KPV-Generalsekretär To Lam und Vizepremierminister Bui Thanh Son bei der Teilnahme an der Zeremonie zum 80. Gründungstag der Diplomatiebranche. (Foto: VGP/Hai Minh)
Unabhängigkeit – Frieden – Freundschaft – Entwicklung ist die außenpolitische Leitlinie, die Vietnam seit der Gründung der Demokratischen Republik Vietnam konsequent verfolgt und in jeder historischen Phase weiter entfaltet hat, angepasst an die Anforderungen der jeweiligen Zeit.

Der rote Faden der revolutionären Diplomatie Vietnams

Während die Unabhängigkeitserklärung vom 2. September 1945 den Beginn eines neuen Staates markierte, so gilt die Erklärung zur Außenpolitik, veröffentlicht in der Zeitung „Cuu Quoc“ am 3. Oktober 1945, als die „zweite Unabhängigkeitserklärung“ Vietnams.
In diesem Dokument bekräftigte Präsident Ho Chi Minh den Wunsch, Freundschaft mit den Alliierten zu pflegen sowie die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Frankreich, falls die Franzosen die Souveränität und Unabhängigkeit Vietnams respektieren.

Das war nicht nur Diplomatie, sondern auch der Beginn einer Kunst, das Land durch Friedfertigkeit und Klugheit zu verteidigen. Die Außenpolitik Ho Chi Minhs wurde seit den ersten Tagen der Staatsgründung zur Richtlinie, die alle Erfolge der vietnamesischen Revolution begleitete.
Mit der Regel „das Unveränderliche als Basis, flexibel im Wandel“, mit Prinzipientreue und Friedfertigkeit sowie unter der Fahne der Gerechtigkeit trug die Diplomatie über drei Jahrzehnte hinweg entscheidend zum vollständigen Sieg der vietnamesischen Revolution bei.

Vietnamesische Diplomatie in der neuen Zeit

In der Phase des Aufbaus und der Integration hat die vietnamesische Diplomatie einen tiefgreifenden Wandel durchlaufen, von einer Diplomatie der bloßen Präsenz hin zu einer proaktiven Diplomatie, die sich umfassend in die internationale Gemeinschaft integriert, Frieden gestaltet, Ressourcen für die Entwicklung mobilisiert und die Position Vietnams auf der Weltbühne stärkt.

In den ersten acht Monaten dieses Jahres zeigte sich eine besonders dynamische und entschlossene Phase außenpolitischer Aktivitäten. Über 50 hochrangige Außenaktivitäten wurden durchgeführt, deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum und fast so viele wie im gesamten Jahr 2024. Außenminister Bui Thanh Son betont:
„Die Diplomatie hat sich stets eng an die außenpolitische Linie von Partei und Staat gehalten, ihre Eigenart entfaltet, die weltweiten und regionalen Entwicklungen genau beobachtet, sich flexibel und kreativ in der Strategie gezeigt, und somit geeignete Maßnahmen ergriffen, Chancen genutzt und Herausforderungen entschärft.“

In den vergangenen acht Monaten hat Vietnam seine Beziehungen zu 13 Staaten aufgewertet und über 300 bilaterale und multilaterale Kooperationsabkommen unterzeichnet – doppelt so viele wie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Wirtschaftsdiplomatie trug zu einem Wirtschaftswachstum von 7,52 Prozent bei, dem höchsten Wert seit 15 Jahren.

Vietnam ist außerdem zu einem strategischen Treffpunkt im interkontinentalen Kooperationskorridor geworden – einem Ort, an dem Großmächte sowie mittlere Partner nach Stabilität, Chancen und einer ausgewogenen Stimme in einer polarisierten Welt suchen.

Im neuen Zeitalter wird die vietnamesische Diplomatie weiterhin eine Vorreiterrolle einnehmen. Dazu KPV-Generalsekretär To Lam:
„Wir müssen die Unabhängigkeit und Eigenständigkeit in der Außenpolitik wahren. Die Interessen der Nation stehen über allem. Wir hängen von niemandem ab und lassen uns nicht in fremde internationale Trends hineinziehen. Die Tradition Vietnams lautet: Je mehr Freunde, desto besser, mehr Freunde bedeutet mehr Stärke, ungeachtet von groß oder klein, nah oder fern.“

In den vergangenen 80 Jahren hat Vietnam die Lehren der Diplomatie kontinuierlich bewahrt und kreativ in die neue Zeit übertragen.