Italien hat nach dem Grenzübertritt Zehntausender Migranten in die spanische Exklave Ceuta das Schengen-Abkommen mit Spanien ausgesetzt. Grenzkontrollen für den Luft- und Seeverkehr würden wieder eingeführt, teilte das italienische Innenministerium mit. Faktisch laufe dies auf eine Schließung der Grenze hinaus. Die Maßnahmen sollen seit Samstag gelten und dann zunächst für einen Monat in Kraft bleiben. Finnland, die Niederlande, Dänemark, Tschechien und Schweden bekundeten allesamt ihre Unterstützung für Italiens harten Kurs.
Am Samstag erklärte Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska, dass mittlerweile "fast die Gesamtheit" der angekommenen Migranten nach Marokko zurückgekehrt seien.
Seit Wochenbeginn waren bis zu 60.000 Menschen von Marokko auf dem Land- oder Seeweg in die spanische Exklave gekommen. Mindestens 67 Migranten kamen nach Angaben der spanischen Regierung auf dem Weg nach Ceuta ums Leben.
Was so viele Migranten gleichzeitig veranlasste, den Versuch zu unternehmen, Ceuta zu erreichen, ist bislang unklar. Die marokkanischen Behörden haben sich nicht öffentlich dazu geäußert.
