Bemühungen um Wiederaufbau Syriens

(VOVWORLD) - Am 14. März ist die dritte Konferenz zur Unterstützung für Syrien nach drei Tagen im belgischen Brüssel beendet worden. Abgehalten wurde sie von der Europäischen Union (EU) und den Vereinten Nationen (UNO). Dabei sollte vermehrte Unterstützung der internationalen Gemeinschaft für Syrien mobilisiert werden, damit das Land nach vielen Jahren des Krieges wiederaufgebaut werden kann. Dies ist jedoch keine einfache Aufgabe, nachdem der Krieg die Wirtschaft des Landes schwer zerstört hat. 
Bemühungen um Wiederaufbau Syriens - ảnh 1Der Rauch nach einem Angriff auf eine Stellung der IS-Milizen in Baghouz der syrischen Provinz Deir Ezzor am 9. März 2019. (Foto: AFP/VNA) 

Unter dem Titel „Unterstützung für die Zukunft Syriens und der Region“ hat die dritte Syrien-Konferenz vom 12. bis zum 14. März stattgefunden. Hunderte Nichtregierungsorganisationen und zahlreiche Zivil- und Sozialorganisationen in Syrien sowie in der Region und in der Welt haben das Ereignis aufmerksam verfolgt. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse der zwei vorherigen Konferenzen ging es diesmal um einige wichtige Fragen bezüglich der humanitären Hilfe und der Anpassungen, die die Syrer und die Gemeinschaften, die die syrischen Migranten aufnehmen werden, vornehmen müssen.

Internationale Unterstützung ist notwendig

Syrien gehört zu den durchschnittlich entwickelten Ländern in der Welt, die sich wirtschaftlich auf drei Hauptsäulen, Landwirtschaft, Erdöl, Industrie und Dienstleistungen, stützen. Aber dies alles hat sich nach dem „Arabischen Frühling“ im Jahr 2011 verändert. Der darauf folgende langandauernde Konflikt hat die Infrastruktur und die Möglichkeit zur industriellen Entwicklung in Syrien zerstört, sodass die Wirtschaft um drei Jahrzehnte zurückgeworfen wurde. Prognosen zufolge wird der Prozess zum Wiederaufbau in Syrien auf zahlreiche Schwierigkeiten treffen, weil der Staatshaushalt durch die Kämpfe gegen die Opposition und die Terroristen schwer beeinträchtigt wurde. Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat bekannt gegeben, dass der Wiederaufbau des Landes etwa 250 bis 400 Milliarden US-Dollar kosten werde. Währenddessen waren Experten der Meinung, dass allein die Beseitigung von Kriegsfolgen zehn bis 15 Jahre andauern könnte. Der Wiederaufbau der Wirtschaft, so wie sie vor 2011 war, könne noch länger dauern und brauche die weitreichende Unterstützung der internationalen Gemeinschaft.

Die Wirtschaftsschäden sind groß und auch die Menschen sind schwer belastet worden. Nach Angaben der UNO wurden hunderttausende Zivilisten durch Bomben und Schießereien getötet. Millionen von Menschen mussten ihre Häuser verlassen und nach friedlicheren Gebietem suchen. Wegen des Krieges sind drei Viertel der Menschen im erwerbsfähigen Alter arbeitslos geworden. Angesichts der Demolierung von lebensnotwendigen Dienstleistungssystemen und medizinischen Einrichtungen sind zahlreiche Menschen an heilbaren Krankheiten gestorben.

Daher soll die internationale Gemeinschaft Syrien helfen, das Land schrittweise wiederaufzubauen.

Bemühungen Syriens

Gemeinsam mit der Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft ist die syrische Regierung dabei, die Kriegsfolgen aktiv zu beseitigen. Syrien will beispielsweise wieder Beziehungen zu anderen arabischen Staaten aufnehmen, um Ressourcen zum Wiederaufbau des Landes zu erhalten. Anfang März hatte eine syrische Delegation unter Leitung des Parlamentspräsidenten Hammouda Sabbagh an der Konferenz der arabischen interparlamentarischen Union in der jordanischen Hauptstadt Amman teilgenommen. Dies gilt als ein Schritt Syriens zur politischen Eingliederung in die Region. Zuvor hatte Damaskus den sudanesischen Präsidenten Omar Bashir empfangen. Währenddessen haben sich die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Bahrain dazu entschieden, ihre Botschaften in Syrien wieder zu eröfnnen.

Hinsichtlich der Wirtschaft haben Syrien und der Iran im vergangenen Januar zahlreiche Abkommen zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit unterzeichnet. Neben einem wichtigen Abkommen im Bereich des Bankenwesens wird der Iran Syrien dabei helfen, die Stromleitungen zu reparieren und ein neues Kraftwerk in der Küstenprovinz Latakia einzurichten. Im vergangenen Dezember haben Russland und Syrien einige Zusammenarbeitsabkommen in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie abgeschlossen.

Der Konflikt in Syrien dauert inzwischen neun Jahre, sodass die humanitäre Frage und die Frage des Wiederaufbaus des Landes zunehmend dringend werden. Die Konferenz zur Unterstützung für Syrien fand zu einem Zeitpunkt statt, zu dem der Krieg in Syrien noch nicht beendet ist. Man hofft dennoch, dass die Bemühungen der Bürger und die Verflichtungen der Geberländer Syrien teilweise beim Aufbau des Landes helfen können.

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