Dau Pagode - die älteste Pagode Vietnams

 (VOVworld) - Die Dau-Pagode liegt in der nordvietnamesischen Provinz Bac Ninh, die 30 Kilometer von der Hauptstadt Hanoi entfernt ist. Sie ist die älteste Pagode Vietnams und das erste buddhistische Zentrum in Vietnam. 


Dau Pagode - die älteste Pagode Vietnams - ảnh 1
Die Dau Pagode in Bac Ninh.


Alten Dokumenten zufolge wurde die Dau-Pagode zu Beginn der christlichen Zeitrechnung erbaut. Ende des sechsten Jahrhunderts besuchte ein Mönch aus China die Dau-Pagode und gründete einen neuen Meditationszweig in Vietnam. Kulturexperte Tran Lam Bien erklärte, dass die Dau-Pagode eine besondere Pagode sei. Wenn man diese Pagode erforsche, erkenne man den Entwicklungsprozess des vietnamesischen Volkes.

Früher lebten die alten Vietnamesen im Wald, dann entdeckten sie das Delta. Die Dau-Pagode befindet sich an der Grenze zwischen dem hohen Delta und dem niedrigen Delta. Die Bewohner im hohen Delta interessierten sich dafür, den Regen anzubeten und Regengötter zu verehren. Dadurch konnten sie ein wohlhabendes Leben führen und gute Ernten erhalten. Es führte zur Errichtung von fünf alten Pagoden in dieser Gegend, davon ist die Dau-Pagode die Wichtigste.”

Wie andere vietnamesische Pagoden, wurde die Dau-Pagode auf einem rechteckigen Gelände errichtet. Vier Häuserreihen umgeben drei Haupthäuser, in denen man Buddha und Göttinnen verehrte. Heute ist auf dem Gelände der Dau-Pagode noch ein hoher Turm erhalten, der Hoa Phong Turm (zu Deutsch der Turm des Windes und der Harmonie). Damals wurde der neunstöckige Turm mit großen Ziegeln gebaut. Heute umfasst der Turm nur noch drei Etagen, die eine Höhe von 17 Metern einnehmen.


Dau Pagode - die älteste Pagode Vietnams - ảnh 2



Buddha-Statuen in der Pagode hinterlassen bei Besuchern einen guten Eindruck. Bemerkenswert sind die zwei Meter hohe Statue der Phap Van-Göttin und die Statue der Phap Vu-Göttin. 1313 wurde die Dau-Pagode wieder errichtet und später mehrmals restauriert. Sie steht in Verbindung mit dem Märchen über die buddhistische Göttin Man Nuong. Dazu Geschichtsforscher Quoc Hai.

“Man Nuong-Göttin meißelte vier Statuen der Göttinnen Phap Van, Phap Vu, Phap Loi und Phap Dien. Die vier Statuen stellen die Macht der Natur dar, wenn es wolkig, gewittrig und regnerisch ist. Dies symbolisiert den Wunsch der Bauern nach einer guten Ernte.”

Während der verschiedenen vietnamesischen Dynastien wurden die Phap Van-Statuen oftmals in die Bao Thien-Pagode in Hanoi gebracht. Ziel war es, Regen und Wind zu erbitten. Die Dau-Pagode ist sehr heilig, deshalb nannte man sie Dien Ung-Pagode (zu Deutsch: Es wird geschehen wofür man betet).

Die Dau-Pagode verbindet sich mit der Mütterehrung, dem traditionellen Ritual des vietnamesischen Volkes. Dazu Kulturexperte Tran Lam Bien.
”Die Mütterehrung verbindet sich mit dem Entwicklungsprozess der vietnamesischen Geschichte. Die Verehrung der vier Göttinnen in der Dau-Pagode ist ein historisches Zeichen in der vietnamesischen Geschichte.”

1962 erkannte das vietnamesische Kulturministerium die Dau-Pagode als nationales historisches und kulturelles Denkmal an. Heute ist die Dau-Pagode die berühmteste Sehenswürdigkeit der Provinz Bac Ninh.                                                                                      

Feedback

Mehr zum Thema
Weiteres