Schon früh am Morgen versammeln sich die Bewohner des Dorfes Ky, um die Regengebetszeremonie vorzubereiten. Y Zoang H Dok, ein Dorfbewohner, sagt, dass die älteren Menschen und jungen Männer bereits einige Tage zuvor die Materialien bereitgestellt und eine Ritualhütte gebaut sowie Ritualmodelle angefertigt hätten.
„Alle Dorfbewohner bereiten alles zusammen vor, damit die Zeremonie reibungslos läuft.“
Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen sind, versammeln sich die Dorfbewohner in traditioneller Kleidung vor dem Gemeindehaus. Die Klänge von Gongs und Trommeln hallt wieder, und die Zeremonie beginnt. Die Zeremonie besteht aus zwei Teilen: dem Gebet um Regen und dem Gebet um die Gesundheit für Dorfältesten. Der Schamane führt traditionelle Rituale durch und betet um Regen und eine ertragreiche Ernte.
Der Dorfälteste Y Bang Byă sagte, dass Gebete für die Gesundheit in den Ritualen der Volksgruppe der Ede unverzichtbar seien.
„Es geht bei der heutigen Zeremonie darum, für Regen und für die Gesundheit des Dorfältesten zu beten. Das ist ein Glück für mich. Ich wünsche mir gute Gesundheit, um auch nächstes Jahr dieses Ritual wieder gut durchzuführen.“
Nach dem Gebet werden die Produktionsaktivitäten nachgestellt, vom Reisanbau bis zur Jagd. Das Bild des „Regens“, das während der Zeremonie inszeniert wird, ist ein kraftvoller Ausdruck der Hoffnung auf eine neue Anbausaison mit günstigem Wetter und einer reichen Ernte. Die Zeremonie schloss mit kulturellen Darbietungen, dem Genuss von traditionellem Can-Schnaps und einem gemeinsamen Essen. H Ze Na Bya, eine Dorfbewohnerin, sagt:
„Heute ist ein Tag der Freude. Die Atmosphäre ist lebhaft, erfüllt von Tänzen und den Klängen von Gongs und Trommeln. Im modernen Leben ist es wichtig, die Tradition der Volksgruppe der Ede für zukünftige Generationen zu bewahren.“
Die Regengebetszeremonie beschränkt sich nun nicht mehr nur auf eine spirituelle Zeremonie für die Dorfbewohner, sondern ist zu einem offenen Raum geworden, in dem Einheimische und Touristen das kulturelle Leben der Ede intensiver erleben können. Antonie, ein Tourist aus Frankreich, ist zufällig bei der Regengebetszeremonie im Dorf Ky anwesend. Der Klang der Gongs, die leuchtenden Farben der traditionellen Trachten und die enge Gemeinschaftsatmosphäre bescheren ihm ein einzigartiges Erlebnis.
„Ich finde die Zeremonie wunderschön. Ich habe die Möglichkeit, viele gute Lieder und schöne Tänze zu bewundern. Die Menschen tragen einzigartige Trachten. Ich mag die Zeremonie sehr.“
Seit fast einem Jahrzehnt wird die Regengebetszeremonie im Dorf Ky wiederbelebt und jährlich Ende März oder April abgehalten. Inmitten der Hektik des modernen Lebens erfordert die regelmäßige Durchführung dieses Rituals den Einsatz sowohl der Dorfgemeinschaft als auch der lokalen Behörden. Dazu Nguyen Dinh Tam, Vorsitzender des Volkskomitees des Wohnviertels Thanh Nhat:
„Das Wohnviertel Thanh Nhat verfolgt einen langfristigen Plan, um festliche Aktivitäten und die Rituale in Zukunft miteinander zu verbinden. Wir werden regelmäßig Feste organisieren, um die kulturelle Identität zu fördern und zu bewahren und gleichzeitig den lokalen Tourismus weiterzuentwickeln.“
Mit dem vollen Klang der Gongs und dem warmen Aroma von Can-Schnaps schließt die Regengebetszeremonie im Dorf Ky ab. Sie vermittelt nicht nur die Hoffnung auf günstiges Wetter, sondern erinnert auch an die kulturellen Wurzeln der Volksgruppe der Ede.
