Vietnamesische Unternehmen suchen zunehmend über Fachmessen nach neuen Absatzmöglichkeiten. Ein Beispiel ist die kürzlich in Thailand veranstaltete internationale Halal-Messe „Grand Halal Bangkok 2026“, an der Hunderte internationale Marken aus Bereichen wie Lebensmittel, Kosmetik, Mode und KI-Anwendungen teilnahmen.

Auch vietnamesische Unternehmen präsentierten dort ihre Stärken. Bui Thi Thu Ngan, Vertreterin des Bioagrarunternehmens DannyGreen, sagt:

„Die größte Stärke unseres Unternehmens liegt in den Rohstoffen. Vietnam verfügt über frische Rohstoffe, und unser Produktionsprozess entspricht den Halal-Standards. Auch die verwendeten Ausgangsstoffe werden entsprechend geprüft.“

Ly Kim Chi, Vorsitzende des Lebensmittelverbands von Ho-Chi-Minh-Stadt, betonte, vietnamesische Halal-Produkte seien bereit, zuverlässige Teile in globalen Lieferketten zu werden. Die Unternehmen hätten sich auf Standards, Zertifizierungen und geeignete Markterschließungsstrategien vorbereitet:

„Der Halal-Markt ist für vietnamesische Unternehmen nicht schwer zugänglich. Voraussetzung ist jedoch, dass sie alle Standards und Vorschriften erfüllen. Deshalb müssen sie ihre Produktion frühzeitig auf Halal-Produkte ausrichten.“

Der globale Halal-Markt hat derzeit ein Volumen von rund 5 Billionen US-Dollar und könnte bis 2028 auf 10 Billionen US-Dollar wachsen. Da viele Länder dieses Marktes stark auf importierte Lebensmittel angewiesen sind, ergeben sich für vietnamesische Unternehmen große Chancen.

Die Markterschließung erfordert jedoch mehr als die Einhaltung von Standards. Unternehmen müssen hochwertigere, innovative und nachhaltige Produkte entwickeln. Die vietnamesischen Meeresfrüchteexporte erreichten im ersten Halbjahr 5,76 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 12,7 Prozent. Grundlage dafür sind höhere Qualität, moderne Verarbeitungstechnologien und der Übergang vom Preis- zum Wertwettbewerb. Der Experte für nachhaltige Aquakultur Glen Illing sagt dazu:

„Internationale Käufer suchen Qualität, Besonderheit und angemessene Preise. Vietnam sollte daher stärker auf die Wertsteigerung seiner Produkte setzen, statt nur über den Preis zu konkurrieren. Eine Stärke Vietnams liegt heute in Innovationen bei der Verarbeitung.“

Für mehr Wettbewerbsfähigkeit reichen jedoch die eigenen Anstrengungen der Unternehmen nicht aus. Entscheidend sind auch Partnerschaften, die Zugang zu Technologien, Kapital und neuen Managementerfahrungen ermöglichen. Erlend Skutlaberg, Geschäftsträger und Erster Sekretär der norwegischen Botschaft in Vietnam, erklärte:

„Im Bereich Aquakultur und nachhaltige Meereswirtschaft arbeiten wir seit Jahrzehnten eng mit Vietnam zusammen. Diese Zusammenarbeit entwickelt sich zunehmend von traditionellen Geschäftsbeziehungen zu gleichberechtigten Partnerschaften mit Schwerpunkt auf Technologietransfer, gemeinsamen Investitionen und nachhaltiger Entwicklung.“

Von Aquakultur und Landwirtschaft bis zu Industrie und Dienstleistungen suchen immer mehr vietnamesische Marken den direkten Zugang zu Auslandsmärkten. VinFast und Green SM expandieren in Südostasien, während Pizza 4P’s und Maison Marou ihre Präsenz in internationalen Großstädten ausbauen. Auch Biti’s, Masan und Coolmate bereiten weitere Schritte vor.

Wenn vietnamesische Unternehmen hohe internationale Standards erfüllen, innovative Produkte entwickeln und gleichberechtigte Partnerschaften aufbauen, bedeutet Export mehr als den Verkauf vietnamesischer Waren im Ausland. Es geht darum, vietnamesische Marken, Kompetenzen und Wertschöpfung stärker in globale Wertschöpfungsketten einzubinden.