Aus der fast hundertjährigen Geschichte wurden wichtige Lehren für die neue Entwicklungsphase Vietnams gezogen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Wunsch nach Unabhängigkeit in Vietnam stark ausgeprägt. Ein klarer Weg zur nationalen Befreiung fehlte jedoch. Die Gründung der Kommunistischen Partei Vietnams am 3. Februar 1930 markierte einen entscheidenden Wendepunkt.

Zentrale Werte

Trotz heftiger Repression baute die junge Partei ihre Organisation und Kräfte schrittweise aus. Eine zentrale Rolle spielte dabei Nguyen Ai Quoc – Ho Chi Minh, der die Gründung einer revolutionären Partei politisch, ideologisch und organisatorisch langfristig vorbereitet hatte. Dr. Nguyen Van Dang von der Ho-Chi-Minh-Nationalakademie für Politik ist der Meinung:

„Bei der Bilanz von 100 Jahren Parteiführung der Revolution und bei der Entwicklung des Landes während der Erneuerung sind die Rollen von Präsident Ho Chi Minh und der Partei unersetzlich. Die Partei setzt sich konsequent für nationale Unabhängigkeit, die Einheit des Landes und die Erneuerung Vietnams als souveräner Staat mit internationaler Stimme ein. Diese Ziele prägen ihren Weg im revolutionären Kampf, bei der Wiedervereinigung und bei der Entwicklung des Landes.“

Ein wesentliches Merkmal dieser Geschichte ist die Verbindung von nationaler Unabhängigkeit und sozialistischer Orientierung sowie von revolutionärem Weg und der Mobilisierung der Bevölkerung. Dazu Bui Van Thach, Vizevorsitzender des Zentralen Theoretischen Rates:

„Sie hat eine halbfeudale Kolonie in einen modernen Staat mit mittlerem Einkommen im oberen Bereich verwandelt. Aus Sklaven und Kolonialuntertanen wurden Bürger eines sich entwickelnden Landes, die zunehmend in Wohlstand und Glück leben.“

Amiad Horowitz, Mitglied der Kommunistischen Partei der USA, betont:

„Wirtschaftswachstum trägt zur politischen Stabilität bei und eröffnet Chancen für die internationale Integration. Diese drei Faktoren hängen eng zusammen. Die Kommunistische Partei Vietnams hat als führende Kraft dazu beigetragen, dass diese drei Faktoren sich gemeinsam entwickeln, sich gegenseitig stärken und zum Fortschritt des Landes beitragen.“

Neue Herausforderungen erkennen und das Land weiterentwickeln

Zu den grundlegenden Lehren gehört, am Ziel der nationalen Unabhängigkeit in Verbindung mit dem Sozialismus festzuhalten. Dieses Leitprinzip prägt die Entwicklung. Die Politik der Partei soll die rechtmäßigen Interessen der Bevölkerung sichern und die Rolle der Bürger als Akteure der Entwicklung und wichtiger Entscheidungen stärken.

Für die kommenden 100 Jahre muss Vietnam zentrale Aufgaben einheitlich umsetzen: einen modernen, schlanken und leistungsfähigen sozialistischen Rechtsstaat aufbauen, Entwicklungshemmnisse beseitigen und Ressourcen mobilisieren sowie die digitale und grüne Transformation, künstliche Intelligenz und grundlegende Technologien fördern. Zugleich soll das Potenzial der vietnamesischen Menschen bestmöglich genutzt werden. Professor Vu Minh Giang, ehemaliger Vize-Direktor der Nationaluniversität Hanoi, sagt:

„Um ein derart ehrgeiziges Ziel zu erreichen, muss die Führungsorganisation der Partei in allen Bereichen gestärkt werden. Die politische Linie muss konsequent und zugleich kreativ umgesetzt, der Erneuerungsprozess entschlossener vorangetrieben werden. Alle Parteimitglieder müssen verinnerlichen, dass der Aufbau eines starken und wohlhabenden Landes ihr Lebenssinn sein soll.“

Die fast hundertjährige Parteiführung hat Wendepunkte, Errungenschaften, Herausforderungen und wichtige Erfahrungen aufgezeigt. Ihre Bilanz soll helfen, neue Herausforderungen zu erkennen und geeignete Entwicklungsimpulse für die nächste Phase zu finden.