Mehr als drei Jahrzehnte nach der Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonvention bekräftigt Vietnam weiterhin seine Rolle als verantwortungsbewusstes Mitglied der internationalen Gemeinschaft. Von den Verpflichtungen auf internationalen Foren bis hin zu konkreten Aktivitäten im Inland setzt sich das Land konsequent dafür ein, Kindern ein sicheres, gerechtes und förderliches Umfeld zu bieten.

Beitrag zur Gestaltung internationaler Standards

Auf multilateralen Foren hat Vietnam mehrere wichtige Initiativen eingebracht. So initiierte das Land 2014 im UN-Menschenrechtsrat eine Resolution zu Klimawandel und Kinderrechten. Während seiner Amtszeit als nichtständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats (2020-2021) setzte sich Vietnam zudem für den Schutz besonders gefährdeter Gruppen ein, unter anderem durch die erste Arria-Formel-Sitzung über Kinder ohne elterliche Fürsorge in Konfliktgebieten sowie durch die Unterstützung der Resolution 2573 zum Schutz kritischer Infrastrukturen wie Schulen und Kinderkrankenhäuser.

Auch innerhalb der südostasiatischen Staatengruppe (ASEAN) spielt Vietnam eine aktive Rolle. Das Land beteiligte sich an der Ausarbeitung von Programmen der zwischenstaatlichen ASEAN-Kommission für Menschenrechte (AICHR) und organisierte regionale Fachkonferenzen zur Bekämpfung des Menschenhandels sowie zur Verbesserung des Bildungszugangs für Kinder mit Behinderungen. Außerdem setzt Vietnam internationale Verpflichtungen wie die ASEAN-Konvention gegen Menschenhandel (ACTIP) sowie die Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) Nr. 138 und 182 gegen Kinderarbeit konsequent um.

Verpflichtungen durch konkrete Maßnahmen umgesetzt

Die Fortschritte Vietnams spiegeln sich auch in der Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) wider. Nach der vorzeitigen Erfüllung der Millenniumsentwicklungsziele verfolgt das Land erfolgreich die Agenda 2030, insbesondere bei der Grundschulbildung und der Senkung der Kindersterblichkeit.

Ein bedeutender Erfolg ist die Umsetzung der ILO-Konvention Nr. 182 gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit. Der Anteil der Kinder, die wirtschaftlichen Tätigkeiten nachgehen, sank von 9,1 Prozent im Jahr 2018 auf nur noch 3,5 Prozent im Jahr 2023. Die Repräsentantin des UN-Kinderhilfswerks (UNICEF) in Vietnam, Silvia Danailov, sagt:

„Vietnam hat bemerkenswerte Fortschritte erzielt. Investitionen in Gesundheit, Bildung und Kinderschutz haben die Überlebenschancen von Kindern verbessert und ihren Zugang zu wichtigen Dienstleistungen erweitert, auch in entlegenen Regionen. Gleichzeitig wurde der rechtliche Rahmen gestärkt, insbesondere beim Schutz von Kindern im digitalen Raum.“

Angesichts neuer Herausforderungen durch die Digitalisierung hat Vietnam den Schutz von Kindern im Internet frühzeitig in regionale und internationale Kooperationsmechanismen eingebunden. Gemeinsam mit den ASEAN-Staaten verabschiedete das Land 2019 die Erklärung zum Schutz von Kindern vor Online-Ausbeutung und -Missbrauch. Beim Start des Aktionsmonats für Kinder 2026 unter dem Motto „Glückliche und sichere Kinder im digitalen Zeitalter“ betonte Vizestaatspräsidentin Vo Thi Anh Xuan:

„Wir dürfen nicht zulassen, dass die 26 Millionen Kinder in Vietnam ohne Begleitung, Orientierung und Schutz in die digitale Welt eintreten. Deshalb ist die Vermittlung digitaler Kompetenzen und sicherer Verhaltensweisen im Internet von entscheidender Bedeutung. Künftig müssen die Schutzmaßnahmen einheitlich umgesetzt und die digitale Bildung für Kinder verstärkt werden.“

Vor dem Hintergrund globaler Herausforderungen wie des Klimawandels, von Konflikten und des digitalen Wandels verfolgt Vietnam weiterhin konsequent das Ziel, allen Kindern ein sicheres Umfeld, wirksamen Schutz und gleiche Entwicklungschancen zu gewährleisten.