Alisa und Bruce reisen zum ersten Mal nach Vietnam. Durch Empfehlungen von Freunden und Internetseiten besuchen sie das Wasserpuppentheater Vietnams. Traditionelle Klänge ertönen. Die stille Wasseroberfläche verwandelt sich plötzlich in eine lebendige Bühne. Hinter dem Bambusvorhang treten die Holzpuppen hervor und erzählen Geschichten aus dem vietnamesischen Dorfleben sowie von traditionellen Volksfesten.

- Die Aufführung war hervorragend, eine die ich so noch nie erlebt habe. Mir gefallen solche Veranstaltungen, weil ich die Tradition und Kultur Vietnams kennenlernen kann.

- Das Programm hat mit traditioneller vietnamesischer Musik begonnen. Einige Volksfiguren sind aufgetreten und haben das Leben der vietnamesischen Bauern widergespiegelt. Mithilfe von unter Wasser verborgenen Bambusstangen haben die Künstler ihre Figuren so fein bewegt, dass die Puppen förmlich lebendig zu tanzen schienen. Es war ein wunderbares Schauspiel!

Es gibt Dinge, die Vietnam den Touristen auf ganz einfache Weise in Erinnerung rufen. Es kann der Duft einer Schale von Pho-Nudeln in einer kleinen Gasse in Hanoi sein. Es kann der Klang des Monochords sein oder das Gefühl, in das Gemeinschaftsleben der Einheimischen einzutauchen.

- Ich habe Vietnam bereits neun Male besucht, überwiegend in Hanoi. In Hanoi habe ich oft die Altstadt besichtigt.

- Ich finde es toll, wie unbesorgt die Leute hier noch bis 11:00 Uhr oder 12:00 Uhr nachts draußen unterwegs sein können – im Westen ist das ganz anders. Hier wollte ich nicht nur Sehenswürdigkeiten besichtigen, sondern auch das Leben der Einheimischen erfahren. Es ist ein großartiges Gefühl, ein Teil dazu zu gehören.“

Währenddessen werden außerhalb der Landesgrenzen Geschichten über die vietnamesische Kultur in einer anderen Sprache erzählt – der Sprache des Kinos, der Emotionen und der Sympathie.

In Frankreich, Belgien und Tschechien hat vor kurzem das erste internationale Festival für Kurzdokumentarfilme über vietnamesische Kultur stattgefunden, das einen neuen Zugang zur Vorstellung der Kultur bot. Durch die Perspektive der jungen vietnamesischen Filmemacher wurden die traditionellen Werte in der modernen Sprache vom Kino erzählt, von Küche, Tuong-Theater über Handwerksdörfer bis hin zum einfachen Leben der Vietnamesen. Der Bürgermeister der französischen Stadt Lorient, Fabrice Loher, sagt nach der Eröffnungsfeier:

„Heute Abend haben wir drei Kurzfilme geschaut, die die besonderen kulturellen Traditionen Vietnams vorstellen. Der erste Film bot einen Einblick in die traditionelle Küche, gefolgt von der darstellenden Bühnenkunst, und der letzte Film heißt „Das Gewicht des Wassers“. Die Filme waren aufgrund ihrer Vielfalt sehr faszinierend. Sie zeigten verschiedene Perspektiven auf die vietnamesische Kultur und berührten die Emotionen des Publikums.“

Wenn ein Land seine Identität bewahrt und seine Geschichte aufrichtig erzählt, wird es eine nachhaltige Stärke besitzen. Die Soft Power einer Nation ist dann kein Index mehr auf einer Rangliste, sondern ein Beweis für den Prozess Vietnams bei der globalen Integration durch seine Identität, Weisheit und seine humanitären Werte.