Seit 33 Jahren ist dieser Gruß den Angehörigen der Volksgruppen im Zentralhochland vertraut. Redakteur Nay Jet war von Anfang an an der Entwicklung des jarai-sprachigen Programms beteiligt. Er schilderte die Schwierigkeiten, Themen aus den Bereichen Bildung, Gesundheit und Wissenschaft über das Programm zu vermitteln. Viele Begriffe seien im Leben der Einheimischen nahezu beispiellos gewesen, sagt er:

„Es bereitete uns Schwierigkeiten, die Namen von staatlichen Behörden auf zentraler, lokaler, Provinz-, Bezirks- und Gemeindeebene ins Jarai zu übersetzen. Daher mussten wir Dorfälteste, Intellektuelle und sogar Leute der Mehrheit Kinh befragen, die Jarai beherrschten. Anschließend notierten wir jedes Wort in unseren Notizbüchern. Wir erfassten auch die Namen von Staatsoberhäuptern aus über 180 Ländern weltweit sowie alle Amtstitel in der Regierung.“

Die Schriftsysteme der ethnischen Minderheiten in Tay Nguyen stellten auch für die Rundfunkmacher eine erhebliche Herausforderung dar, da einige wichtige Zeichen in den computergestützten Eingabemethoden nicht vorhanden waren. Um dieses Problem zu lösen, forschten der Redakteur Nay Jet und der Ingenieur Vo Ngoc Hiep von 2003 bis 2005 an TaynguyenKey und entwickelten eine separate Eingabemethode für die Schriftsysteme der Volksgruppen im Zentralhochland.

„Damals überlegten wir lediglich, wie wir für Rundfunkübertragungen korrekt tippen konnten. Wir dachten nicht, dass es später auch zum Hochladen von Programmen auf Webseiten dienen würde. TaynguyenKey erleichtert es uns, Dokumente in den Schriften der ethnischen Minderheiten in Tay Nguyen zu verfassen.“

Nhat Lisa, ein Redakteur für das sedang-sprachige Programm, betont die Wichtigkeit der traditionellen Musik in Radioprogrammen:

„Die Volksmelodien und der Klang von Gongs sind unverzichtbare Elemente. Musik ist immer ein fester Bestandteil des Dorflebens. Daher ist Musik nicht nur ein Element, das die Schönheit von Radiosendungen steigert, sondern auch eine Brücke, die Informationen in die Herzen der Zuhörer transportiert.“

Um diese Melodien zu erhalten, legt Redakteur Nhat Lisa bei jeder Dienstreise Dutzende von Kilometern zu Fuß zurück, um das Dorf zu erreichen, in dem die Volkssänger leben. Manchmal waren die Künstler bei seiner Ankunft im Dorf bereits auf den Feldern bei der Arbeit. Dann suchte er sie inmitten der weiten Felder.

„Die Bewahrung der Lieder, Gongs und der Sprache der Volksgruppe der Se Dang erfordert nicht nur kulturelles Wissen, sondern vor allem Aufrichtigkeit und Geduld. Wir müssen mit ihnen auf die Felder gehen und ihren Lebensgeschichten lauschen. Nur dann werden die Künstler ihr Herz öffnen und singen. Auch wenn die Aufnahmebänder oft voller Nebengeräusche sind, bemühen wir uns weiterhin, diesen kostbaren Klang zu bewahren. Andernfalls könnten diese Lieder eines Tages nur noch in unserer Erinnerung existieren.“

Heute wird die Rundfunkarbeit in ethnischen Sprachen im Zentralhochland schrittweise an die jüngere Generation von Redakteuren übergeben. Diese beschränken sich nicht nur auf das Radiomachen, sondern sind aktiv in den digitalen Raum getreten. Fanpages, Websites, Kurzvideos, zweisprachige Bücher und Community-Kurse werden zu Erweiterungen der Radioprogramme in Sprachen ethnischer Minderheiten.

Die Redakteurin H’Zawut vom ede-sprachigen Programm erzählt, dass sie neben ihrer Rundfunkarbeit auch zweisprachige Bücher in Ede zusammenstelle und Sommerkurse und Aktivitäten für Kinder organisiere. Was H'Zawut am meisten beunruhigt, ist die Frage, wie man mehr junge Ede-Leute dazu ermutigen kann, ihre ethnische Sprache zu sprechen und zu bewahren.

„Wir haben nicht nur die Verantwortung, die Sprachen ethnischer Minderheiten zu bewahren, sondern auch dazu beizutragen, sie lebendiger und zugänglicher zu machen. Ich persönlich hoffe, meinen Beruf und mein Wissen nutzen zu können, um den Menschen die Ede-Sprache näherzubringen.“

Seit über 30 Jahren suchen die Mitarbeiter der Redaktion für Sprachen ethnischer Minderheiten in Tay Nguyen des Radiosenders „Die Stimme Vietnams“ in den Dörfern nach einzelnen Wörtern. Auch heute noch suchen junge Redakteure nach Wegen, diese Sprachen inmitten der riesigen Menge an online verfügbaren Informationen zu bewahren. Zwei unterschiedliche Wege, aber mit demselben Ziel: Die Klänge des Zentralhochlands sollen sich stets mit der Stimme Vietnams verbinden.