Gemeinde Thủ Sỹ in Hung Yen, die seit mehr als 200 Jahren das “Do” flechtet

(VOVWORLD) - Do ist ein Fischfanggerät, das die Menschen vor allem in Nordvietnam gern benutzen. Die Menschen in der Gemeinde Thu Sy in der nordvietnamesischen Provinz Hung Yen flechten seit mehr als 200 Jahren “Do”. Dieses Fischfanggerät wird in vielen Provinzen in Nordvietnam verkauft. 
Gemeinde Thủ Sỹ in Hung Yen, die seit mehr als 200 Jahren das “Do” flechtet - ảnh 1Einheimische Luong Son Bac, der bekannt für das Flechten von Do ist. (Foto: Lan An) 

Die Gemeinde Thủ Sỹ befindet sich rund 60 km östlich der Hauptstadt Hanoi entfernt. Thu Sy ist eine typische Gemeinde im Delta des Roten Flusses. Die Häuser mit Dächern aus braunen Ziegelsteinen im Dorf haben oft drei Wohnräume. Viele Bambusbäume spenden dem Dorf ein sattes Grün.

Etwa 500 Menschen flechten in Thu Sy vor allem in den zwei Dörfern Noi Lang und Tat Vien das Fischfanggerät Do aus Bambus. Die Menschen in Thu Sy produzieren Do schon seit 200 Jahren, sagt die Einheimische Nguyen Thi Dan:

"Im Dorftempel ehren wir Frau Nguyen Thi Hue, die den Menschen in der Gemeinde die Do-Herstellung beigebracht hat. Das haben uns unsere Vorfahren erzählt. Wir produzieren nicht nur Do, sondern auch andere Fanggeräte wie “Ro tom” zum Fangen von Krebs."

Die meisten älteren Menschen, Männer und Frauen sitzen auf den Haustreffen und flechten Do. Dabei erzählen sie Geschichten oder vom Geschehen im Alltagsleben. Fast alle Familien in der Gemeinde flechten täglich in der Zeit zwischen den Reisernten das Fischfanggerät Do. Während der Reisernte wird nur am Abend geflochten. Die Einheimische Dao Thanh Mien konnte schon als kleines Kind flechten:

"Jede von uns, Kinder und Erwachsene können flechten. Im 5. Lebensjahr lernte ich das Flechten kennen."

Zur Do-Herstellung wird Bambus gebraucht. Zuerst werden die Rippen aus den langjährigen Bambus gefertigt. Dies gehört zur Männerarbeit. Frauen flechten meistens die Rippen zum Fischfanggerät Do zusammen. Die Fischfanggeräte werden am Ende geräuchert, um die Stabilität und die Nutzungszeit zu verbessern, sagte der Einheimische Luong Son Bac:

"Das Fischfanggerät soll weich und schön braun sein. Die Rippen sollen nach der Verarbeitung getrocknet und durch Kalkwasser gezogen werden. Die Geräte werden drei Mal geräuchert. Das machen die Frauen am besten. "

Jährlich liefert Thủ Sỹ fast eine Million Fischfanggeräte in die Nachbarprovinzen. Sie sind nur in den Regionen mit Nassreisanbau in den Wasserkanälen einsetzbar. Das Fischfanggerät aus Bambus Do kostet in Vietnam rund einen Euro. Das Flechten von Fischfanggeräten ist für die Einwohner in Thu Sy ein Nebenberuf. Es bringe ihnen aber ein sicheres und gutes Einkommen, sagte Luong Son Bac.

"Unsere Vorfahren verdienten mit dem Verkauf von den Fischfangeräten und konnten so ihre Kinder großziehen. Ich verdiene mit dem Flechten etwa 100 Euro im Monat. Meine Kinder sind schon erwachsen."

Das Fischfanggerät Do ist heutzutage nicht so gefragt wie früher. Es wird aber in Thu Sy weiter hergestellt. Die traditionellen Fischfanggeräte werden zum Teil nicht zum Fischfang verwendet. Sie werden in der Kunst und in der Dekoration im Wohnraum gebraucht. Es werde auch ins Ausland exportiert, sagte Luong Son Bac.

"Das Licht einer elektrischen Lampe in dem Fischfanggerät Do ist wunderbar. Amerikaner und Touristen aus anderen Ländern kaufen es gern als Mitbringsel. Viele Inder haben bei mir bestellt."

Das Fischfanggerät Do ist ein einzigartiges Produkt in Thủ Sỹ. Touristen aus aller Welt kommen nach Thu Sy, um den einfachen und bescheidenen Menschen in der Gemeinde beim Flechten von Fischfanggeräten Do zuzusehen.

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