Obwohl das Handwerk heute fast in Vergessenheit geraten ist und viele Techniken verloren gingen, bleibt die Geschichte dieses Handwerksdorfes, das einst mit dem Alltag und Handel Zentralvietnams verbunden war, von unschätzbarem Wert.

Quang Duc war früher ein altes Siedlungsgebiet am Unterlauf des Cai-Flusses, die während der Erschließung von Phu Yen im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert entstand. Die günstige Lage förderte eine frühe Besiedlung, den Handel und die Entwicklung von Handwerksberufen, darunter die Töpferei. Bis heute lebt die Erinnerung an dieses alte Handwerk in den Familien fort, die über Generationen hinweg als Töpfer tätig waren.

„Meine Großmutter erzählte, dass in diesem Dorf früher Keramikprodukte wie Krüge, Becken und Löffel hergestellt wurden. Fast alle Haushalte im Dorf übten dieses Handwerk aus.“

„In den ersten 20 Jahren nach der Befreiung des Landes wurden noch Zuckerlöffel und allerlei Becken getöpfert. Damals war die Nachfrage in der Bevölkerung noch groß, daher wurde viel produziert.“

Historischen und archäologischen Studien zufolge florierte das Töpferhandwerk in Quang Duc vom 17. bis zum frühen 20. Jahrhundert. Was als lokales Handwerk begann, entwickelte sich zu einem Handelsgut, das im Truong-Son-Gebirge, im Hochland Tay Nguyen und darüber hinaus vertrieben wurde. Einige Stücke wurden sogar in Schiffswracks entdeckt. Für Forscher liegt der wahre Wert von Quang Duc jedoch in den Spuren des alten Handwerksdorfes. Der Kulturhistoriker Nguyen Danh Hanh erklärt:

„Bei Untersuchungen im Dorf Quang Duc finden wir noch zahlreiche Spuren dieses traditionsreichen Handwerks. Vor etwa 10 bis 15 Jahren stießen wir dort auf Überreste schildkrötenförmiger Brennöfen. Das ist eine sehr alte Ofenbauweise.“

Professor Nguyen Van Kim, Vorsitzender des Nationalen Rates für Kulturerbe, sieht den besonderen Wert der Quang-Duc-Keramik in der Verbindung von lokalen Rohstoffen und handwerklicher Kreativität:

„Die Einzigartigkeit dieser Keramik liegt in ihrem lokalen Wert und dem Innovationsgeist, der eng mit der Erschließung des Südens durch die Nguyen-Fürsten verbunden war. Besonders hervorzuheben war die Anwendung heimischer Materialien – von Land und Meer, Feuer und Wind – kombiniert mit menschlicher Schöpfungskraft. Insbesondere die Verwendung der Schalen von Archenmuscheln verleiht jedem Stück einen eigenen künstlerischen Wert. Das macht die Quang-Duc-Keramik so besonders und unverwechselbar.“

Unter den Erkennungsmerkmalen der Quang-Duc-Keramik stößt die Glasur aus Schalen von Archenmuscheln bei Forschern auf besonderes Interesse. Professor Dang Van Thang, Leiter der Abteilung für Archäologie an der Universität für Geistes- und Sozialwissenschaften von Ho-Chi-Minh-Stadt, schlägt vor:

„Zunächst müssen wir das Areal der Brennöfen gründlich untersuchen und ausgraben, um das genaue Alter zu bestimmen. Außerdem bedarf es wissenschaftlicher Analysen, um herauszufinden, wie genau die Muschelglasur und die Tonmischung hergestellt wurden. Dies könnte der lokalen Bevölkerung künftig helfen, die passenden Rohstoffe wiederzufinden und das Handwerk wiederzubeleben.“

Geschaffen aus Ton, Feuer und handwerklichem Geschick von Handwerkern, ist die Quang-Duc-Keramik ein Teil des Gedächtnisses der Bewohner am Cai-Fluss geworden. Die heutigen Spuren erzählen nicht nur die Geschichte eines Handwerks, sondern bewahren auch ein wichtiges Stück Kulturgeschichte der früheren Region Phu Yen - Werte, die nun wiederentdeckt, geschützt und an zukünftige Generationen weitergegeben werden.