Erfolge und Herausforderungen Vietnams fünf Jahre nach dem WTO-Beitritt

(VOVworld) - Fünf Jahre nach dem Beitritt in die Welthandelsorganisation WTO kann Vietnam derzeit Produkte in 149 Mitgliedsländer exportieren. Allerdings gibt es noch zahlreiche Herausforderungen. Auf der jüngster Konferenz zum WTO-Beitritt Vietnams in Hanoi rieten Experten, Vietnam solle seine Wirtschaft intensiver und massiver ändern, um sich besser und tiefer in die Weltwirtschaft eingliedern zu können.

 

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Ehemaliger Handelsminister Truong Dinh Tuyen bei den Verhandlungen.

Der ehemalige Vize-Handelsminister Luong Van Tu war Chefunterhändler für die Verhandlungen zum WTO-Beitritt Vietnams. Er sagt, der Beitritt bringe Vietnam ein neues Gesetzsystem, das der Marktwirtschaft diene. Die Denkweise der Bevölkerung sowie der Unternehmen werde völlig verändert. Nicht nur der Binnenmarkt, sondern auch der Weltmarkt spielt jetzt eine Rolle. Fünf Jahre nach dem WTO-Beitritt sei unser Handelsvolummen auf 98 Prozent gestiegen. Allein im vergangenen Jahr erreichte das Handelsvolumen fast 97 Milliarden US-Dollar. Der Einzelhandel, Supermärkte und Handelszentren hätten die Verbrauchergewohnheiten der Vietnamesen verändert, sagt Tu:

“Vor dem WTO-Beitritt belief sich das Durchschnittseinkommen Vietnams auf nur 400 US-Dollar pro Kopf pro Jahr. Kurz nach dem Beitritt war diese Zahl auf 1000 US-Dollar gestiegen. Heute beträgt es 1200 US Dollar. Das ist nicht nur der Marktöffnung, sondern auch den Anstrengungen der Bevölkerung und der Unternehmen zu verdanken. Als unsere Verhandlungen zum Eintritt in die WTO beendet waren, sind die ausländischen Investitionen massiv gestiegen und zwar auf 60 Milliarden US-Dollar.”

Experten warnen jedoch, dass Vietnam wegen der hohen Konkurrenz noch vor zahlreichen Herausforderungen stehe. Außerdem müsse Vietnam schrittweise den Markt für ausländische Unternehmen öffnen. Der ehemalige Vize-Handelsminister Luong Van Tu sagt, vietnamesische Unternehmen könnten die Vorteile im Binnenmarkt noch nicht voll nutzen. Wirtschaftsexpertin Pham Chi Lan sagt, vietnamesische Unternehmen sollten bei der Fortbildung der Mitarbeiter und beim Ausbau der Infrastruktur stärker unterstützt werden, damit die Wettbewerbsfähigkeit verbessert wird. Dies sei eine Lektion für Verhandlungen anderer Handelsabkommen, vor allem für die kommenden Verhandlungen für das transpazifische Handelsabkommen.

Auf der Konferenz würdigte die Generalsekrektärin des vietnamesischen Einzelhänlder-Verbands Dinh Thi My Loan den Durchbruch des Einzelhandels fünf Jahre nach dem WTO-Beitritt. Vietnamesische Einzelhändler seien aktiv und ihre Wettbewerbsfähigkeit habe sich verbessert. Vor sieben Jahren lag der Anteil des Einzelhandels bei 13 Prozent des gesamten Bruttoinlandsproduktes.  Im Jahr 2010 sei diese Zahl auf fast 15 Prozent gestiegen. Mit fast 640 Supermärkten und 100 Einkaufzentren entwickelt sich Grosßhandel heute in Vietnam rasant. Loan sagte allerdings, der Einzelhandel in Vietnam sei noch eingeschränkt.  Die Einzelhandelsunternehmen seien noch nicht professionel und hätten weder langfristige Strategien, noch langfristige Finanzpläne.

“Wir müssen unsere Professionalität verbessern, um die Forderungen und Änderungen des Einzelhandels in Vietnam sowie in der Welt erfüllen zu können. Wir müssen viel lernen, um die Nachfrage der Verbraucher zu decken. Der Stil beim Einzelhandel ist sehr wichtig.”

 

Eine große Aufgabe für Vietnam fünf Jahre nach dem WTO-Beitritt sei es, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und der Produkte zu verbessern, sagen Experten. Die Fortbildung der Arbeiter sei außerdem ein wichtiger Faktor für eine tiefere Integration in die Weltwirtschaft.

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