Vietnam und Thailand, die Nachbarn in Südostasien, teilen historische und kulturelle Gemeinsamkeiten sowie das Streben nach Frieden und Entwicklung. Seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen im Jahr 1976 haben beide Nationen einen langen Weg mit vielen denkwürdigen Meilensteinen zurückgelegt. Insbesondere die Aufwertung der bilateralen Beziehungen zu einer umfassenden strategischen Partnerschaft im Jahr 2025 hat ein neues Kapitel aufgeschlagen.
Tiefe symbolische Bedeutung
Der Staatsbesuch des thailändischen Königspaares findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem beide Länder das 50-jährige Jubiläum ihrer diplomatischen Beziehungen feiern. Zur Bedeutung dieses Besuches erklärt der vietnamesische Botschafter in Thailand, Pham Viet Hung:
„Dies ist der erste Staatsbesuch des Königs und der Königin von Thailand in Vietnam in den vergangenen 50 Jahren. Für den König persönlich ist es die dritte Reise nach Vietnam, wobei die ersten beiden Besuche noch in seiner Zeit als Kronprinz stattfanden. Anfang des Jahres besuchte KPV-Generalsekretär und Staatspräsident To Lam bereits Thailand. Dieser gegenseitige Austausch der Staatsoberhäupter innerhalb eines Jahres zeigt die klare und feste Verpflichtung beider Staaten, die bilaterale Zusammenarbeit auch in den kommenden 50 bis 100 Jahren weiter auszubauen.“
Der Vietnam-Besuch des thailändischen Königs trägt dazu bei, die diplomatischen Zusagen zwischen den Spitzenpolitikern beider Länder zu konkretisieren, insbesondere die wirksame Umsetzung der Strategie „Drei Verbindungen“. Dabei handelt es sich um die Verbindung der Lieferketten, die Verbindung von Unternehmen und Provinzen sowie die Verbindung nachhaltiger Wachstumsstrategien.
Brücken zwischen beiden Völkern
Neben der Staatsebene wird die bilaterale Zusammenarbeit auch durch das gemeinschaftliche Leben und den Austausch zwischen den Völkern geprägt. Das thailändische Königshaus schenkt Gemeinschaftsprojekten in Vietnam große Aufmerksamkeit. Botschafter Pham Viet Hung weiter:
„Das sind sehr praxisnahe und humanistische Projekte. Seit 2006 fördert die thailändische Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn zahlreiche Projekte an Schulen in Ninh Binh, Hoa Binh und Quang Ninh. Diese Projekte haben sich auf die Verbesserung von Ernährung, Gesundheitsversorgung, sauberem Trinkwasser, Landwirtschaft und Alltagskompetenzen konzentriert. Besonders bemerkenswert ist, dass diese Projekte nicht nur kurzfristige Probleme lösen. Durch die Vermittlung von Lebenskompetenzen dienen sie der langfristigen und umfassenden Entwicklung künftiger Generationen.“
Die enge Verbundenheit der vietnamesischen Gemeinschaft in Thailand bildet ebenfalls ein wichtiges Fundament der bilateralen Beziehungen. Die Einweihung der „Vietnam Town“ in der Provinz Udon Thani im Jahr 2023 ist ein lebendiger Beweis für die Präsenz und den Beitrag der vietnamesischen Gemeinschaft in Thailand. Dazu Kavi Chongkittavorn, Experte am Institut für Sicherheit und Internationale Studien der Chulalongkorn-Universität in Thailand:
„Dies ist die erste „Vietnam Town“ in der Region. Sie verdeutlicht den tiefen Eindruck der vietnamesischen Gemeinschaft im Ausland. Es ist zugleich eine offizielle Anerkennung durch die thailändischen Behörden, insbesondere in der Provinz Udon Thani. Das ist in Thailand von großer Bedeutung, da über 100.000 in Thailand lebende Vietnamesen große Beiträge zur lokalen Entwicklung geleistet haben.“
50 Jahre markieren einen Meilenstein, aber auch den Ausgangspunkt für einen neuen Weg: gemeinsam in die Zukunft. Vor diesem Hintergrund hat der Vietnam-Besuch des thailändischen Königspaares eine hohe symbolische Bedeutung. Er soll das gegenseitige Verständnis und Vertrauen weiter festigen und neue Impulse schaffen, um die Kooperationsverpflichtungen im Rahmen der umfassenden strategischen Partnerschaft zu verwirklichen.
