Verehrung der Hung-Könige: das einzigartige Ritual der Vietnamesen

(VOVworld) - Es gibt vielleicht nirgendwo in der Welt eine Nation, deren Bevölkerung eine gemeinsame Gedenkfeier zum Todestag ihrer Vorfahren pflegt. Das gibt es nur in Vietnam. Die Vietnamesen errichteten sogar eine nationale Gedenkstätte, um ihre Vorfahren zu ehren und dort jährlich ein Fest zu veranstalten. Gemeint hier ist die Gedenkstätte der Hung-Könige. Die Hung-Könige gelten als die Vorfahren des vietnamesischen Volkes. Jedes Jahr findet am zehnten Tag des dritten Monats nach dem Mondkalender zum Todestag der Hung-Könige eine feierliche Veranstaltung statt. 2008 erklärte der Staat die Feier zum Nationalfest. Vietnam bereitet derzeit Unterlagen vor, um die UN-Kulturorganisation UNESCO zu bitten, das Fest zum Todestag der Hung-Könige als das immaterielle Kulturerbe der Menschheit anzuerkennen. 




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Zum Todestag der Hung-Könige ist der Hung-Tempel gut besucht.




Alle Vietnamesen kennen die Legende über Lac Long Quan und Au Co. Die beiden heirateten und brachten 100 Eier zur Welt. Daraus waren 100 Kinder geschlüpft, die die Vorfahren der vietnamesischen Volksgruppen waren. Einige davon hatten im etwa vierten und fünften Jahrhundert vor der Zeitrechnung den Staat Van Lang gegründet, den ersten Staat in der vietnamesischen Geschichte. Die Gründer wurden gekrönt und nannten sich Hung-Könige. Die Hung-Könige wurden die Vorfahren der Vietnamesen. Dem Archäologen Nguyen Anh Tuan zufolge gibt es historische und archäologische Beweise dafür, dass die Zeit der Hung-Könige wirklich in der Geschichte existierte: 


Die archäologischen Gegenstände und auch Sitten und Bräuche der Bewohner vor Ort zeigen die Existenz eines Staates, den die Hung-Könige gegründet hatten. In der Provinz Phu Tho, der Heimat der Hung-Könige, sind bislang Architektureinrichtungen von damals zu finden. Es gibt außerdem Beweise für die Orte, zu denen die Bauern den Hung-Königen den Reis brachten, oder wo sie ihre Soldaten trainiert hatten.”  


Neben der Gedenkstätte der Hung-Könige in der nordvietnamesischen Provinz Phu Tho haben die Vietnamesen landesweit mehr als 1400 Tempel und Einrichtungen errichtet, um die Hung-Könige zu ehren. Alle Vietnamesen wollen mindestens ein Mal im Leben zum Todestag der Hung-Könige ihre Gedenkstätte in Phu Tho besuchen. Sie wollen dort Räucherstäbchen anzünden, um die Dankbarkeit gegenüber ihren Vorfahren zu äußern. Phu Tho ist auch die Heimat des Xoan-Gesangs, der 2011 von der UNESCO als das immaterielle Kulturerbe der Menschheit anerkannt wurde, die dringend geschützt werden soll. Der Gesang entstand aus einer Zeit der Hung-Könige, sagte der Kulturforscher Nguyen Huu Nhan:


Die traditionelle Kultur in Phu Tho ist von der Kultur der Zeit der Hung-Könige geprägt. Das ist die Kultur der Bauern, die vom Reisanbau leben. In den vergangenen Jahren hat die Provinz Phu Tho versucht, die traditionellen Gesänge wiederzubeleben. Ihnen ist es gelungen, den Xoan-Gesang wieder zu bringen.”  


Das Fest zum Todestag der Hung-Könige ist das größte Fest in Vietnam. Es dauert normalerweise vom fünften bis zum zehnten Tag des dritten Monats nach dem Mondkalender. Dieses Jahr fällt der Hauptfesttag auf den Samstag, den 31. März. Es wird zum Festauftakt einen Umzug geben. Daran werden voraussichtlich Vertreter der diplomatischen Delegationen sowie der UN-Kulturorganisation UNESCO in Vietnam teilnehmen. Im Vorfeld des Festes hat das vietnamesische Kulturministerium der UNESCO Unterlagen vorgelegt, damit die Organisation die Verehrung der Hung-Könige als das immaterielle Kulturerbe der Menschheit anerkennt. Die eingereichten Dokumentationen zeigen die enge Verbindung zwischen der Verehrung der Hung-Könige und dem Xoan-Gesang. Man erhofft sich davon, dass die Anerkennung durch die UNESCO dazu beitragen werde, international für das einzigartige Ritual der Vietnamesen zu werben. Das Fest zum Todestag der Hung-Könige ist der Stolz der Vietnamesen und wird von Generation zu Generation bewahrt.  

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