Die Anweisung des Partei- und Staatschefs stellt nicht nur eine inländische Entwicklungsrichtung dar, sondern zeigt auch deutlich Vietnams außenpolitisches Denken. Demnach soll das Land die innere Stärke festigen, um sich zu integrieren und die nationale Position zu erhöhen.
Strategische Autonomie beginnt mit der inneren Stärke
Strategische Autonomie bedeutet, das Selbstbestimmungsrecht bei der Wahl des Entwicklungsweges zu wahren und gleichzeitig internationale Ressourcen im nationalen Interesse zu erschließen. Botschafter Nguyen Quang Khai, ein Außenpolitikexperte, geht davon aus, dass die Neuerung in der Botschaft von KPV-Generalsekretär und Staatspräsident To Lam auf der 3. ZK-Sitzung genau in dem Wandel von einer reaktiven Denkweise hin zu einem Ansatz der Gestaltung nationaler Kapazitäten liegt:
„Ich bin der Auffassung, dass die Botschaft von KPV-Generalsekretär und Staatspräsident To Lam für Vietnam in der neuen Ära von großer Bedeutung ist. Eine Nation kann nur dann wirklich eine starke Position einnehmen, wenn sie sowohl über solide innere Kraft als auch über die Fähigkeit verfügt, externe Chancen in Entwicklungsimpulse umzuwandeln. Daher ist strategische Autonomie stets eng mit der nationalen Handlungskapazität verbunden. Es geht darum, politische Beschlüsse in konkrete Ergebnisse zu verwandeln: durch eine effektive Governance, eine widerstandsfähige Wirtschaft und eine flexible Außenpolitik. “
Die in den ersten sechs Monaten des Jahres erzielten Ergebnisse spiegeln diese Kapazität teilweise wider. Das Partnerschaftsnetzwerk wurde erweitert, die Wirtschaftsdiplomatie brachte Hunderte von Kooperationsvereinbarungen ein, vor allem in den Bereichen Wissenschaft, Technologie und Innovation. Das Wirtschaftswachstum Vietnams erreicht 8,18 Prozent – der höchste Wert seit vielen Jahren.
Noch wichtiger ist, dass die internationale Gemeinschaft Vietnam nicht nur als eine schnell wachsende Volkswirtschaft betrachtet, sondern auch als ein Land, das über die Fähigkeit verfügt, Politik umzusetzen und langfristige Stabilität aufrechtzuerhalten. Die Einstufung Vietnams in die Gruppe der Länder mit mittlerem Einkommen im oberen Bereich durch die Weltbank ist ein Beispiel dafür. Die Weltbank-Direktorin für Vietnam, Kambodscha und Laos, Mariam Sherman, ist der Meinung:
„Dieser Meilenstein trägt dazu bei, das internationale Vertrauen in die langfristigen wirtschaftlichen Aussichten Vietnams und in die Stellung des Landes als Investitionsstandort weiter zu festigen. Vietnam verfügt bereits über viele notwendige Voraussetzungen: eine junge und talentierte Erwerbsbevölkerung, makroökonomische Stabilität, eine strategische Lage im Zentrum der asiatischen Wachstumsregion. Vielleicht am wichtigsten sind starke Ambitionen sowie die Bereitschaft zur Reform und Anpassung.“
Autonomie für eine tiefere und umfassendere Integration
Die Botschaft des Partei- und Staatschefs bekräftigt zudem den konsequenten Standpunkt Vietnams: Je stärker die innere Kraft und die Handlungskapazität eines Landes sind, desto fähiger ist es, gleichberechtigte, wirksame und nachhaltige Kooperationen auszubauen. Dieser Standpunkt steht im Einklang mit dem außenpolitischen Denken, das der KPV-Generalsekretär und Staatspräsident bereits zuvor mehrfach betont hat:
„Wir betrachten die internationale Integration als eine wesentliche Triebkraft für die Entwicklung des Landes. Ein Land, das Frieden und Entwicklung anstrebt, muss sich der Welt öffnen. Auch Vietnams Sicherheit ist eng mit der regionalen und globalen Sicherheit verbunden. Für Vietnam ist die internationale Integration nicht nur ein Entwicklungsimpuls, sondern auch ein primäres Instrument zur Verwirklichung der strategischen Ziele des Landes.“
Mit dem Fundament der strategischen Autonomie und einer zunehmend gestärkten Handlungskapazität bekräftigt Vietnam nicht nur eine fundierte Entwicklungsvision, sondern auch die Fähigkeit, diese Vision zu verwirklichen. Die Handlungskapazität wird weiterhin das Vertrauen der internationalen Gemeinschaft festigen und als Impuls dafür dienen, dass sich Vietnam tiefgreifend integriert, effektiv kooperiert und sich nachhaltig entwickelt.
