Chancen für vietnamesische Landwirtschaftsprodukte auf Warenbörse

(VOVWORLD) - Am 1. Juni 2018 tritt das Dekret Nummer 51 der Regierung in Kraft. Das Dekret ist die Ergänzung für ein Dekret von 2006, das über den Handel durch die Warenbörse im Handelsgesetz konkretisiert. Das neue Dekret erleichtert Tätigkeiten der Warenbörse, vor allem beim Verkauf von Waren ins Ausland. Dies hilft dabei, die Konkurrenzfähigkeit landwirtschaftlicher Produkte Vietnams zu erhöhen.
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Pfeffer ist eines der starken landwirtschaftlichen Exportprodukte Vietnams. (Foto: daknong.gov.vn)

Vietnam exportiert viele Landwirtschaftsprodukte ins Ausland, vor allem Kaffee, Pfeffer, Cashewnüsse und Kautschuk. Bisher werden die Exportpreise von ausländischen Unternehmen bestimmt. Die Kriterien dieser Produkte werden auch von ausländischen Unternehmen bestimmt. Falls vietnamesische Unternehmen diese Kriterien und internationale Technikbarrieren einhalten, werden die Preise ihre Produkte beim Verkauf erhalten und nach Regeln des Marktes gehandelt. Dazu Nguyen Duc Dung, Vizegeneraldirektor der vietnamesischen Warenbörse:

„Wir arbeiten mit Logistik-Firmen und Lager zusammen, damit Unternehmen, die zu uns kommen, keine Transport- und Qualitätskontrolle-Kräfte suchen müssen. Unsere Warenbörse bietet ihnen diese Dienstleistungen an. So ist es günstiger für Unternehmen und ihre Risiken werden auch so reduziert.“

Der Preis für vietnamesischen Pfeffer ist derzeit zu niedrig. Aber man kann die Preise nicht kontrollieren und hat keinen Vergleichspreis der Welt. Deshalb müssen Bauern zu niedrigen Preisen verkaufen. Währenddessen sind die Pfeffer-Preise in Indien und Brasilien noch akzeptabel, dank der Pfeffer-Börse. Dazu die Vizevorsitzende des vietnamesischen Pfeffer-Verbands Nguyen Mai Oanh:

„Wir haben mit dem indischen Pfeffer-Verband über eine Zusammenarbeit gesprochen. Wir wollen auf einer Börse zusammenarbeiten. So können wir Pfeffer-Preise auf dem Markt stabilisieren. Indien will auch in Vietnam investieren und sich an der Pfeffer-Börse beteiligen.“

Für Kaffee hat das Handelsministerium früher das Pilotprojekt eines Kaffee-Transaktionszentrums in Buon Me Thuot geführt. Aber dieses Zentrum musste nach ein paar Jahren schließen. Ausländische Unternehmen kamen und kauften Kaffee zu ihren Kriterien und niedrigen Preisen. Danach verarbeiteten sie ihn noch mal und verkauften mit höheren Preisen. Vietnamesische Unternehmen und Kaffeebauern wünschen sich, dass die Warenbörse im Inland mit denen im Ausland verbunden wird und alle Informationen transparent gestaltet werden, damit die Preise nicht zu unterschiedlich sind. Dazu Nguyen Huu Thang, der Direktor der Pfeffer-Genossenschaft Xuan Loc in der südvietnamesischen Provinz Dong Nai:

„Die Bauern und ich wissen nicht, welche Kriterien unser Pfeffer erfüllen muss, um an die Börse gehen zu können. Wir wünschen uns, dass die Behörden und Experten uns helfen, jene Kriterien zu erreichen, damit unser Pfeffer bald an die Börse gehen kann.“

Auch Unternehmen, die mit Landwirtschaftsprodukten handeln, haben wenig Erfahrung in diesem Bereich und brauchen Hinweise und Hilfe von den Behörden beim Börsengang. Dazu Trinh Duc Minh, der Vorsitzende des Kaffee-Verbands der Hochlandprovinz Dak Lak:

„Unternehmen, Banken und Logistik-Firmen müssen zusammenarbeiten. Auch Warenbörsen im Inland müssen kooperieren. Wir sollten das bei einigen Warensorten als Pilotprojekt versuchen.“

Es ist nicht einfach, vietnamesische Landwirtschaftsprodukte an ausländische Warenbörsen zu bringen. Aber wenn Bauern, Unternehmen und Behörden sich gemeinsam bemühen und strickte Regeln des Marktes befolgen, werden wir erfolgreich sein.

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