Die Lederschuh-Branche investiert verstärkt im Binnenmarkt

(VOVworld) - Vietnam zählt zu den fünf größten Exporteuren weltweit im Lederschuhbereich. Die meisten Materialien, die zur Herstellung von Schuhen benötigt werden, musste das Land aber bisher importieren. Um die Abhängigkeit vom Ausland zu mindern, will sich die vietnamesische Lederschuh-Branche nun eigene Materialquellen schaffen.

Die Lederschuh-Branche investiert verstärkt im Binnenmarkt - ảnh 1
Die Lederschuh-Branche Vietnams investiert verstärkt im Binnenmarkt.

2012 wird Vietnam voraussichtlich Lederschuhe im Wert von etwa sieben Milliarden US-Dollar exportieren. Wirtschaftsexperten bezeichnen den Export allerdings als nicht nachhaltig, da die vietnamesische Lederschuhbranche sehr vom Materialimport abhängig ist. Bisher können die Lederschuhhersteller nur einfache Materialien im Land besorgen, wie beispielsweise Schuhsohlen oder Nahtmaterial. Wichtige Materialien, wie zum Beispiel Kunst- oder Naturleder mussten fast komplett importiert werden. Dies beeinträchtigt die Konkurrenzfähigkeit von vietnamesischen Lederschuhen. Um dieses Problem zu lösen, wurden die Lederschuhhersteller aufgerufen, sich stärker für die Einrichtung eines Unternehmensystems einzusetzen, das für die Materialversorgung zuständig sind. Dazu Nguyen Thi Tong, die Sekretärin des vietnamesischen Lederschuhverbands:

“Dieses System besteht aus Lieferanten im Im- und Ausland. Die großen Lederschuhhersteller könnten zusammenarbeiten, um Fabriken zu gründen, die sich auf die Versorgung mit Ausgangsmaterialien für die Schuhherstellung spezialisieren. Auch eine Kooperation mit Unternehmen, die ursprünglich Materialien für Schuhe herstellten, sei denkbar.”

Ein Materialversorgungsystem zu errichten, wird vor allem in der Strategie zur Entwicklung der vietnamesischen Lederschuhbranche bis 2020 betont. Das sei eine wichtige Aufgabe der Branche in den kommenden Jahren, hieß es in dem Papier. Dass der Anteil der im Inland hergestellten Materialien erhöht wird, hilft den Lederschuhhersteller nicht nur dabei, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Die Schuhhersteller können dadurch auch von den Freihandelsabkommen profitieren, die Vietnam bisher mit acht Länder unterzeichnet hat. Diese Abkommen bieten den Unternehmen günstigere Ex- und Importzölle an. Die Unternehmen müssen aber zunächst die Standards erreichen, die in den Abkommen bestimmt werden. Einer davon ist der genaue Herkunftsnachweis der Ausgangsmaterialien der Produkte. Die Unternehmen müssen nachweisen, dass ihre Produkte mit sicheren Materialien hergestellt werden. Die Unternehmen könnten nur dies kontrollieren, wenn sie sich selbst mit Produktionsmaterialien versorgen, so Nguyen Thi Tong weiter:

“Um ihre Position auf dem Markt stärken zu können, müssen die Unternehmen internationale Standards erfüllen. Es geht dabei um die umweltfreundliche Produktion sowie um  die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen. Die Unternehmen sollten mit den Standards vertraut sein, wenn sie ihre Absatzmärkte ausweiten wollen.”

Vietnam verhandelt derzeit mit der Europäischen Union über ein Freihandelsabkommen. Die EU ist einer der größten Exportmärkte für vietnamesische Lederschuhe. Die vietnamesischen Lederschuhhersteller sollten sich deshalb verstärkt auf die Errichtung eines Materialversorgungsystems konzentrieren. Ansonsten würden sie die Chance verpassen, falls ein Freihandelsabkommen zwischen Vietnam und der EU unterzeichnet werden würde, sagte Trieu Dinh Dung, Vertreter des vietnamesischen Handelsministeriums:

“Die vietnamesischen Unternehmen haben die Chancen wahrgenommen, die die bisher unterzeichneten Freihandelsabkommen gebracht haben. Fast die Hälfte der in Vietnam produzierten Lederschuhe wird derzeit in die EU exportiert. Vor allem die Lederschuhhersteller werden deshalb vom Freihandelsabkommen zwischen Vietnam und der europäischen Union profitieren. Wichtig ist jedoch, dass sie die Standards des EU-Markts einhalten können.”

Feedback

Mehr zum Thema
Weiteres