Gipfeltreffen der Afrikanischen Union und die herausfordernden Aufgaben

(VOVWORLD) - Mit dem Thema „Die Waffen zum Schweigen bringen“ hat sich das 33. Gipfeltreffen der Afrikanischen Union (AU), die am 9. Februar im äthiopischen Addis Abeba eröffnet wurde, zum Ziel gesetzt, Maßnahmen zu ergreifen, um eine Reihe von brennenden Konfliktpunkten sowie die wichtigen Probleme des Kontinenten zu lösen. Die historische Tatsache und die aktuelle Situation zeigen allerdings, dass die Union derzeit vor ernsthaften Herausforderungen steht. Die Erfolgswahrscheinlichkeit ist begrenzt. 
Gipfeltreffen der Afrikanischen Union und die herausfordernden Aufgaben - ảnh 1 In der ersten Reihe, von links nach rechts: Vorsitzender der AU-Kommission, Moussa Faki, Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi und UN-Generalsekretär Antonio Guterres beim AU-Gipfeltreffen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba am 9. Februar. (Foto: AFP/VNA)

Das Thema “Die Waffen zum Schweigen bringen” ist von Verpflichtungen der afrikanischer Staats- und Regierungschefs über den Stopp der bewaffneten Konflikte und der Rückkehr des Völkermords in diesem Kontinenten inspiriert. Es spiegelt zugleich die ernsthafte Situation der derzeitigen bewaffneten Konflikte in Afrika wider. In seiner Rede nach der Amtseinführung des AU-Vorsitzenden nannte der südafrikanische Präsident, Ciryl Ramaphosa, die Priorität der Union im Jahr 2020, darunter die Verstärkung der regionalen Solidarität, die Förderung der nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung und die Verbesserung der Rolle Afrikas auf der Weltbühne. Der neue AU-Vorsitzende verpflichtete sich, sich stärker für den Stopp der Konflikte in Libyen, in der Sahelzone sowie im Westsahara einzusetzen. Analytikern zufolge stehen die Missionen der AU derzeit allerdings vor großen Herausforderungen.

Stopp der Konflikte: Unmögliche Mission

In einer Erklärung zum 50. Gründungstag der Afrikanischen Union im Jahr 2013 verpflichteten sich die AU-Leiter dazu, alle Konflikte in Afrika im Jahr 2020 zu stoppen. In den vergangenen sieben Jahren wurden allerdings die Konflikte teilweise im Sudan und in der zentralafrikanischen Republik verhindert. Die Gewalttätigkeiten und bewaffneten Konflikte wiederholten sich sogar ernsthafter in Libyen, im Südsudan sowie in Mosambik. Beim laufenden Gipfeltreffen haben viele Beobachter offen geschlussfolgert, dass die AU ihre Verpflichtungen im Jahr 2013 nicht erfüllt habe. Gegenwärtig sind in Afrika über 20 bewaffnete Konflikte mit unterschiedlichen Maßstäben zu beobachten. Diese Zahl ist dreimal höher als im Jahr 2005.

Daneben ist die begrenzte Ressource ein großes Hindernis dieses ärmsten Kontinenten des Planeten bei der Verhinderung der Konflikte und Stabilisierung der Sicherheitslage. Darüberhinaus ist die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft für Afrika aus verschiedenen Gründen nicht stark genug, um die Lage zu verbessern.

Angesichts dieser Tatsache wird die Mission zur Verhinderung und zum Stopp der Konflikte in Afrika immer noch als unmögliche Aufgabe der AU in naher Zukunft angesehen.

Herausforderungen in der Entwicklung

Infolge der politischen Instabilität und der bewaffneten Konflikte ist auch die Entwicklung Afrikas gerade mit vielen Schwierigkeiten und Herausforderungen konfrontiert. Tatsächlich muss Afrika seit Jahrzehnten die meisten Produktionsmaterialien, Industriemaschinen und Transportmittel importieren. Währenddessen sind drei Viertel der afrikanischen Exportmenge Rohrstoff. Diese Handelsstruktur zeigt, wo sich die wirtschaftliche Position Afrikas auf der Weltwirtschaftskarte befindet. Die Beschränkungen in Bezug auf die Politik und die Korruption beeinträchtigen auch die Entwicklung Afrikas. UN-Generalsekretär Antonio Guterres sagte offen in der Eröffnungszeremonie des AU-Gipfeltreffens, die Korruption sei die wichtigste Ursache für die Erschöpfung der Entwicklungsressourcen dieser Region.

In der aktuellen Situation ist die Mission des 33. AU-Gipfeltreffens, den Analytikern zufolge, sehr schwer, egal was die Wirtschaftsentwicklung, die politische Reform oder der Stopp der bewaffneten Konflikte angeht.

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