Um öffentliche Investitionen für Infrastrukturprojekte im ganzen Land voranzutreiben, benötigt Vietnam jährlich zusätzliches Kapital in Höhe von 70 bis 80 Milliarden US-Dollar. Viele Unternehmen der Stadt möchten über das Internationale Finanzzentrum in Ho-Chi-Minh-Stadt das Kapital mobilisieren. Laut Nguyen Ngoc Hoa, dem Vorsitzenden des Unternehmensverbands von Ho-Chi-Minh-Stadt, müsse das Internationale Finanzzentrum eine gezielte Strategie entwickeln, um Unternehmen bei der externen Kapitalbeschaffung zu unterstützen.

„Wir sollten konkrete Vorschriften darüber erlassen, in welchen Sektoren und Branchen Kapital beschafft werden darf. Das ist die Befugnis des Staates. Wir benötigen das Engagement von Fachbehörden, um die staatliche Kontrolle im Einklang mit der Schaffung neuer Möglichkeiten zur Kapitalbeschaffung für Unternehmen zu gewährleisten.“

Luu Trong An Ha, Generaldirektor der Lotus Investment Group und Vertreter einer Investorengruppe im Internationalen Finanzzentrum teilte mit, dass zur Anziehung von Investorengeldern in das Internationale Finanzzentrum nicht nur die Infrastruktur und der rechtliche Rahmen verbessert werden müssten. Das Zentrum benötige zudem einen transparenten Risikokontrollmechanismus, der den internationalen Gepflogenheiten gerecht werde.

„Wenn wir die Wirtschaft mit ihren ausländischen Unternehmen sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen als eine Handelsplattform betrachten, wird schnell klar, was Vietnam braucht und woran es noch mangelt. Die Plattform benötigt ein reichhaltiges Angebot an Gütern sowie Schutzmechanismen sowohl für Käufer als auch für Verkäufer. Das ist der Kern des Problems, den wir lösen müssen, um eine effiziente Kapitalbeschaffung für das Internationale Finanzzentrum in Ho-Chi-Minh-Stadt zu gewährleisten.“

Professor Nguyen Huu Huan, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes des Internationalen Finanzzentrums in Ho-Chi-Minh-Stadt, erklärte, dass das Zentrum angesichts des enormen Kapitalbedarfs der Wirtschaft einen Plan zur Entwicklung eines eigenen Kapitalmarktes aufgestellt habe.

„In naher Zukunft werden wir eine Crowdfunding-Plattform einrichten, um Kapital für kleine und mittelständische Unternehmen sowie Start-ups zu mobilisieren. Der Regierungsbeschluss über die Finanzpolitik im Internationalen Finanzzentrum Vietnams ermöglicht es zudem kleinen, Kleinst- und Start-up-Unternehmen, jährlich bis zu 700.000 US-Dollar einzuwerben.“

Bei einem jüngsten Arbeitstreffen mit Ministerien sowie den Führungskräften von Ho-Chi-Minh-Stadt und der Stadt Da Nang über den Aufbau, den Betrieb und die Entwicklung des Internationalen Finanzzentrums in Vietnam forderte Premierminister Le Minh Hung das Finanzministerium und die Staatsbank auf, die Betriebsordnung der Internationalen Finanzzentren in Ho-Chi-Minh-Stadt und Da Nang noch in diesem Juni fertigzustellen. Dazu Premierminister Le Minh Hung:

„Zunächst ist es erforderlich, dass die zwei Städte dem Finanzministerium und der Staatsbank Finanzprodukte und die mit Handels- sowie Investitionsaktivitäten verbundenen Produkte vorschlagen. Ein Beispiel dafür sind Finanzinstrumente zur Mobilisierung von mittel- und langfristigem Kapital, wie etwa Staatsanleihen, Projektanleihen oder projektbezogene Staatsanleihen. Aktuell werden in den beiden Städten viele Großprojekte in den Bereichen Verkehrsinfrastruktur, Seehäfen, Flughäfen und Energie umgesetzt.“

Derzeit erkennen viele ausländische Investoren das Potenzial der vietnamesischen Wirtschaft – darunter die junge, dynamische Bevölkerung und das starke Wirtschaftswachstum. Aus diesem Grund wollen zahlreiche Anleger Kapital in das Internationale Finanzzentrum Vietnams pumpen. Damit das Internationale Finanzzentrum in Ho-Chi-Minh-Stadt zu einem Kanal zur Kapitalbeschaffung werden kann, hoffen viele Investoren auf entsprechende Vorschriften, darunter einen transparenten Risikokontrollmechanismus.