Le Nguyen Minh Duc (in blauem T-Shirt) und seine Gruppe gerade nach dem Teil der Teamarbeit im Wettbewerb. (Quelle: Le Nguyen Minh Duc)

Minh Duc: „Ich lerne Deutsch seit Anfang der 10. Klasse. Im 2. Semester der 10. Klasse zog ich in die Deutschklasse der Oberschule. Parallel dazu lernte ich Deutsch im Goethe Institut Hanoi und im Sprachzentrum We Talent. Eigentlich hatte ich Anfang der 10. Klasse noch keine Idee, Deutsch zu lernen, aber nach ein paar Wochen fing ich an zu lernen, weil ich später in Deutschland studieren wollte. Unsere Oberschule gehört zum Netz der PASCH-Schulen. Deshalb haben wir drei bis vier Unterrichtsstunden Deutsch pro Woche.“

Journalistin: Wie hast Du die Auswahl geschafft, um ins Finale der Internationalen Deutscholympiade zu kommen?

Minh Duc: „Zuerst gab es eine Auswahl in der Schule. Schülerinnen und Schüler, die relativ gut in Deutsch sind, machten eine Prüfung, um die drei besten auszuwählen. Jeder dieser drei Personen machte ein Video, in dem sie sich in Deutsch vorstellten, und diese Videos wurden ans Goethe Institut geschickt, um bewertet zu werden. Glücklicherweise hat das Institut mich und einen anderen Schüler in Ho-Chi-Minh-Stadt für das Finale ausgewählt. Mein Video ist eine Minute 30 Sekunden lang, in dem ich über mein Leben, mein Lernen und meine Freizeit erzählte.“

Journalistin: Kannst Du bitte etwas über das Finale des Wettbewerbs erzählen?

Minh Duc: „Die Internationale Deutscholympiade 2020 fand vom 3. bis zum 7. August Online statt, weil wir wegen der Covid-19-Epidemie nicht nach Deutschland reisen konnten. Es gab zwei Wettbewerbstage: Am ersten Tag gab es einen Solowettbewerb. Wir besuchten ein Museum online und schrieben einen Beschreibungsbeitrag und präsentierten diesen. Am zweiten Tag arbeiteten wir in vier-köpfigen Gruppen. Wir schauten ein kurzes Video und diskutierten gemeinsam darüber. Anschließend spielten wir Rollen in einem Theaterstück. Das waren zwei Haupttage, die restlichen Tage waren Kulturtage. Wir beteiligten uns online per Videokonferenz-App Zoom.“

Le Nguyen Minh Duc bei einem Ausflug mit seinen Mitschülern. (Quelle: Le Nguyen Minh Duc)

Journalistin: War der Wettbewerb schwer und warst Du voller Selbstvertrauen, dass Du den Wettbewerb gewinnen könntest?

Minh Duc: „Schwer oder nicht schwer, das spielte für mich im Wettbewerb keine Rolle. Wichtig war, wie viel ich darstellen und wie ich mein Deutsch benutzen konnte. Ich fühlte mich sehr locker, als ich mich am Wettbewerb beteiligte. Am ersten Tag unterhielt ich mich mit den anderen weltweit und ich fand, dass Ihr Deutsch sehr gut war. Aber ich wollte etwas erleben. Wir beteiligten uns daran, um uns kennenzulernen und wir gratulierten jedem, der die Preise gewonnen hat.“

Journalistin: Hast Du ein Geheimnis, um so gut Deutsch lernen zu können?

Minh Duc: „Ein Geheimnis habe ich nicht wirklich. Aber ich beobachte die anderen und finde, dass man ganz am Anfang die Grundkenntnisse und Grammatik des Niveaus A1 gut beherrschen soll. Ich höre auch oft deutsches Radio. Das hilft mir, Deutsch besser hören und aussprechen zu können.“

Journalistin: Hast Du bereits einen Plan für die Zeit nach der Oberschule und wie bereitest Du Dich auf diesen Plan vor?

Minh Duc: Ich möchte gerne Wirtschaft in Deutschland studieren. Zurzeit interessiere ich mich für das Programm Studienbrücke des Goethe Instituts. Auf ihre Bedingungen für ein Studium in Deutschland wie Noten und Deutsch-Kenntnisse bereite ich mich noch vor. Das Programm Studienbrücke gilt wie ein Studienkolleg, aber da könnte ich auch in Vietnam studieren. Nach dem Programm könnte ich an einer deutschen Hochschule oder Universität aufgenommen werden, die Partner des Programms sind. Diese Unis haben meist Fächer in Naturwissenschaften. Ich finde nur die Universität Siegen, die das Fach Wirtschaft hat. Ich muss zuerst aber an einer vietnamesischen Universität aufgenommen werden. Das ist eine der Bedingungen für ein Studium in Deutschland.“

Journalistin: Vielen Dank und ich wünsche Dir, dass Du all Deine Vorhaben verwirklichen kannst.

Das Video von Le Nguyen Minh Duc, das er ans Goethe Institut für die Auswahl geschickt hat.