In der Sprache der Cham heißt Ingwerkekse „Ginrong Laya“. Sie haben eine Ingwerform und das Aroma von Ingwer. Für die Angehörigen der Cham ist die Zubereitung von dieser Speise ein Anlass zur Stärkung der Gemeinschaft, besonders beim Kate-Fest.

Da die Ingwerkekse von Hand geformt werden, müssen die Cham dabei geschickt und sorgfältig sein. Neben der traditionellen Form werden die Ingwerkekse heute in anderen Mustern hergestellt, die das Leben der Cham widerspiegeln, wie zum Beispiel: Fisch und Korallen oder Symbole von Glück. Nach dem Formen werden die Ingwerkekse in einer Pfanne mit Öl frittiert. Ein guter Keks zeichne sich durch eine feine und weiße Außenhülle aus, der knusprig ist und eine dezente Süße und einen leichten Duft von Ingwer verströmt, sagt Nguyen Thi San im Dorf Tinh My in der Gemeinde Hong Thai in der Provin Lam Dong:

„Die Zutaten für Ingwerkekse sind Eier, Klebreismehl und Zucker. Für den Geschmack dürfen Ingwer und Vanille im Teig nicht fehlen. Zum traditionellen Neujahrsfest der Cham ist dieser Keks einfach unverzichtbar. Bei diesem Anlass muss man unbedingt Ingwerkekse haben, um sie den Vorfahren als Opfergabe darzubringen.“

Die Ingwerkekse sind mit einer romantischen Legende der Cham verbunden und gelten als Symbol für Treue zwischen Ehemann und Ehefrau. Die Cham glauben, dass die Ingwerkekse bei Hochzeitszeremonien für Treue und Harmonie von Yin und Yang stehen. Für die Cham beinhalten die Ingwerkekse auch die Kulturidentität. Um den Beruf zur Herstellung von Ingwerkeksen zu bewahren, engagieren sich Dang Thi Mai im Dorf Tinh My in der Gemeinde Hong Thai mit anderen geschickten Frauen für die Zubereitung von Ingwerkeksen. Anfangs hat es lediglich einige Bestellungen im Dorf gegeben. Dank der „guten Gerüche“ wurden die Ingwerkekse Tinh My von Kunden in- und außerhalb der Provinz Lam Dong zunehmend bestellt, besonders bei Festen, freut sich Dang Thi Mai:

„Aus einem Kilogramm Mehl werden 40 Kekse frittiert, die umgerechnet 23 US-Dollar kosten. Die Frau, die die Kekse frittiert, erhält etwas mehr. Bei der jüngsten Bestellung von 10 kg beliefen sich die Arbeitskosten auf über 76 US-Dollar. Nach Abzug aller anderen Ausgaben blieb mir ein Gewinn von mehr als 38 US-Dollar. Die Produktion dient hauptsächlich dazu, das traditionelle Handwerk zu bewahren und den Frauen ein zusätzliches Einkommen zu bringen.“

Die Ingwerkekse der Cham im Dorf Tinh My könnten erste Produkte der Gemeinde Hong Thai sein, die potentiell vom Programm „Jede Gemeinde, ein Produkt“ (OCOP) ausgezeichnet werden. Um den Beruf zur Herstellung von Ingwerkeksen zu bewahren, hat der Frauenverband der Gemeinde Hong Thai ein Förderungsmodell mit zehn Mitgliedern gegründet. Dazu die Verbandsvorsitzende Mach Thi Xuan Thuy:

„Durch das Modell begleitet der Frauenverband der Gemeinde Hong Thai die Frauen beim technischen Training, bei der Vorbereitung auf Materialien und beim Design von Verpackungen. Zum Förderungsmodell gehören auch der Konsum von Produkten und die Anwendung digitaler Transformation in Werbung und Handel. Dadurch bauen wir schrittweise die Marke von Ingwerkeksen des Dorfes Tinh My auf.“

Kurz vor jedem Fest wie Kate, Ramuwan oder Rija Nugar bereiten sich die Frauen im Dorf gemeinsam Ingwerkekse vor. Die Kekse werden auf Bambusspieße gesteckt, rund um bunt dekorierte Holzpfähle platziert und dann zusammen mit anderen traditionellen Kuchen feierlich auf dem Altar dargebracht. Für die Cham gelten die Ingwerkekse als Opfergaben für die Ahnen, verbunden mit dem Wunsch nach einem friedlichen, wohlhabenden und glücklichen Leben.