(VOV World) Die Arabische Liga hat den Einsatz ihrer Beobachter in Syrien wegen der Eskalation der Gewalt vorläufig abgebrochen. Von Anfang an war die Beobachterrolle der Arabischen Liga in Syrien umstritten.


Demonstranten in Syrien. (Foto: Reuters)



Syrien und die Arabische Liga hatten sich Ende des vergangenen Jahres über die Entsendung von Beobachtern nach Syrien geeinigt. Hintergrund waren die anhaltenden Unruhen in Syrien. Zuerst schickte die Arabische Liga 163 Beobachter; später sollten es doppelt so viele werden. Aus der Aufstockung aber wurde nichts. Bereits vor rund einer Woche hatte der Golfkooperationsrat seine Beobachter aus Syrien zurückgezogen. Am vergangenen Samstag brach auch die Arabische Liga ihre Beobachtermission ab. Die Liga begründete den Rückzug mit steigender Gewalt und dem damit verbundenen Sicherheitsrisiko für ihre Leute. Die syrische Regierung gab sich hingegen überrascht: Man sei bereit gewesen, die Mission um einen Monat zu verlängern, hieß es. Auch der russische Außenminister Sergej Lawrow fragte öffentlich, warum die Arabische Liga eine so effiziente Mission abbreche. Russland befürworte im Gegenteil sogar eine Aufstockung der Beobachter in Syrien, so Lawrow. Zugleich kritisierte der russische Außenminister die Haltung des Westens. Dieser habe die Beobachtermission in Syrien von Anfang an für bedeutungslos erklärt, und den Dialog mit der Regierung von Baschar al-Assad für unmöglich. Eine solche Haltung sei unverantwortlich, sagte Lawrow.

Offenbar ist allerdings auch die Arabische Liga über den Erfolg der Mission gespalten. Seit ihrer Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg war die Arabische Liga oft uneins gewesen. Kaum verwunderlich also, dass sich einige Mitgliedsstaaten gegen Strafmaßnamen gegen Syrien aussprachen. Zum Beispiel der Libanon, Jordanien oder der Irak. Algerien erklärte sogar, man sei strikt gegen eine generelle Einmischung in die inneren Angelegenheiten von Syrien.

Auch Russland, China und der Westen hatten keine gemeinsame Sprache über die Beobachtermission gefunden. Russland und China hatten die Mission unterstützt. Es sei der einziger Weg, den Konflikt in Syrien zu lösen, so ihre Begründung. Der Westen und die USA hingegen zeigten sich skeptisch. Man befürchtete, die Beobachter würden dem Regime von Baschar al-Assad nur genügend Zeit geben, um sich zu retten. Stattdessen setzten Amerika und Europa auf eine Entscheidung des Weltsicherheitsrates. Für die Arabische Liga wurde die Mission zusehends zu einer Last.

Diese Last zumindest ist der Liga mit dem Abbruch der Mission genommen. Die Frage ist nun, ob der Westen den Abbruch zum Anlass nehmen wird, sich weiter in die inneren Angelegenheiten von Syrien einzumischen.


Doan Trung