Das USA-China-Gipfeltreffen am Donnerstag in Washington hat das zweite persönliche Treffen zwischen den beiden Spitzenpolitikern innerhalb von weniger als einem halben Jahr nach dem Gipfel im Mai in Peking markiert. Dies war zugleich der erste Besuch des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping in den USA seit elf Jahren.

Strategische Stabilität

Am Mittwoch hat US-Präsident Trump den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping bei seiner Ankunft auf der Joint Base Andrews in Maryland auf dem roten Teppich mit einer Flugshow und danach einer Staatsbankett im Weißen Haus begrüßt. Dies war eine ungewöhnliche Willkommenszeremonie in der Geschichte der US-Präsidenten.

Der großartige Empfang beruht zum Teil auf dem diplomatischen Prinzip der Gegenseitigkeit, da China zuvor Präsident Trump einen ähnlich prunkvollen Empfang bereitet hatte. Der Empfang der US-Gastgeber für den chinesischen Staatschef spiegelt hauptsächlich den besonderen Stellenwert wider, den das Weiße Haus der Bedeutung dieses Treffens für die Steuerung der komplexen und einflussreichen Beziehungen zwischen den USA und China beimisst.

Beim Gespräch am Donnerstag haben beide Spitzenpolitiker die strategische Stabilität bekräftigt. Der chinesische Staatschef zog außerdem Parallelen zwischen Trumps Wahlversprechen, Amerika wieder großartig zu machen, und seiner Vision von einer Wiederbelebung Chinas, auch bekannt als der chinesischer Traum. Beide Ziele seien „großartig“ und könnten sich gegenseitig ergänzen, sagte Xi. Währenddessen bezeichnete der US-Präsident den chinesischen Staatspräsidenten als seinen „großen Freund“. Die USA und China hätten mehr Potenziale für eine Zusammenarbeit als für eine Konfrontation, betonte Trump weiter:

„Wenn wir uns auf unsere gemeinsamen Interessen konzentrieren, bin ich sicher, dass wir viel erreichen können. In der Geschichte hat die Suche nach diesen gemeinsamen Interessen unsere Leute über die großen Ozeane, über die großen Entfernungen und viele Unterschiede verbunden. Sie haben uns im Zweiten Weltkrieg unterstützt und zu Verbündeten gemacht.“

Die beiden Spitzenpolitiker berieten über dringliche Fragen über Sicherheit, Technologie und Superintelligenz (SI) – ein Begriff, den der US-Präsident zur Bezeichnung künstlicher Intelligenz (KI) verwendete.

Positive Signale

Bemerkenswerterweise haben sich die USA und China darauf geeinigt, den Handelsstillstand zu verlängern, um Raum für neue Verhandlungen zu schaffen. Obwohl diese Verlängerung kürzer als die von den Beobachtern erwarteten sechs Monate ist, halten Experten diesen Schritt dennoch für ein positives Signal. Dazu Ruby Osman, die leitende geopolitische Forscherin und führende China-Expertin am Tony Blair Institute for Global Change:

„Ich glaube nicht, dass das eine Vereinbarung ist, die alle Probleme in diesen Beziehungen lösen kann. Dass beide Seiten eine Art Verpflichtung wollen, selbst wenn es nicht perfekt ist, zeugt von einem klaren Bewusstsein für den Schaden, den sie einander zufügen könnten. Dies haben wir letztes Jahr wirklich am Tiefpunkt des Handelskonflikts gesehen. Und ich denke, zumindest in der kurzen Zeit will keine der beiden Seiten diesen Konflikt wirklich neu entfachen.“

Vor dem Treffen zwischen Trump und Xi in Washington haben sich beide Seiten auf einen KI-Dialog geeinigt. Dadurch soll ein Benachrichtigungsmechanismus beider Staaten für mögliche Vorfälle im Zusammenhang mit KI etabliert werden, besonders für Situationen, die die nationale Sicherheit bedrohen könnten.

Insgesamt brachte der diesjährige USA-China-Gipfel keinen Durchbruch. Doch dass beide Seiten die Stabilisierung ihrer Beziehungen weiterhin bevorzugen und sich um Einigung bemühen, ist ein positives Signal für die bilateralen Beziehungen und für die globale geopolitische und wirtschaftliche Lage. Voraussichtlich könnten sich US-Präsident Trump und der chinesische Staatspräsident Xi im November wieder treffen, wenn China den Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) veranstaltet, und danach noch einmal im Dezember, wenn der G20-Gipfel der führenden Wirtschaftsnationen der Welt in der US-Küstenstadt Miami stattfindet.