(VOVWORLD) - Früher war der vietnamesische Kaffee aufgrund der Konkurrenz aus Afrika und Südamerika bei europäischen Verbrauchern kaum bekannt. Aber nun können Kaffee-Feinschmecker der Welt die Aromen von vietnamesischem Filterkaffee, Eierkaffee und anderen einzigartigen Kaffeesorten in kleinen Straßenecken im französischen Paris mitten im Herzen Europas genießen.
Vietnamesischer Filterkaffee im „Hanoi Corner“ in Paris. (Foto: Facebook Hanoi Corner) |
Im geschäftigen Bezirk Marais in Paris gibt es ein kleines Café namens „Hanoi Corner“ mit vollem Duft von Kaffee in der Luft. Dort bietet Besitzer Nam Nguyen seit zehn Jahren die vietnamesische Kaffeekultur. Er empfiehlt den Gästen, die den vietnamesischen Kaffee nicht kennen, ihn in klassischer Form zu probieren, besonders Filterkaffee, schwarz oder mit Kondensmilch, heiß oder mit ein paar Eiswürfeln. Dazu Nam Nguyen:
„Für uns ist Kaffee eng mit der Geschichte über den Kulturaustausch zwischen Vietnam und Frankreich verbunden. Als Franzose mit vietnamesischer Abstammung versuche ich, eine Kultur zu vermitteln, die zwischen diesen beiden Ländern steht. Wir freuen uns sehr, einen weiteren und weniger bekannten Aspekt der vietnamesischen Kultur vorzustellen.“
Kunden genießen Kaffee im „Hanoi Corner“ in Paris. (Foto: FB Hanoi Corner) |
Vor acht Jahren ist „Hanoi Corner“ das einzige vietnamesische Café in Paris gewesen. Mittlerweile gibt es etwa 15 ähnliche Läden. Im vergangenen August eröffnete „Cong“ – eine bekannte vietnamesische Café-Kette – in Paris ihr erstes Café. Der typische Retro-Stil des Cafés erinnert an Vietnam in den 1970er und 80er Jahren, das sich von anderen Cafés unterscheidet. Es sei für einzigartige Getränke wie Kokosnusscreme-Kaffee bekannt, sagt Uyen Tran, Managerin für Partnerschaft der Café-Kette „Cong“:
„In Paris will „Cong“ nicht nur viele Cafés eröffnen, sondern auch die Kultur, den Geist und die Geschichte des vietnamesischen Kaffees mitbringen. Unsere erste Zielgruppe war die Auslandsvietnamesen, später dann die internationalen Kunden. Wir möchten die Rolle als Kultur-Brücke zwischen Vietnam und Europa spielen.“
Vietnam ist nach Brasilien der zweitgrößte Kaffeeexporteur der Welt. 2024 hat Vietnam über 380.000 Tonnen Kaffee in die Europäische Union exportiert und ist damit der größte Kaffeeexporteur in diesem Markt geworden. Frankreich ist nach Deutschland und Italien der drittgrößte Importeur von vietnamesischem Kaffee in Europa.
Die bekannte vietnamesische Kaffeekette Cong eröffnet ihre erste Filiale in Paris. (Foto: FB Cong Caphe) |
Der meist importierte Kaffee Vietnams in Europa ist reiner Robusta-Kaffee, der oft zu Instantkaffee oder Kaffeekapseln verarbeitet oder gemischt wird. Daher können die Verbraucher weder die Herkunft noch das typische Aroma des vietnamesischen Kaffees erkennen. Der vietnamesische Kaffee sei nicht nur durch seinen Geschmack auffallend, sondern auch durch die Art und Weise, wie man ihn genieße, sagt ein Stammkunde des „Straßencafés“ in der Nähe des Bastille-Platzes:
„Wir kennen vietnamesischen Kaffee überhaupt nicht. Am besten genießen wir originellen Kaffee auf traditionelle Weise und zwar mit Eis oder Milch.“
Ein interessanter Aspekt des „Straßencafés“ ist das Sitzen auf niedrigen und roten Plastikstühlen, genau wie in Hanoi. Anfangs war es nicht einfach, die Pariser von dieser Idee zu überzeugen, doch nach und nach weckte ihre Neugier den Wunsch, es auszuprobieren.
„Hanoi Corner“, „Cong“ oder „Straßencafés“ sind gemütliche Ecken in Paris, in denen die Marke und die Kaffeekultur Vietnams dank dem einzigartigen Aroma und der Kreativität der jungen Vietnamesen schrittweise ein neues Gesicht der vietnamesischen Kultur in Europa schaffen.