Nguyen Thanh Hoai überwindet die Leiden durch Agent-Orange

(VOVworld) – Vor kurzem ist in Vietnam der Tag der vietnamesischen Agent-Orange-Opfer begangen worden. In der Zeremonie wurde an das Ereignis vom 10. August 1961 erinnert, an dem die US-Armee begonnen hatte, das dioxinhaltige Entlaubungsmittel in Vietnam zu versprühen. 4,8 Millionen Vietnamesen waren dadurch Agent-Orange ausgesetzt. Dieser tödliche Giftstoff sorgt bis heute für Erkrankungen und Geburtsfehler bis zur dritten Generation der betroffenen Opfer in Vietnam. Nguyen Thanh Hoai ist einer davon. Er gibt aber nicht auf und zeigte sich stets optimistisch in seinem Leben. 

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Nguyen Thanh Hoai, ein Agent-Orange-Opfer in der Provinz Soc Trang. (Foto:m.thst.vn)


“Ich bin Nguyen Thanh Hoai und gehöre zur dritten Generation in meiner Familie, die Opfer von Agent-Orange wurde. Als ich noch Schüler war, wurde ich von den anderen Menschen vernachlässigt. Nach meinem Abschluss wurde ich mehrmals von Arbeitnehmern aufgrund meiner Behinderung abgelehnt. Aber ich habe niemals aufgegeben. Ich war nur ein bisschen traurig.”

So erzählte Nguyen Thanh Hoai bei einem Treffen am Rande der Landeskonferenz für Agent-Orange-Opfer in Hanoi. Hoai hat eine Gehbehinderung an beiden Beinen. Jeder Schritt ist eine große Anstrengung für ihn. Aber er sieht immer fröhlich aus mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen.

“So ist mein Schicksal und ich muss diese Schwierigkeit selbst bewältigen. Ich weiß, egal ob ich gute oder schlechte Laune habe, muss ich diese Tatsache akzeptieren und meistern. Nach langer Zeit habe ich einen Job gefunden. Ich habe im Bereich IT gelernt und engagiere mich für gemeinnützige Arbeit.”

Bei der Arbeit hat er zufällig seine Ehefrau kennengelernt. Beide haben füreinander Mitgefühl empfunden, erzählt Hoai.

“Meine Ehefrau ist ebenfalls ein Agent-Orange-Opfer. Meine Frau war damals im Verband der vietnamesischen Agent-Orange-Opfer tätig. Danach ging sie zum Studieren in die USA. Für ihre Forschungsarbeit musste sie Dokumente sammeln. Wir haben per Internet gechattet und sie bat mich um Dokumente.”

Beide Menschen lebten weit voneinander entfernt, aber tauschten sich oft über die Arbeit und das Leben aus. Vor allem motivierten sie sich gegenseitig, die Schwierigkeiten zu überwinden.

“Wir haben uns vor vier Jahren kennengelernt. Im Jahr 2010 kehrte meine Frau in die Heimat zurück und zwei Jahre später heirateten wir. Wir verstehen uns gegenseitig gut, weil wir beide behindert sind. Sie studierte im Ausland und ich beschäftige mich mit sozialen Tätigkeiten. Aber wir finden uns immer zurecht.”

Als Leiter der Logistik-Abteilung des Verbands der vietnamesischen Agent-Orange-Opfer in der Provinz Soc Trang ist Hoai sehr beliebt bei anderen Opfern. Er sagt, es gebe noch viele Opfer, die an schwereren körperlichen und geistigen Behinderungen als er leiden müssen. Deswegen verspricht er selbst, seine Aufgaben im Verband gut zu erfüllen.

“Ich bemühe mich, auf jede Art und Weise Spenden aufzurufen. Es ist echt schwierig für schwer behinderte Menschen das Leben zu meistern. Ich bin selbst ein Behinderter und verstehe das genau und finde, dass ich diesen Menschen helfen muss.”

Er sagt “Gott schließt nie eine Tür ohne eine andere zu öffnen. Manchmal ist man traurig. Aber man soll fest darauf vertrauen, dass man künftig mehr bekommen wird, als was man heute verliert”. So ist das Lebensmotto von Hoai.  

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