Vietnam und goldene Chance zum Ausnutzen des Freihandelsabkommens EVFTA

(VOVWORLD) - Auf der jüngsten Parlamentssitzung hat das vietnamesische Parlament die Ratifizierung des Freihandelsabkommens zwischen Vietnam und der EU (EVFTA) und den Beschluss über die Ratifizierung des Investitionsschutzabkommens zwischen Vietnam und der EU (EVIPA) gebilligt. Dies gilt als goldene Chance für Vietnam, Vorteile der EVFTA auszunutzen sowie ausländische Direktinvestitionen (FDI) von europäischen Unternehmen anzuziehen. 
Vietnam und goldene Chance zum Ausnutzen des Freihandelsabkommens EVFTA - ảnh 1 Der Dialog mit europäischen Unternehmen in Vietnam. (Foto: chinhphu.vn)

Die Ausbreitung der Covid-19-Epidemie hat die sozioökonomische Lage der Welt und Vietnams beeinträchtigt. Mit dem Engagement des politischen Systems und der Solidarität der vietnamesischen Bevölkerung hat Vietnam die Epidemie grundsätzlich kontrolliert. Das Land tritt in eine neue Normalität ein. Vietnam ist entschlossen, das duale Ziel – die Epidemie-Bekämpfung und die Wirtschaftserholung zu erreichen.

Dass das vietnamesische Parlament die Ratifizierung von EVFTA und EVIPA verabschiedet hat, zeigt die Mühe Vietnams zur Verwaltungsreform und zur Schaffung des offenen Investitionsumfelds für Unternehmen.

In seiner Rede beim Dialog mit europäischen Unternehmen in Vietnam Ende Juni in Hanoi erklärte der Präsident von EuroCham Nicolas Audier, während andere Wirtschaften in der Welt derzeit die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie begegnen müssten, habe Vietnam eine goldene Chance zum Nutzen von EVFTA und zur Anziehung des FDI-Kapitals aus der EU bekommen. Dazu Nicolas Audier:

“EVFTA wird uns dabei helfen, den Handels- und Investitionsaustausch voranzutreiben. Damit sich globale Handels- und Investitionsformen weiterhin entwickeln können, sollten wir die Unterstützung für in- und ausländische Unternehmen vorantreiben. Das ist ein wichtiger Impuls zur Förderung der vietnamesischen Wirtschaft.”

Der Vorsitzende des Beratungsrates für Reform der Verwaltungsformalitäten des Premierministers, Mai Tien Dung erklärte, dass die Regierung seit Anfang dieses Jahres weitere 239 Geschäftsbedingungen abgeschafft habe. Künftig werden die E-Zoll-Verfahren entsprechend der internationalen Standards gefördert. Außerdem erließ die Regierung eine Verordnung zur Abschaffung einiger Regelungen bezüglich der Geschäftsaktivitäten im Zeitraum von 2020 bis 2025.  Mai Tien Dung betonte, durch die Umsetzung des EVFTA und die Vereinfachung der Verwaltungsformalitäten könnten Unternehmen aus der EU und aus anderen Ländern erkennen, dass Vietnam ein nachhaltiges Investitionsumfeld habe.

“Im Zeitraum von 2020 bis 2025 wird Vietnam weitere 20 Prozent der Regelungen und 20 Prozent der Kosten für Unternehmen abschaffen. Bislang wurden 58 von insgesamt 63 Städten und Provinzen Vietnams als öffentliche Verwaltungszentren gegründet. Insbesondere wurden 725 Dienstleistungen auf dem nationalen Portal für öffentliche Dienstleistungen hochgeladen.”

Der ehemalige Leiter des Zentralinstituts für Wirtschaftsforschung und -verwaltung, Wirtschaftsexperte Nguyen Dinh Cung ist der Meinung, dass Vietnam EVFTA erwarte. Dieses Abkommen zeige den konsequenten Standpunkt Vietnams, dass das Land die Integration fördere und seine Wirtschaft weiterhin öffne. Die Anziehung ausländischer Investitionen werde zur Umstrukturierung des Marktes und der Produktion Vietnams beitragen.

“Nach der Ausbreitung der Covid-19-Pandemie wollen Investoren, darunter EU-Investoren ihre Fabriken aus China verlegen, um Risiken wegen der Abhängigkeit von einem Markt zu vermeiden. Das ist eine Chance für Vietnam, Investitionen aus der EU zu empfangen.”
Dass EVFTA und EVIPA ab August in Kraft treten werden, wird stabile und langfristige Kooperationsrahmen schaffen. Damit kann die Zusammenarbeit in Wirtschaft, Handel und Investition zwischen Vietnam und der EU der umfassenden Partnerschaft zwischen beiden Seiten entsprechen. 

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