Auf den quadratischen Feldern kristallisiert das Meerwasser unter der Sonneneinstrahlung allmählich zu weißen Salzkörnern. Die Menschen nutzen Holzschieber, um das Salz zu Reihen zu scharren, um es dann anzuhäufen. Die Salzgewinnung existiert bereits seit Hunderten von Jahren in Tuyet Diem.

Die Arbeit scheint einfach zu sein, hängt jedoch stark von der Natur ab. Je gleichmäßiger die Sonne scheint, desto schneller verdunstet das Wasser und desto leichter kristallisiert das Salz. Erst nach vielen Schritten können die Salzbauern die weißen Salzkörner ernten. Die Familie von Nguyen Ngoc Binh stellt seit fünf Generationen im Dorf Tuyet Diem Salz her. Binh erzählt:

„Das ist ein traditioneller Familienberuf, der seit fünf Generationen vom Vater auf den Sohn übertragen wird. Die Bewohner hier lieben diesen Beruf sehr und können ihn einfach nicht aufgeben.“

Was diese Region so besonders macht, liegt auch in den kleinen Brennöfen. Das geerntete Salz wird in Tongefäße gefüllt und in den Ofen gestapelt. Darunter wird stundenlang Holz verbrannt. Die Handwerker müssen ständig bereitstehen und die Hitze stabil halten, damit das Salz gleichmäßig getrocknet wird.

Durch die Hitze des Ofens werden die groben Salzkörner allmählich weißer, trockener und feiner. Getrocknetes Salz hat einen milden und weniger bitteren Geschmack und wird von den Einheimischen zum Kochen verwendet. Laut Kulturforscher Nguyen Danh Hanh zeigen die alten Spuren der Salzherstellung in Tuyet Diem und den umliegenden Gebieten die kulturelle Tiefe dieser Region.

„Bei der Erkundung der Cu-Mong-Lagune haben wir die Überreste eines Handelshafens für den Salzexport entdeckt. Aus kultureller Sicht ist dies sehr interessant. Es handelt sich nicht nur um ein traditionelles Handwerksdorf an der Küste im Osten von Dak Lak, sondern bietet auch eine Erbestätte, sobald der Phu-Yen-Geopark in Betrieb genommen wird. Dies sollte den Dorfbewohnern Vorteile bringen, unter anderem beim Tourismusgeschäft.“

Im Juli 2026 wurde das Projekt „Nachhaltige Entwicklung und Diversifizierung der Salzprodukte aus Tuyet Diem in Verbindung mit dem Erhalt des traditionellen Handwerksdorfes und des gemeinschaftsbasierten Ökotourismus“ gestartet. Dieses Projekt soll der Vermehrung von Salzgewinnungsregionen in Vietnam dienen. Damit soll es zur Errichtung der „Vietnamesischen Salz-Kulturerbestraße“ beitragen und die Küstendörfer von Dak Lak bis Khanh Hoa, Lam Dong und Südzentralvietnam miteinander verbinden. Dazu Dam Dai Huu, Vertreter der Dai Huu Travel Co., Ltd. – einer Firma, die das Salzdorf Tuyet Diem als Reiseziel auf der Entdeckungsroute des Salz-Kulturerbes rund um die Cu-Mong-Lagune vernetzt:

„Die Firma Dai Huu wird das traditionelle Handwerksdorf Tuyet Diem weiterentwickeln. Demnach werden wir Standorte für Touren auswählen, die Salzfelder mit der Stätte zur Verehrung der Vorfahren dieses Berufes verbinden und mit Bewohnern vor Ort Gemeindetourismus betreiben. Wir werden den Einheimischen vermitteln, wie sie den Tourismus in ihrem Salzdorf betreiben können, und Salzprodukte entwickeln, um das Angebot zu vervielfältigen, darunter Kräutersalz, Kulinariksalz und andere Salzprodukte.“

Trotz vieler Änderungen im Leben bewahren die Bewohner vor Ort weiterhin ihre Salzfelder und halten die Brennöfen stetig am Brennen. Wer nach Tuyet Diem kommt, nimmt nicht nur einen Salzbeutel mit nach Hause, sondern auch die Geschichte von Sonne, Wind und Meer sowie von Menschen, die den salzigen Geschmack der Heimat über Generationen bewahren.