Die Entwicklungspotenziale der einzelnen Provinzen unterscheiden sich deutlich. Deshalb kommt es nicht darauf an, ein einheitliches Modell anzuwenden, sondern die jeweiligen Stärken gezielt zu nutzen und gleichzeitig bestehende Wachstumshemmnisse zu beseitigen. Viele Provinzen und Städte haben dafür konkrete Zusagen und Maßnahmen beschlossen, um ihre Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte deutlich zu beschleunigen.
Jede Provinz setzt auf ihre eigenen Stärken
Die nordzentralvietnamesische Provinz Thanh Hoa konzentriert sich auf Industrie, Innovation und Digitalwirtschaft. Rund 15 Großprojekte mit einem Investitionsvolumen von 1,33 Milliarden US-Dollar sollen noch in diesem Jahr in Betrieb gehen. Gleichzeitig werden ein Startup-Ökosystem und ein Hightech-Park aufgebaut sowie strategische Energieprojekte gefördert. Dazu der Vorsitzende des Volkskomitees der Provinz Thanh Hoa, Nguyen Hoai Anh:
„Thanh Hoa entwickelt dieses Ökosystem weiter und hat Programme für Innovationsunternehmen und einen Risikokapitalfonds verabschiedet. Gleichzeitig beschleunigen wir den Aufbau eines Hightech-Parks sowie digitalen Wirtschaftsmodelle. Das Projekt für ein nationales Rohöl- und Treibstofflager wird in der Provinz bald umgesetzt.“
Währenddessen setzt die nordvietnamesische Provinz Son La auf Infrastruktur und Investitionsförderung. Bis Jahresende sollen zusätzliche Investitionen von umgerechnet 1,9 Milliarden US-Dollar gewonnen und wichtige Energie- sowie Verkehrsprojekte vorangetrieben werden.
Die zentralvietnamesische Provinz Ha Tinh konzentriert sich darauf, Ressourcen zu mobilisieren und Industrie- mit Energieprojekten zu verbinden. Der Vorsitzende des Volkskomitees der Provinz Ha Tinh, Phan Thien Dinh, sagt dazu:
„Wir beschleunigen Industrieprojekte, lösen langjährige Investitionshemmnisse und setzen Energieprojekte des Stromentwicklungsplans für den Zeitraum 2021-2030 mit Vision bis 2050 um. Gleichzeitig fördern wir die Entwicklung der Wirtschaftszone Vung Ang als Zentrum für Stahlindustrie und Stahlverarbeitende Industrie.“
Die Zentralhochlandprovinz Gia Lai sieht aber großes Potenzial in moderner Landwirtschaft und privaten Investitionen. Die Provinz strebt 2026 ein Wirtschaftswachstum von 10,2 Prozent an. Der Vorsitzende des Volkskomitees der Provinz Gia Lai, Pham Anh Tuan, erklärt:
„Wir planen große Rohstoffanbaugebiete und beschleunigen 405 bereits genehmigte Investitionsprojekte mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet etwa 13,3 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig wollen wir die öffentlichen Investitionen vollständig auszahlen.“
Gemeinsame Stärke für das nationale Wachstum
Die Provinzen konzentrieren sich auf den Ausbau der Infrastruktur, ein besseres Investitionsumfeld und die Schaffung neuer Wachstumsimpulse. Diese Faktoren sind nach Einschätzung der Regierung entscheidend für das Erreichen der Wachstumsziele.
Ho-Chi-Minh-Stadt wolle weiterhin als Wirtschaftslokomotive des Landes wirken. Dazu der Vorsitzende des Volkskomitees von Ho-Chi-Minh-Stadt, Nguyen Van Duoc:
„Um ein Wirtschaftswachstum von über zehn Prozent zu erreichen, muss die Stadt im dritten Quartal um 11 bis 11,8 Prozent wachsen. Deshalb mobilisieren wir alle privaten Investitionen, setzen den öffentlichen Investitionsplan vollständig um und beschleunigen Projekte in Form der privat-öffentlichen Partnerschaft. Zudem soll die Gesamtplanung der Stadt im Oktober verabschiedet werden.“
Das zweistellige Wachstumsziel bleibt anspruchsvoll, bietet den Provinzen jedoch zugleich die Chance, Reformen voranzutreiben, ihre Stärken besser zu nutzen und Vietnams Image als attraktiver Investitionsstandort weiter zu unterstreichen.
