Die Vervollkommnung der Institutionen im Kulturbereich gilt als strategischer Durchbruch und als Grundlage für nachhaltiges Wachstum.

Institutionen als Hebel zur Mobilisierung von Ressourcen

In den vergangenen Jahren hat Vietnam zahlreiche kulturpolitische Regelungen erlassen und damit die staatliche Verwaltung sowie den Zugang der Bevölkerung zur Kultur verbessert. Besonders hervorzuheben ist der Beschluss Nr. 80 des Politbüros vom 7. Januar 2026, der einen strategischen Wendepunkt markiert und die Grundlage für einen entsprechenden Beschluss des Parlaments bildet. Professor, Doktor Bui Hoai Son, Mitglied des Parlamentsausschusses für Kultur und Gesellschaft, erklärt:
„Es braucht ein ausreichend starkes institutionelles System und flexible Mechanismen, um bisher ungenutzte Ressourcen für die Kultur freizusetzen. Kultur muss als gesellschaftliche Grundlage, als innere Ressource und als nationale Soft Power verstanden werden. Erst wenn sie in ein offenes Entwicklungssystem mit vielen Akteuren eingebettet ist, kann sie ihr volles Potenzial entfalten.“

Der Entwurf des Beschlusses legt den Fokus auf die umfassende Institutionalisierung von Zielen und Maßnahmen. Der Staat übernimmt eine führende Rolle, während die Gesellschaft und der Privatsektor als wichtige Treiber fungieren sollen. Mindestens zwei Prozent des Staatshaushalts sollen für Kultur bereitgestellt werden, ergänzt durch zusätzliche gesellschaftliche Mittel. Professor, Doktor Bui Hoai Son weiter:
„Kultur muss im Zentrum der Entwicklungsstrategie stehen. Es braucht klare Anreize wie Steuervergünstigungen, Unterstützung bei Infrastruktur und Technologie sowie Mechanismen zur Förderung privater Investitionen. So können neue kulturelle Produkte und kreative Räume entstehen und die Wettbewerbsfähigkeit Vietnams gestärkt werden.“

Kultur auf Augenhöhe mit Politik und Wirtschaft entwickeln

Vietnam verfügt über ein großes kulturelles Potenzial mit zahlreichen bedeutenden Kulturerbestätten. Professor, Doktor Nguyen Van Kim, stellvertretender Vorsitzender des Nationalen Kulturerberats, sagt:
„Bis 2030 strebt Vietnam fünf weitere Welterbestätten an, bis 2045 acht bis zehn, die von der Weltkulturorganisation UNESCO anerkannt werden. Ziel ist es, zu den führenden 30 Ländern im globalen Soft-Power-Index zu gehören.“

Die wachsende Rolle der Kultur wird zunehmend deutlich. Sie entwickelt sich von einem unterstützenden Faktor zu einer treibenden Kraft der Entwicklung.

Professor, Doktor Dinh Cong Tuan, stellvertretender Rektor der Hochschule für Kultur in Hanoi, erklärt:
„Für eine nachhaltige Entwicklung muss Kultur gleichrangig mit Politik und Wirtschaft betrachtet werden. Nur so kann sie zur inneren Stärke und zum Motor für Innovation werden.“

Der geplante Parlamentsbeschluss über die Kulturentwicklung Vietnams wird voraussichtlich einen wichtigen Beitrag leisten, um Ressourcen zu mobilisieren und die kulturelle Entwicklung Vietnams umfassend und nachhaltig zu fördern.