Arabica-Kaffee gedeiht in Dien Bien besonders gut und trägt wesentlich zur Einkommenssteigerung der Bevölkerung bei, vor allem in den Gebieten ethnischer Minderheiten. Im Jahr 2025 erzielte ein Hektar Kaffee durchschnittlich umgerechnet etwa 12.000 US-Dollar. Ein Mitglied der Genossenschaft Pha Din in der Gemeinde Tuan Giao erwirtschaftet mit etwa 7 Hektar sogar jährliche Einnahmen von über 190.000 US-Dollar. Die Provinz verfügt inzwischen über mehr als 8.900 Hektar Kaffeeanbaufläche und produziert jährlich über 6.000 Tonnen Rohkaffee. Nguyen Anh Viet, Vorstandsvorsitzender der Hong Ky Kaffee AG., erklärt:
„Die meisten Kaffeebauern gehören der Volksgruppe der Mong an, in tiefer gelegenen Regionen bauen auch viele Thai Kaffee an. Unser Schwerpunkt liegt auf Spezialitätenkaffee der Sorte Arabica. Wir wollen den einzigartigen Geschmack des Kaffees aus Tuan Giao weiterentwickeln und ihn deutlich von Kaffee aus anderen Anbaugebieten unterscheiden.“
Arabica-Kaffee wird vor allem in Muong Ang, Quai To und Tuan Giao angebaut. Für den Spezialitätenkaffee aus Muong Ang besteht bereits eine geografische Herkunftsangabe. Während früher überwiegend Rohkaffee verkauft wurde, investieren die Betriebe heute verstärkt in die Weiterverarbeitung und den Markenaufbau. Fünf Kaffeeprodukte aus Dien Bien tragen inzwischen das nationale OCOP-Gütesiegel für Güter mit guter Qualität aus dem Programm „Jede Gemeinde, ein Produkt“. Tran Thi Thu Hai von der Hai An GmbH sagt:
„Arabica-Kaffee zeichnet sich durch eine feine Säure und natürliche Süße aus. Wir bieten Kaffeebohnen, gemahlenen Kaffee sowie trinkfertigen Salzkaffee an. Unsere Produkte werden inzwischen nicht nur in Dien Bien, sondern auch in Hanoi, Da Nang, Quang Ngai, Ho-Chi-Minh-Stadt und Phu Quoc verkauft.“
Nach den großen Kaffeeanbaugebieten Tay Nguyen und Son La entwickelt Dien Bien den Kaffeeanbau Schritt für Schritt zu einer Schlüsselbranche. Seit Jahresbeginn wurden über 600 Hektar Kaffee neu bepflanzt. Bis 2030 soll die Anbaufläche auf mehr als 20.000 Hektar wachsen. Gleichzeitig schafft die Provinz mit vereinfachten Genehmigungsverfahren attraktive Bedingungen für Investoren. Dao Ngoc Anh, Vorstandsvorsitzende der Firma Detech Coffee, erklärt:
„Seit 2018 investieren wir in Son La und bauen nun auch unsere Arabica-Anbauflächen in Dien Bien aus. Der Kaffee aus Dien Bien besitzt ein eigenes, hervorragendes Aroma. Die Provinz hat uns bei unseren Investitionsplänen sehr offen und herzlich unterstützt.“
Dien Bien setzt auf eine nachhaltige und moderne Landwirtschaft. Kaffeeanbauflächen werden mit QR-Codes rückverfolgbar gemacht, Drohnen und geographische Informationssysteme kommen verstärkt zum Einsatz. Gleichzeitig richtet sich die Produktion nach den EU-Vorgaben zur entwaldungsfreien Lieferkette (EUDR). Lo Hai Dinh, Vize-Leiterin der Landwirtschaftsbehörde von Dien Bien, erläutert:
„Wir fördern die Zusammenarbeit zwischen Bauern, Genossenschaften und Unternehmen, setzen auf nachhaltige Produktionsstandards und Rückverfolgbarkeit und erfüllen die neuen Anforderungen der EU-Verordnung gegen Entwaldung. Gleichzeitig wollen wir mehr Investitionen in die Weiterverarbeitung gewinnen und die Marke „Kaffee aus Dien Bien“ im In- und Ausland weiter stärken.“
Mit einer klaren Entwicklungsstrategie steigert Dien Bien nicht nur den Wert seines wichtigsten Agrarprodukts, sondern positioniert seinen Arabica-Kaffee zunehmend auf dem vietnamesischen und internationalen Kaffeemarkt.
