Obwohl die EFTA mit der Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein nur rund 15 Millionen Einwohner zählt, gehören ihre Mitgliedstaaten zu den wohlhabendsten Volkswirtschaften der Welt und verfügen über moderne Industrien sowie hohe Innovationskraft. Das Abkommen eröffnet Vietnam daher nicht nur neue Exportchancen, sondern auch einen besseren Zugang zu globalen Wertschöpfungsketten mit hoher technologischer Wertschöpfung. Der Vize-Minister für Industrie und Handel Nguyen Sinh Nhat Tan sagt dazu:
„Vom Abkommen erwarten wir hochwertige Investitionen aus den EFTA-Staaten in Schlüsselbereiche wie Hochtechnologie, verarbeitende Industrie, saubere Energien, grüne Transformation, Innovation und die Entwicklung qualifizierter Arbeitskräfte. Neben Kapital bringt es moderne Technologien, Management-Know-how und nachhaltige Entwicklungsmodelle nach Vietnam.“
Das Abkommen gilt zugleich als wichtiger Impuls für das langfristige Wirtschaftswachstum. Vietnam benötigt für seine Entwicklungsziele hochwertige Investitionen, moderne Technologien und fortschrittliche Managementmethoden – Bereiche, in denen die EFTA-Staaten über besondere Stärken verfügen.
Strenge Standards der EFTA dürften zudem vietnamesische Unternehmen dazu anregen, ihre Produktqualität, ihre Unternehmensführung und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit weiter zu verbessern. Dazu EU-Botschafter in Vietnam Julien Guerrier:
„Vietnam ist offen für Investitionen und gehört zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Schnelles Wachstum bedeutet jedoch nicht automatisch hohe Qualität. Wer die anspruchsvollen europäischen Standards erfüllt, kann seine Produkte praktisch überall auf der Welt exportieren.“
Auch die EFTA-Staaten sehen großes Potenzial in Vietnam. Das Land gilt dank seines stabilen politischen Umfelds, seines dynamischen Wachstums und seiner wichtigen Rolle in den regionalen Lieferketten als attraktiver Investitionsstandort. Einige EFTA-Abgeordnete sagten nach dem Abschluss der Verhandlungen für das Abkommen:
„Es gibt viele Bereiche für eine engere Zusammenarbeit. Europäische Unternehmen können Vietnam unter anderem bei erneuerbaren Energien, Offshore-Windkraft, Fischerei und Landwirtschaft mit ihrem Know-how unterstützen.“
„Vietnam ist ein beeindruckendes Land mit einer dynamischen Entwicklung. Besonders in den Bereichen Pharma und Technologie sehen wir, die Schweizer, großes Potenzial für eine Zusammenarbeit.“
„Auch in der Produktion von Elektrofahrzeugen bestehen große Chancen. Kleine und mittlere Unternehmen legen Wert auf stabile politische Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und mehr Transparenz. Das Abkommen kann das gegenseitige Vertrauen stärken und beiden Seiten Vorteile bringen.“
Neben dem Zugang zum vietnamesischen Markt mit fast 110 Millionen Einwohnern erhalten Unternehmen aus den EFTA-Staaten über Vietnam auch besseren Zugang zum südostasiatischen Markt sowie zum Netzwerk von 17 Freihandelsabkommen, an denen Vietnam beteiligt ist.
Mit dem Abschluss der Verhandlungen unterstreicht Vietnam seine Auswahl zur vertieften internationalen Integration. Das Abkommen soll neue Märkte erschließen, hochwertige Investitionen anziehen und Vietnam schrittweise von einem Produktionsstandort zu einem Partner mit hoher Wertschöpfung in globalen Lieferketten entwickeln.
