Neue Perspektive für die Wirtschaftskooperation zwischen Vietnam und Eurasischen Wirtschaftsunion

(VOVworld) – Am 5. Oktober ist das Freihandelsabkommen zwischen Vietnam und der Eurasischen Wirtschaftsunion EAEU offiziell in Kraft getreten. Es verspricht Chancen zur Vertiefung der Handelsbeziehungen zwischen den EAEU-Mitgliedsländern und Vietnam und bietet günstige Bedingungen zur Werbung für Waren und Anlockung von Investitionen. 

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Das Inkrafttreten des Freihandelsabkommens verspricht Chancen zur Vertiefung der Handelsbeziehungen zwischen den EAEU-Mitgliedsländern und Vietnam. (Foto: vnexpress.net)


Das Freihandelsabkommen zwischen Vietnam und der EAEU wurde im Mai im vergangenen Jahr unterzeichnet und ist am 5. Oktober 2016 in Kraft getreten. Laut diesem Abkommen werden 90 Prozent der vietnamesischen Waren Zollsenkungen erhalten oder können zollfrei in die EAEU-Mitgliedsländer exportiert werden. Zur EAEU gehören Russland, Weißrussland, Kasachstan, Armenien und Kirgistan. Im ersten Jahr nach dem Inkrafttreten des Freihandelsabkommens können regionale Exporteure rund 40 Millionen US-Dollar einsparen. Der Vertreter des Industrie- und Handelsministeriums Dang Hoang Hai sagt, Vietnam sei der erste Partner, der das Freihandelsabkommen mit der EAEU unterzeichnet habe. Die Chancen für vietnamesische Exportunternehmen seien deswegen groß.

“Das ist ein umfassendes Freihandelsabkommen auf der staatlichen Ebene. Es bietet nicht nur den Zugang für Waren, sondern auch für Investitionen und Service. Das ist das erste Abkommen, dass die EAEU mit einem Land außerhalb der Region unterzeichnet hat. Es ist ebenfalls das erste Freihandelsabkommen, das Vietnam mit einer Wirtschaftsunion unterzeichnet hat. Dieses gewissenhaft vorbereitete Abkommen wird den Beziehungen zwischen Vietnam und der EAEU zu einem Durchbruch verhelfen.”

Derzeit exportieren 900 vietnamesische Unternehmen ihre Produkte in die Mitgliedsländer der EAEU. Die Hauptprodukte sind Fisch, Kaffee, Tee, Reis, Textilien und Schuhe. Der russische Botschafter in Vietnam Konstantin V. Vnukov lobt dieses Freihandelsabkommen.

“Dieses Abkommen fördert nicht nur den Handel, sondern auch die Investitionen und Technologie. Durch das Inkrafttreten des Abkommens wird Vietnam ein privilegierter Zugang zu dem großen und vielversprechenden Markt der fünf EAEU-Mitgliedsländer mit einem Bruttoinlandsprodukt von fast 2200 Milliarden US-Dollar und mehr als 180 Millionen Einwohnern angeboten. Die Eurasische Wirtschaftsunion kann ihre Waren mit Zollprivilegien nach Vietnam exportieren.”

Nach dem Inkrafttreten des Freihandelsabkommens wird prognostiziert, dass das Handelsvolumen auf vier bis zehn Milliarden US-Dollar in den kommenden Jahren steigen wird. Vietnam wird ebenfalls 59 Prozent der Waren aus der EAEU zollfrei importieren. Von weiteren 30 Prozent der Waren werden die Zollsätze stufenweise gesenkt. Der durchschnittliche Importzoll für Waren aus EAEU-Ländern nach Vietnam wird von zehn auf ein Prozent gesenkt. Dazu sagt Dang Hoang Hai.

“Um die Chancen des Freihandelsabkommens wahrzunehmen, sollen beide Seiten Unterstützungsmaßnahmen für Transport, Zölle und Politik ergreifen. Damit kann das Abkommen wirklich effizient für Unternehmen beider Länder sein. Beide Seiten setzten das Ziel, ein Handelsvolumen von bis zu zwölf Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 zu erreichen. Um dieses Ziel zu erfüllen, hofft Vietnam auf eine enge Kooperation und die Unterstützung der Botschaften und Ministerien der EAEU-Mitgliedsländer.”

Durch dieses Abkommen können die vietnamesischen Hersteller Privilegien beim Marktzugang in den EAEU-Ländern erhalten und die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Waren erhöhen. Aber dies bringt ebenfalls Herausforderungen. Sie müssen auf dem Binnenmarkt stark mit den Waren aus den EAEU-Ländern konkurrieren. Dazu sagt der Generalsekretär des vietnamesischen Wirtschaftsverbands Nguyen Quang Thai.

“Um einen Marktzugang effizient nutzen zu können, benötigt man Informationen über die Nachfrage, die Merkmale und die Regeln dieses Marktes. Die Herkunft der Waren ist äußerst wichtig. Wir müssen außerdem die Nachfrage nach Warenqualität und die möglichen technischen Handelsbarrieren analysieren. Der Staat soll die Unternehmen rechtlich unterstützen, wie zum Beispiel durch Zertifikate für Warenherkunft und Markenzeichen.”

Der Markt der EAEU wird als der potenzielle Exportmarkt für vietnamesische Unternehmen bezeichnet. Das Inkrafttreten des Freihandelsabkommens mit der EAEU markiert eine Wende in der Integration Vietnams in die Weltwirtschaft. Um die Vorteile des Abkommens wahrzunehmen, soll jedes Unternehmen einen eigenen Plan und eine Strategie bestimmen, um hochwertige und konkurrenzfähige Waren herstellen zu können. 

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