Dies ist eine entscheidende Grundlage dafür, dass Vietnam in den kommenden Jahrzehnten weiterhin seine Vorteile im Bereich der Humanressourcen nutzen und die sozioökonomische Entwicklung vorantreiben kann. Diese Einschätzungen wurden von den Forschern Gilles Pison und Catherine Scornet vom Französischen Institut für Demografische Studien (Ined) in der Monografie „Vietnam: Heute 100 Millionen Menschen, wie viele morgen?“ vorgestellt. Die Studie erschien in der Ausgabe vom Juni 2026 der Fachzeitschrift „Population & Sociétés“.
Gemäß der von den Autoren angeführten mittleren Variante der Vereinten Nationen wird die Bevölkerung Vietnams weiter wachsen und bis Mitte des 21. Jahrhunderts rund 110 Millionen Menschen erreichen, bevor sie sich allmählich stabilisiert. Parallel zur wirtschaftlichen Entwicklung und den verbesserten Lebensbedingungen sei die Sterblichkeitsrate stark gesunken, während die Fertilitätsrate allmählich auf ein angemessenes Niveau zurückgegangen sei. Infolgedessen habe Vietnam eine stabile Bevölkerungswachstumsrate beibehalten und verfüge über ein großes Arbeitskräftepotential.
Die Studie hebt zudem die bedeutenden Fortschritte Vietnams im Gesundheitswesen hervor. Laut Ined verfügt Vietnam über ein System der primären Gesundheitsversorgung, das bereits recht früh aufgebaut wurde, groß angelegte Impfprogramme und Ernährungsbedingungen, die nach dem Krieg deutlich verbessert wurden. Bemerkenswert sei, dass Vietnam seit mehr als zwei Jahren eine relativ stabile Fertilitätsrate bei etwa 1,9 Kindern pro Frau aufrechterhalten habe. Dies sei ein relativ günstiges Fruchtbarkeitsniveau, hieß es.
Die Studie weist zudem darauf hin, dass Vietnam vor verschiedenen neuen Herausforderungen stehen wird, wie etwa einer alternden Bevölkerung und einem Geschlechterungleichgewicht bei der Geburt in bestimmten Gebieten, insbesondere im Norden. Die Autoren argumentierten jedoch, dass Vietnam über viele günstige Voraussetzungen für die Anpassung an künftige demografische Veränderungen verfügt.
