In der Sprache der Volksgruppe der Thai bedeutet „Muong Lum“ „das vergessene Land“. Älteste erzählen, dass dieser Ort aufgrund seiner isolierten Tallage einst als ein Land galt, das „von der Zeit vergessen“ war. Muong Lum „schläft“ jedoch nicht. Dieses Gebiet wird durch die politischen Maßnahmen, die Entscheidungen und die konkreten Taten der lokalen Behörden zu neuem Leben erweckt. Ein zentraler Schritt dabei ist es, den Muong-Lum-Wochenmarktes zu einem unverwechselbaren Kultur- und Tourismusangebot zu entwickeln.
An den Wochenenden machen sich Angehörige der ethnischen Minderheiten der Thai, Mong und Dao aus den Dörfern der Gemeinde Chieng Hac auf den Weg zu einem vertrauten Treffpunkt, dem Muong-Lum-Markt. Sie bringen eine große Vielfalt an lokalen Erzeugnissen mit sich. Entlang der Straße direkt neben Reisfeldern sind Stände aufgebaut. Bei den zum Verkauf angebotenen Produkten handelt es sich um Erzeugnisse, die von den Menschen vor Ort persönlich angebaut, geerntet und verarbeitet wurden.
Song A Lau aus dem Dorf Dao in der Gemeinde Chieng Hac stellt seine Produkte vor.
„Meine Produkte sind oft auf dem Markt ausverkauft. In meinem Dorf baut jeder Haushalt Mais, Melonen, Bohnen, Kürbis, afrikanische Aubergine und Chayote an. Wir möchten, dass alle von unseren Erzeugnissen erfahren. Auf Wunsch können wir die Ware per Bus oder Post versenden.“
In der kühlen, sanften Luft des Morgens in der Bergregion mischt sich der Duft von gedämpftem Klebreis, gegrilltem Fisch, Chung-Kuchen und über dem Feuer geräuchertem Fleisch. Die alltäglichen Gerichte der Einheimischen sind für Besucher kulinarische Erlebnisse. Pham Quang Trung, ein Besucher aus der Provinz Thanh Hoa, sagt:
„Ich mag Gerichte sehr, die von der kulturellen Identität der Volksgruppen vor Ort geprägt sind. Ich habe auch Spezialitäten für meine Familie und als Geschenk für meine Freunde gekauft.“
Der Muong-Lum-Markt dient zudem als Ort, an dem die traditionellen kulturellen Räume der lokalen ethnischen Gemeinschaften wiederbelebt werden. Direkt am Fuße des historischen Nong-Luong-Banyanbaums, wo 1948 die erste Parteizelle des ehemaligen Kreises Yen Chau gegründet wurde, sieht man ältere Männer sitzen, die in Ruhe flechten. Der 73-jährige Quang Van Quyet im Dorf Luong in der Gemeinde Chieng Hac erzählt:
„Ich habe das Flechten von meinem Vater und meinem Großvater erlernt. Nun liegt es an uns, dieses Handwerk an die nächste Generation weiterzugeben. Nur so können wir das traditionelle Handwerk der Volksgruppe der Thai bewahren. Denn das Bewahren des Handwerks bedeutet, unsere traditionelle Kultur zu bewahren.“
Von alltäglichen Waren, wie Gemüsebündeln, Hühnern und Stoffbahnen, bis hin zur lebhaften Atmosphäre beim Stampfen von Day-Kuchen und beim Kreiselspiel. Auf dem Muong-Lum-Markt wird die Geschichte vom Rhythmus des Lebens, von produktiver Arbeit und kultureller Identität auf höchst persönliche Weise erzählt. Muong Lum hat sich zu einem unverwechselbaren Kultur- und Tourismusprodukt entwickelt und bietet die Möglichkeit, Investitionen für die touristische Entwicklung vor Ort anzuziehen. Cao Xuan Dung, Vorsitzender des Volkskomitees der Gemeinde Chieng Hac, berichtet:
„Die Gemeinde sieht die Nutzung der Stärken der Einheimischen als eine vorrangige Aufgabe an. Daher tragen diese Aktivitäten dazu bei, die Investitions- und Entwicklungspolitik der Gemeinde umzusetzen. Ziel ist es, dass die lokale Bevölkerung ihre Denkweise ändert und ihre Identität sowie Kultur in wirtschaftlichen Wert umwandelt. In der kommenden Zeit wird die Gemeinde Schulungen organisieren, um den Bewohnern zu helfen, den Wert ihrer Besonderheiten sowie die daraus erzielbaren wirtschaftlichen Werte zu verstehen.“
In Muong Lum verkörpert jeder Marktstand, jedes Gericht und jede Person, die still ihr Handwerk und ihre kulturelle Identität bewahrt, ein Gebiet, das sich aus bescheidensten Anfängen heraus erhebt. Und der Muong-Lum-Markt wird ein neues Ziel für Besucher, die die bergige Region lieben.
