Restaurierung der Rong-Häuser und Neugestaltung ländlicher Räume in Kon Tum

(VOVworld) - In der Hochlandprovinz Kon Tum gibt es fast 600 Dörfer ethnischer Minderheiten. Obwohl das Leben der Dorfbewohner nicht einfach ist, haben sie bisher mehr als 500 Rong-Häuser aus eigenen Mitteln restauriert oder neu gebaut. Das Rong-Haus gilt als Kulturzentrum des Dorfes, in dem sich alle Einwohner zu wichtigen Anlässen versammeln. Mit der Restaurierung der Rong-Häuser haben die Provinzbehörden Erfahrungen gesammelt, die ihnen helfen, die Bevölkerung bei der Neugestaltung der ländlichen Gebiete zu unterstützen.

 

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Das Rong-Haus Kon Klor in der Stadt Kon Tum gilt als das größte Rong-Haus im Hochland Tay Nguyen. (Foto: Internet)

 


Für die sechs Volksgruppen in Kon Tum, den Xe Dang, Ba Na, Gie Trieng, Gia Rai, B’rau und Ro Mam, spiegelt das Rong-Haus den Stolz, die Stärke und den Willen der Gemeinschaft wider. Für die Bewohner gehört in jedes Dorf ein Rong-Haus. Dazu Komponist A Du, der Vizeleiter der Kunstdelegation der Provinz Kon Tum und selbst ein Ba Na:

„Das Rong-Haus ist die Seele des Dorfes und der Treffpunkt der Dorfbewohner. Wenn im Dorf etwas passiert, dann ruft der Dorfälteste vom Rong-Haus aus die Bewohner zusammen, um ihnen die Neuigkeiten mitzuteilen. Im Rong-Haus finden auch Wettbewerbe für die Jugendlichen im Dorf statt.“

Aus verschiedenen Gründen gab es zwischen 1990 und 2000 in Kon Tum nur wenige Rong-Häuser. Bei der Umsetzung des Beschlusses zur Neugestaltung ländlicher Räume hat die Provinzverwaltung die Rong-Häuser restaurieren lassen. A Huya, ein Bewohner im Dorf Plei Don in Kon Tum sagte, es brauche Dutzende Kubikmeter Holz und tausende Arbeitseinheiten, um ein Rong-Haus zu bauen, das zwölf bis 18 Meter hoch und etwa 60 Quadratmeter groß ist. Da die Wälder schrumpfen, gestaltet sich die Beschaffung von Holz mitunter mühsam.

„Es ist schwierig, Holz zu sammeln. Es gibt immer weniger große Bäume im Wald. Wir müssen 40 bis 50 Kilometer fahren, um einen Wald zu erreichen. Wir übernachten im Wald, oft fünf oder sechs Nächte, um genügend Bäume abzuholzen. Meist sind die Orte für Fahrzeuge unzugänglich und wir müssen die Bäume über längere Strecken ziehen, um sie verladen zu können.“

Trotz dieser Schwierigkeiten unterstützen die Bewohner die Entscheidung, die Rong-Häuser zu restaurieren. Sie wollen sich selbst an den Bauarbeiten beteiligen. Im Jahr 2000 gab es in der gesamten Provinz nur 265 Rong-Häuser. Inzwischen hat sich diese Anzahl fast verdoppelt. Die Restaurierung wird von den Dörfern selbst durchgeführt. Dazu Bui Thi Thanh Van, Direktorin der Kulturbehörde in Kon Tum:

„Der Bau und die Restaurierung der Rong-Häuser in Kon Tum sind am besten in den Tay Nguyen Provinzen. Denn sie werden von den Bewohnern finanziert und selbst durchgeführt. Ein Rong-Haus kostet umgerechnet 2000 bis 14.000 Euro. Insgesamt betragen die Kosten für Bau und Restaurierung aller Rong-Häuser bis zu 1,5 Millionen Euro.“

Mit den bisherigen Erfolgen beim Bau der Rong-Häuser versucht die Provinz Kon Tum derzeit, die Bevölkerung für die Neugestaltung der ländlichen Gebiete zu begeistern. Bisher ist das jedoch problematisch, da die Lebensbedingungen der Bevölkerung schwierig sind. Ein weiterer Grund sei, dass sie noch nicht in jedem konkreten Projekt die spezifischen Kultureigenschaften sehe, so Tran Vinh, Vizedirektor der Informationsbehörde in Kon Tum:

„Wir sollten die kulturellen Besonderheiten einer Volksgruppe in das jeweilige Projekt einbringen, damit die Bewohner dieses unterstützen. Wenn neben den sozialen Werten die kulturellen Eigenschaften vergessen werden, sind die Bewohner nicht zu aktivieren. Aus dem Modell des Rong-Hauses sollten wir Methoden entwickeln, um andere soziale Einrichtungen zu bauen. Diese Einrichtungen müssen kulturellen Eigenschaften beinhalten.“

Mit dem Modell zum Bau der Rong-Häuser hoffen die Behörden in Kon Tum, die Bevölkerung zum Aufbau moderner ländlicher Gebiete mobilisieren zu können.

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