Das Programm wird landesweit umgesetzt und konzentriert sich auf besonders benachteiligte Gemeinden und Dörfer sowie auf Gebiete ethnischer Minderheiten, Berg-, Grenz- und Inselregionen. Es bündelt vier Programme für kulturelle Entwicklung, Bildung und Ausbildung, ländliche Entwicklung und nachhaltige Armutsbekämpfung in Bergregionen und Regionen ethnischer Minderheiten sowie Gesundheit und Bevölkerungsentwicklung.
Integration für mehr Wirkung
Der entscheidende Ansatz besteht in der Zusammenführung der bislang getrennten Zielprogramme. Dadurch sollen Überlappungen und die Zersplitterung von Ressourcen vermieden und die Verwaltung effizienter gestaltet werden. Laufende Aufgaben werden fortgesetzt. Ethnische Minderheiten und Bergregionen erhalten weiterhin Vorrang bei Infrastruktur, Lebensgrundlagen, Bildung, Gesundheitsversorgung, Kultur und digitaler Transformation.
Bereits bei der Ausarbeitung des Beschlussentwurfes setzte die Regierung auf eine integrierte Steuerung. Premierminister Le Minh Hung betont:
„Die vier nationalen Zielprogramme müssen gemeinsam koordiniert werden, um insbesondere in benachteiligten ländlichen Regionen, Bergregionen und Regionen ethnischer Minderheiten neue Entwicklungsimpulse zu schaffen. Die Mittel müssen zielgerichtet, schwerpunktmäßig und ohne Überlappungen eingesetzt werden. Verschwendung, Verluste und Korruption dürfen nicht zugelassen werden. Wir müssen entschlossen darauf hinarbeiten, im Jahr 2026 die bereitgestellten Mittel des Staatshaushalts vollständig auszuzahlen.“
Wirtschaftswachstum hat nur dann eine nachhaltige Bedeutung, wenn seine Erträge gerecht verteilt werden. Mit einem Budget von rund 32 Milliarden US-Dollar richtet sich das Programm insbesondere an arme Kernregionen, Gebiete ethnischer Minderheiten sowie Grenz- und Inselregionen.
Bis 2030 soll sich das Einkommen der Landbevölkerung gegenüber 2020 auf das 2,5- bis 3-Fache erhöhen. Das Einkommen ethnischer Minderheiten soll die Hälfte des nationalen Durchschnitts erreichen. Der Anteil multidimensional armer Haushalte in Bergregionen und Regionen ethnischer Minderheiten soll auf unter zehn Prozent sinken. Zudem sollen alle Bürger über eine elektronische Gesundheitsakte verfügen. Die Rate von Wachstumsverzögerungen bei Kindern unter fünf Jahren soll unter 15 Prozent sinken.
Langfristige Investitionen in Bildung und Kultur
Das Programm zielt über die klassische Armutsbekämpfung hinaus auf eine langfristige Verbesserung der Humanressourcen und der kulturellen Stärke des Landes. Englisch soll schrittweise zur zweiten Sprache an Schulen werden. Bis 2035 sollen 60 Fachschulen das Niveau der ASEAN-4 erreichen, also die vier höchstentwickelten Länder in Südostasien. Sechs weitere Fachschulen sollen sich dem Niveau der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer G20 annähern. Mindestens 12 Universitäten sollen in bestimmten Schwerpunktbereichen zu den besten 200 in Asien und 2 zu den besten 100 weltweit gehören.
Im Kulturbereich stehen ein besserer Zugang zu kulturellen Angeboten, der Erhalt des kulturellen Erbes sowie die Entwicklung von Fachkräften in Kultur und Kunst im Mittelpunkt. Bis 2030 soll die Kulturwirtschaft 7 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beitragen. Gleichzeitig sollen alle besonders nationalen Kulturdenkmäler restauriert und kulturelle Identitäten im digitalen Zeitalter bewahrt werden.
Mit dem Parlamentsbeschluss beginnt nun die entscheidende Phase der Umsetzung. Finanzminister Ngo Van Tuan erklärt:
„Der Wert der Zusammenführung liegt nicht in einer gemeinsamen Bezeichnung. Entscheidend ist, ob die Politik besser aufeinander abgestimmt ist, die Mittel schneller und gezielter bei den richtigen Menschen ankommen, die Regionen mehr Eigeninitiative entwickeln können, die Verfahren einfacher werden und die Verantwortlichkeiten klarer sind. Letztlich müssen die Menschen besser von den Maßnahmen profitieren. Nach dem Beschluss des Parlaments wird die Regierung zügig die notwendigen Regelungen fertigstellen, eine einheitliche Umsetzung gewährleisten und dafür sorgen, dass keine politischen Lücken entstehen und die Rechte der Bevölkerung nicht eingeschränkt werden.“
Mit der Zusammenführung der Programme für Kultur, Gesellschaft, ländliche Entwicklung und ethnische Minderheiten verfolgt Vietnam einen neuen Ansatz: Statt Ressourcen zu verstreuen, sollen sie gezielt und effizient eingesetzt werden. Bildung, Gesundheit und Kultur sollen dabei gemeinsam mit Wirtschaftswachstum die Grundlage für eine inklusive und nachhaltige Entwicklung bilden.
