Das Giong-Fest im Dorf Phu Dong

(VOVworld) - Der Heillige Giong war einer der vier unsterblichen Götter in der traditionellen Auffassung der Vietnamesen. Der Legende nach wurde Giong dank seiner Vernichtung chinesicher Invasoren von dem sechsten Hung-König Phu Dong Thien Vuong genannt, auf Deutsch Himmelskönig vom Dorf Phu Dong. Heutzutage verehren ihn nicht nur die Bewohner in Phu Dong, sondern auch Bewohner in anderen vietnamesischen Orten. Das Giong-Fest in Phu Dong ist ein einzigartiges Fest in Vietnam. Es stellt sowohl den Kampfgeist der damaligen Vietnamesen gegen die Invasoren dar, sondern auch den Wunsch des vietnamesischen Volkes nach Frieden und Wohlstand. 


Das Giong-Fest im Dorf Phu Dong - ảnh 1


Das Giong-Fest im Dorf Phu Dong ist eines der größten Volksfeste in Nordvietnam. Das Fest findet jährlich vom 6. bis zum 12. des vierten Monats nach dem Mondkalender statt. Dieses Jahr fand das Fest vom 26. April bis zum 2. Mai statt. Dabei werden Fahnenzüge und Sänftenumzüge veranstaltet. Der vierte Festtag ist der wichtigste Festtag. Der Legende zufolge war es der Siegestag. An diesem Tag wird ein Theaterstück aufgeführt, in dem die Schlacht gegen die chinesische Invasoren dargestellt wird. Daran nehmen hunderte von Bewohnern teil. 

Am Fest beteiligen sich die Bewohner aus fünf Dörfern. Denn alle Dörfer haben etwas mit der Giong-Legende zu tun. Das Dorf Phu Duc war der Geburtsort von Giong. Im Dorf Phu Dong warb Giong damals Soldaten an. Dong Vien war das Heimatdorf von Giongs Mutter. Im Dorf Dong Xuyen hielt Giongs Mutter sich damals auf und auch das Dorf Hoi Xa, dessen Kinder damals Giong nachgingen, um gegen die Invasoren zu kämpfen.

Durch dieses Theaterstück kann man den Patriotismus, die traditionelle Kampfkunst, und die Wünsche des vietnamesischen Volks nach Unabhängigkeit und Freiheit verstehen. Dazu der Dorfälteste Phan Xuan Chinh:

”Wir sind stolz auf dieses Kulturerbe. Die Bewohner vor Ort respektieren die Verdienste des Heilligen Giong, deshalb interessieren sie sich für dieses Fest. Manchmal wird die Beteiligung am Fest durch das Los ermittelt.”

Jedes Jahr beteiligen sich tausende von Bewohnern am Fest. Das Dorf Phu Dong empfängt jährlich zum Fest zehn tausende Besucher. Nachdem die UN-Organisation für Kultur, Erziehung und Wissenschaft Unesco 2010 das Giong Fest als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt hat, steigt die Zahl der Besucher stark. Deswegen wird die Schauspieler-Auswahl sorgfältig veranstaltet. Dazu der Dorfälteste Chinh:

“Die gut aussehenden und starken Männer im Alter von 18 bis 50 Jahren spielen Figuren von Soldaten und Bediensteten. Hübsche Mädchen im Alter von 10 bis 13 spielen Figuren von weiblichen Generälen.”


Das Giong-Fest im Dorf Phu Dong - ảnh 2


Der Mann, der als General ausgewählt wird, wird von den Dorfbewohnern respektiert und zum General bis zu seinem Tod ernannt. Die Gruppe der Bediensteten, die aus hunderten von Mitgliedern besteht, muss innerhalb von zwei Wochen ihre Figuren üben. Kosten für Kostüme und Requisiten muss jedes Mitglied übernehmen. Trotzdem sind sie stolz darauf. Die Bewohner Ngo Van Nhip freut sich darüber, sich in vergangenen Jahren am Fest beteiligt zu haben:

“Jedes Jahr habe ich mich am Fest beteiligt. Ich spiele eine Soldaten-Figur. Früher beteiligte sich mein Vater auch am Fest. Ich beteilige mich am Fest, um für Glück für alle Familienmitglieder, sowie für gutes Wetter und Wohlstand für das Land zu beten.”

Die Einzigartigkeit des Giong-Fests ist, dass sich die Bewohner vor Ort für die Inhalte dieses Fests entscheiden. Die Kreativität der Bewohner ist die Attraktion des Giong-Fests. Auch der Zusammenhalt der Bewohner vor Ort wird durch die Darstellung der Schlacht von Giong gegen die chinesischen Invasoren entfaltet.

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