Die sozioökonomischen Daten in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 zeigen, dass sich die vietnamesische Wirtschaft rasant entwickelt. Geschwindigkeit ist jedoch nicht gleichbedeutend mit Nachhaltigkeit.
Zielsetzung zur Wachstumssteigerung
Laut dem Bericht des Finanzministeriums auf der Regierungssitzung im Mai erzielten einige Regionen in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 positive Wachstumsraten. Hai Phong ist ein Beispiel. Prognosen zufolge wird das Wachstum des regionalen Bruttoinlandsprodukts der Hafenstadt im zweiten Quartal dieses Jahres 13,47 Prozent betragen und damit das höchste im ganzen Land sein. Für Hai Phong wird ein Wachstum von 13,09 Prozent für das Gesamtjahr prognostiziert, womit das Ziel von 13 Prozent erreicht wird.
Laut dem Finanzministerium werden jedoch einige Gebiete ein geringeres Wachstum als ihre Jahresziele verzeichnen, darunter Ho-Chi-Minh-Stadt, Hanoi, Bac Ninh und Quang Ninh. Dies werde sich auf das zweistellige Wachstumsziel des Landes auswirken. Bezüglich des Wachstums von Hanoi erklärt Finanzminister Ngo Van Tuan:
„Das Wachstum Hanois ist von enormer Bedeutung. Jeder Zuwachs um 1 Prozent in Hanoi trägt 0,13 Prozent zum Wirtschaftswachstum des ganzen Landes bei. Um das gesetzte zweistellige Wachstumsziel des ganzen Landes zu erreichen, muss Hanois Wirtschaft im dritten Quartal um fast 11,86 Prozent und im vierten Quartal um 13,19 Prozent wachsen. Das ist eine sehr hohe Zahl.“
Das Finanzministerium arbeitet derzeit mit Hochdruck an einem Plan zur Zuweisung sozioökonomischer Entwicklungsziele an Ministerien, Branchen, Kommunen und sogar staatseigene Unternehmen. Für den Zeitraum 2026-2030 und im Jahr 2026 werden voraussichtlich 34 lokale Ziele festgelegt. Einige Ziele können direkt Ministerien, Branchen und Kommunen zugeordnet werden, wie zum Beispiel: durchschnittliches jährliches BIP-Wachstum, Wachstumsrate im Bereich Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei, im Industrie- und Bausektor sowie im Dienstleistungssektor.
Große Anstrengungen der führenden Kommunen sind erforderlich
Einige Kommunen spielen eine Schlüsselrolle beim zweistelligen Wachstum der Wirtschaft. Berechnungen zeigen, dass Ho-Chi-Minh-Stadt zusätzliche 1,7 Prozentpunkte, Hanoi 2,75 Prozentpunkte und Bac Ninh 1,1 Prozentpunkte benötigt. Dies ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die erhebliche Anstrengungen bei der Führung und bahnbrechende Aktionen erfordert. Premierminister Le Minh Hung führte in der vergangenen Woche zwei aufeinanderfolgende Arbeitssitzungen mit der Führung von Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt durch. Beim Treffen mit Verwaltern der Stadt Hanoi sagte der Premierminister:
„Hanoi soll sich seine größten Anstrengungen auf die Umsetzung des Hauptstadtgesetzes konzentrieren und starke, bahnbrechende Mechanismen und Richtlinien vorschlagen, die im Hauptstadtgesetz vorgesehen sind, um einen offeneren institutionellen Rahmen zu schaffen. Die regionalen Entwicklungsverbindungen zwischen Hanoi und den Orten in der Hauptstadtregion sowie im Roten-Fluss-Delta müssen gestärkt werden. Besonders wichtig sind die Verknüpfungen in den Bereichen Verkehrsinfrastruktur, Umweltmanagement, Wasserressourcen und Produktionsketten. Hanoi muss entschlossen sein, ein Wachstumsziel von mindestens elf Prozent zu erreichen.“
Gegenüber Ho-Chi-Minh-Stadt betont Premierminister Le Minh Hung:
„Die Stadt muss den Behörden, Branchen, Kommunen und insbesondere den in der Stadt tätigen Unternehmen konkrete Aufgaben in den Bereichen Industrie, Handel, Dienstleistungen sowie Landwirtschaft, Wissenschaft und Technologie zuweisen. Ich schlage vor, dass die Stadt das Wachstumsszenario sorgfältig prüft und gegebenenfalls anpasst. Alle auftretenden Probleme müssen umgehend angegangen werden.“
Um das BIP-Wachstumsziel von zehn Prozent in diesem Jahr zu erreichen, sind die Entschlossenheit und die Anstrengungen des gesamten politischen Systems erforderlich. In diesem Zusammenhang sind die Wachstumsbemühungen führender Kommunen wie Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt von entscheidender Bedeutung.
