Dieses strategische Ziel soll Wissen und Kultur Vietnams als „Soft Power“ nutzen, um das Land international stärker zu präsentieren. Darauf verwiesen mehrere Abgeordnete bei der Diskussion über den Gesetzentwurf zur Änderung des Publikationsgesetzes im Rahmen der außerordentlichen Sitzung des Parlaments am Mittwoch in Hanoi.

Die Abgeordneten forderten ein Umdenken im Verlagswesen: Publikationen sollten nicht nur als ideologisches oder wissensbasiertes Medium, sondern auch als kulturelles Exportgut mit hoher Wertschöpfung verstanden werden. Dazu der Abgeordnete Vu Van Tien aus Hai Phong:
„Der Staat sollte verstärkt investieren, damit das Verlagswesen zu einem Instrument der Diplomatie und internationalen Integration wird. Vietnamesische Werke werden bislang nur selten im Ausland veröffentlicht oder als Lizenz verkauft. Auch werden Publikationen kaum als offizielle Geschenke für internationale Gäste genutzt. Entscheidend sind Autoren, Urheberrechte und qualitativ hochwertige Werke. Deshalb braucht es gezielte Fördermaßnahmen – etwa einen Fonds für wissenschaftliche und kulturelle Publikationen, einen nationalen Übersetzungsfonds sowie Programme zur Übersetzung und Veröffentlichung vietnamesischer Werke und des Han-Nom-Kulturerbes im Ausland.“

Zudem schlugen die Abgeordneten den Aufbau einer mehrsprachigen nationalen digitalen Kultur- und Verlagsdatenbank vor, um Informationen über Vietnam weltweit leichter zugänglich zu machen.