Darin betonte er, dass Vietnam gute Beziehungen zu den Großmächten unterhalte, um gemeinsam wichtige globale Herausforderungen zu bewältigen.
Im Gespräch mit Reuters am Rande des 23. Shangri-La-Dialogs in Singapur erklärte To Lam, Vietnam werde niemals mit einem Land kooperieren, um einem anderen Staat zu schaden oder Schwierigkeiten zu bereiten. Mit Blick auf die Beziehungen zwischen den USA und China sagte er, der Wettbewerb zwischen den Großmächten sei eine objektive Realität. Vietnam betrachte diese Beziehungen jedoch nicht aus einer sicherheitspolitischen Perspektive und stelle sich auf keine Seite. Daher pflege Vietnam sowohl zu den USA als auch zu China gute Beziehungen, die allen Beteiligten zugutekämen und zur Stabilität in der Region beitrügen.
Zu den Beziehungen mit China erklärte To Lam, beide Länder seien langjährige Nachbarn mit engen Verbindungen und arbeiteten heute in zahlreichen wichtigen Bereichen pragmatisch zusammen. Friedliche, stabile und verantwortungsvolle Beziehungen zu China seien sowohl für beide Länder als auch für die regionale Stabilität von großer Bedeutung.
In der Ostmeer-Frage bekräftigte To Lam die konsequente Haltung Vietnams, seine Souveränität und territoriale Integrität zu schützen sowie Streitigkeiten auf friedlichem Wege und auf Grundlage des Völkerrechts, insbesondere des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen von 1982 (UNCLOS), zu lösen. Gute Beziehungen zu China und die Wahrung der nationalen Souveränität seien dabei keine Gegensätze, sondern ergänzten einander.
Auf die Frage nach dem Ziel eines zweistelligen Wirtschaftswachstums erklärte To Lam, der Entwicklungswille Vietnams sei der gemeinsame Wunsch der gesamten Nation. Das Land halte an seinem Ziel fest, bis 2045 ein entwickeltes Land mit hohem Einkommen zu werden.
