dong spielen. Aber der Mann muss wie eine Frau geschminkt werden. In einem Hau Dong-Ritual gibt es verschiedene Szenen. Und in jeder Szene muss der Haupttänzer die Kleider wechseln. Deshalb wird ihm oder ihr von zwei bis vier Menschen beim Umziehen geholfen. Begleitet von wohlklingenden Trommeln, zweiseitiger Geige und der vietnamesischen Mondlaute werden während des Rituals ein altes Gedicht oder eine Geschichte erzählt. Der Haupttänzer wird in einer Szene in einen mutigen General, in anderen Szenen dann in einen prächtigen Mandarin oder ein Mädchen verwandelt. Die Tänze werden in jeder Szene verändert. Zum Beispiel wird ein General mit dem Schwert oder der Flagge tanzen und ein Mädchen mit Schal oder Fächer. Lien hat schon mal das Hau Dong-Ritual gesehen. Der Haupttänzer sei wie ein echter Schauspieler, sagt sie:

“Ich war früher eine Schauspielerin. Und wenn ich das Hau Dong-Ritual sehe, fühle ich, dass jede Szene im Ritual genau sowie ein Musiktheater ist, in dem die Emotion einer Figur dargestellt wird.”

Die Szenen im Hau Dong-Ritual sind eine Quelle für zahlreiche Legenden über Götter. Bis heute sagen zahlreiche Kulturexperten, dass die Ehrung der Muttergöttin und das Hau Dong-Ritual von kultureller Bedeutung für Vietnamesen sind. Sie stellen die Kraft, die Kreativität und die unermüdliche Entwicklung der vietnamesischen Nation dar.

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