Dong Nai verfügt derzeit über 72 Industrieparks. Bis 2030 sollen mindestens zwei davon als Öko-Industrieparks zertifiziert werden. Bereits bis Juni 2026 haben sich sechs Industrieparks – AMATA, Long Duc, Bien Hoa 1, Dau Giay, Dinh Quan und Tan Phu – für den Übergang zu einem neuen Modell registriert. Dafür müssten die Unternehmen Anforderungen an umweltfreundliche Produktion und nachhaltige Entwicklung erfüllen, erklärte Pham Viet Phuong, Vizeleiter der Verwaltung der Industrie- und Wirtschaftszonen in Dong Nai. Sowohl Infrastrukturbetreiber als auch Unternehmen müssten entsprechende Finanzmittel bereitstellen.
„Die Unternehmen in den Industrieparks müssen die Kosten für die Umstellung selbst tragen. Gleichzeitig gibt es verschiedene Fördermaßnahmen, die ihnen den Zugang zu Finanzmitteln für diesen Prozess erleichtern.“

Nach Angaben des Vorsitzenden des Volkskomitees von Dong Nai, Nguyen Van Ut, ist die schrittweise Umstellung auf Hightech-, Öko- und Smart-Industrieparks eine wichtige Grundlage für hohes Wachstum. Grüne, saubere und technologisch moderne Industrieparks sollen die Qualität des Wachstums und die Wettbewerbsfähigkeit bei der Investitionsgewinnung erhöhen.
„Dong Nai kann die bisherigen Industrieparks mit ihrer breiten Branchenstruktur nicht einfach fortführen. Wir müssen von traditionellen zu Öko-Industrieparks übergehen. Sie müssen grün, sauber und intelligent sein. Nur so können wir das hohe Wachstumstempo der Stadt halten, und damit auch zum Wachstum des Landes beitragen.“

Für die Unternehmen ist die Entwicklung grüner und intelligenter Industrieparks inzwischen eine Notwendigkeit. Nguyen Tuan Anh, Vize-Generaldirektor der KN Holdings Gruppe, betonte, entscheidend sei nicht nur mehr Grünfläche, sondern ein effizienter Umgang mit Ressourcen, Wasser und Energie sowie der Einsatz erneuerbarer Energien, Umwelttechnologien und moderner Managementlösungen. Dong Nai müsse daher von der reinen Infrastrukturentwicklung zur Schaffung eines umfassenden industriellen Ökosystems übergehen.
„Wir müssen ein industrielles Umfeld für Forschung und Innovation schaffen, in dem der Mensch im Mittelpunkt steht. Dazu gehören Unterkünfte für Arbeiter, Wohnungen für Fachkräfte sowie entsprechende Dienstleistungen für Beschäftigte. So können die Behörden Unternehmen und Industrieparks über viele Jahre begleiten und Unternehmen mit Auslandsinvestitionen langfristig am Standort halten.“

Auch rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen spielen eine wichtige Rolle. Tran Dai Nghia, Geschäftsführer der Investitions- und Beratungsfirma FII Vietnam, zufolge zögern viele Investoren noch wegen der hohen Kosten. Die Lokalbehörden müssten daher einheitliche rechtliche Regelungen und Finanzierungsmechanismen schaffen.
„Die größte Herausforderung beim Aufbau von Öko-Industrieparks sind derzeit die hohen Finanzierungskosten. Wenn Investoren Kredite zu deutlich günstigeren Zinssätzen erhalten könnten, ließen sich die Investitionskosten besser ausgleichen.“

Im Wettbewerb um hochwertige Auslandsinvestitionen geht es für die Regionen nicht nur darum, Investoren anzuziehen, sondern auch um eine stärkere Position in globalen Wertschöpfungsketten. Für Dong Nai ist die Entwicklung grüner und intelligenter Industrieparks daher ein strategischer Schritt, um seine Rolle als industrielles Zentrum der südostvietnamesischen Region langfristig zu behaupten.