Die Erneuerung des Entwicklungsmodells des Landes ist ein unvermeidlicher Schritt für eine Nation, die immer wieder Widrigkeiten überwindet, um zu bestehen und aufzusteigen.

Von der nationalen Befreiung zur Befreiung des Entwicklungspotenzials

Im Jahr 1945 verlas Präsident Ho Chi Minh auf dem Ba-Dinh-Platz in Hanoi die Unabhängigkeitserklärung und erfüllte dabei die lebenswichtigen Bestrebungen des vietnamesischen Volkes: Unabhängigkeit und Freiheit.

Im Jahr 1986 leitete der 6. Parteitag der Kommunistischen Partei Vietnams die Doi Moi-Politik ein und vollzog den Übergang von einer Zentralverwaltungswirtschaft zu einer sozialistisch orientierten Marktwirtschaft. Es ist ein Prozess der Befreiung der Produktivkräfte. 40 Jahre später hat Vietnam historische Erfolge erzielt: Aufstieg von einer verarmten Nation zu einem Land mit einer Wirtschaftsgröße von 514 Milliarden US-Dollar (im Jahr 2025), womit das Land weltweit den 32. und innerhalb der ASEAN den 4. Platz belegt. Mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen von 4.970 US-Dollar im Jahr 2025 wurde Vietnam kürzlich von der Weltbank (WB) als Land mit mittlerem Einkommen im oberen Bereich eingestuft.

Im Jahr 2026 führt Vietnam nach dem 14. Parteitag den Wandel von einem Modell des reinen Wirtschaftswachstums zu einer umfassenden Erneuerung seines nationalen Entwicklungsmodells. Nguyen Xuan Thang, Vorsitzender des Zentraltheorierates, sagt:

„Die Umgestaltung des Entwicklungsmodells ist für Vietnam eine Voraussetzung, um veraltete Denkweisen und frühere Entwicklungsbeschränkungen zu überwinden, neue Impulse zu setzen und seine strategische Autonomie zu stärken. Das Land wird in einer sich ständig wandelnden und unvorhersehbaren Welt selbstbewusst und eigenständig agieren.“

Gestaltung von Ressourcen

Der 14. Parteitag stellte klar fest: Ziel eines neuen Wachstumsmodell sei es, die Produktivität, Qualität, Effizienz, den Mehrwert und die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu verbessern. Die 3. Konferenz des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Vietnams der 14. Amtsperiode hat diese Denkweise durch die Verabschiedung des Beschlusses Nr. 19 zur Reform des vietnamesischen Entwicklungsmodells konkretisiert. Der Vorsitzende des Zentraltheorierates Nguyen Xuan Thang weiter:

„Dabei handelt es sich nicht nur um die Erneuerung des Wirtschaftswachstumsmodells, sondern auch um die Erneuerung des Entwicklungsverständnisses, der Regierungsführung und der Art und Weise, wie Ressourcen mobilisiert und aufgeteilt werden. Die Erneuerung des Entwicklungsmodells des Landes bildet die Grundlage für die Vervollkommnung des sozialistischen Modells und des Weges zum Sozialismus in Vietnam. Im neuen Entwicklungsmodell sind die Menschen zugleich Ziel, treibende Kraft und endogene Ressource der Entwicklung.“

Im neuen Entwicklungsmodell ist Wirtschaftswachstum eine notwendige Bedingung, aber nicht mehr das einzige Ziel. Wirtschaftsexperte Can Van Luc kommentiert:

„Wir streben ein Modell rascher, nachhaltiger und inklusiver Entwicklung an, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Um dieses Ziel zu erreichen, dienen Wissenschaft und Technologie, die digitale Transformation, Innovation sowie der Faktor Mensch als die wichtigsten Grundlagen und Säulen. Darüber hinaus erfordern auch die Reform des nationalen Steuerungsmodells sowie die Ausarbeitung wirksamer Pläne für die Mobilisierung und Zuweisung von Ressourcen Aufmerksamkeit.“

Der Weg von der Erklärung Präsident Ho Chi Minhs im Herbst 1945 – „Vietnam hat ein Recht auf Freiheit und Unabhängigkeit“ – bis hin zur historischen Entscheidung, das nationale Entwicklungsmodell zu erneuern, stellt nicht nur ein historisches Kontinuum dar, sondern ist auch ein Zeugnis für die Eigenständigkeit und Widerstandskraft einer Nation, die sich stetig erneuert, um zu bestehen, aufzusteigen und entscheidende Durchbrüche zu erzielen.