Die einzigartige Ba-Mu-Gebetszeremonie der Volksgruppe Dao do

(VOVWORLD) - Die Ba-Mu-Gebetszeremonie für Kinder ist ein unentbehrliches Ritual der Volksgruppe der Dao do, oder der Roten Dao, in der nordvietnamesischen Provinz Lao Cai. Ziel des Gebets ist es, die Dankbarkeit gegenüber Ba Mu zu zeigen, die sich immer um die Kinder kümmern. 
Die einzigartige Ba-Mu-Gebetszeremonie der Volksgruppe Dao do - ảnh 1 Das Die Ba-Mu-Gebetszeremonie für Kinder der Roten Dao. (Foto: VOV)

“Ba Mu” ist der gemeinsame Name von zwölf Feen, die sich um das Kind als Baby im Mutterleib bis zu dessen Geburt gekümmert haben. Mitglieder der Volksgruppe der

Dao do sind der Auffassung, ob das Kind gesund oder intelligent ist, hängt stark von der Pflege von Ba Mu ab. Die Ba-Mu-Gebetszeremonie wird deshalb veranstaltet, um die Dankbarkeit gegenüber Ba Mu zu zeigen und ihr Glückwünsche zu überbringen.

Laut Volksüberzeugung ist jeder Mensch eine Blume auf einem alten Baum, die von Ba Mu verwaltet und gepflegt wird. Die Position der Blume wird basierend auf dem Geburtsdatum jedes Menschen festgelegt. Die Position in der Mitte des Baums ist am besten. Die Position an der Spitze des Baums wird dagegen leicht von äußeren Faktoren beeinträchtigt. Dies führt dazu, dass das Kind oft krank ist. Man organisiert deshalb die Gebetszeremonie, um Ba Mu darum zu bitten, sich um das Kind zu kümmern. Opfergaben sind normalerweise ein Huhn, eine Flasche Schnaps, eine Schüssel Reis und ein Hühnerei mit einem weißen Ring für den Jungen und einem roten Ring für das Mädchen. 

Der Tag, an dem die Gebetszeremonie stattfindet, wird sorgfältig gewählt. Er muss mit dem Alter des Babys sowie mit der Person, die das Gebet veranstaltet, verbunden sein. Ein Schamane wird zum Gebet eingeladen. Dazu Schamane Tan Sai Hieng im Dorf Tung Qua des Kreises Bat Xat der Provinz Lao Cai:

“Ein Kind wird von Ba Mu gepflegt, bis es 16 Jahre alt ist. Die Eltern dürfen ihre Kinder nicht beschimpfen und erschrecken. Wenn sie ihre Kinder nicht gut pflegen, wird Ba Mu das Kind einer anderen Familie geben. Aus dieser Auffassung heraus respektieren die Familien Ba Mu. Sie organisieren oft Ba-Mu-Gebetszeremonien, wenn ihre Kinder nicht gesund sind.”

Wenn die Opfergaben dargebracht werden, wird der Vater des Kindes ein Lied singen, das ungefähr so lautet: Wir haben ein kleines Kind. Wir wollen durch dieses Gebiet unsere Vorfahren darüber informieren. Opfergaben sind Räucherstäbchen, Blumen, Hühnerfleisch und Klebreis. Wir laden Ba Mu zum Besuch ein, um unser Baby zu erziehen.

Am Tag, an dem die Gebetszeremonie stattfindet, werden Fremde nicht empfangen. Drei Tage später werden die Schüssel Reis und das Hühnerei für das Kind gekocht. Die anderen dürfen nicht mitessen.

Die Ba-Mu-Gebetszeremonie wird während der Entwicklungsphase der Kinder aufrechterhalten. Der Junge im Alter von zwölf Jahren und das Mädchen im Alter von 16 Jahren werden ein Ritual erleben, das den Übergang von der Kindheit zum Erwachsensein markiert. Dann ist die Ba-Mu-Gebetszeremonie für sie nicht mehr notwendig. Frau Ly Ta May im Dorf Tung Qua der Gemeinde A Mu Sung sagt:

“Die Gebetzeremonie ist einfach, wird aber sorgfältig organisiert. Sie wird jährlich von ein und demselben Schamanen durchgeführt, bis das Kind ein Erwachsener ist. Man betet um die Gesundheit und die Intelligenz für das Kind. Wenn die Zeremonie nicht gewissenhaft vorbereitet wird, glaubt man, dass es Folgen hat.”

Neben der Ba-Mu-Gebetszeremonie bewahren Mitglieder der Volksgruppe Dao do noch mehrere gute Sitten und Bräuche für die Kinder, wie beispielsweise das Cap-sac-Fest. Alles sind einzigartige traditionelle Rituale, die aufbewahrt und weiter geleitet werden sollen.

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